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Strom, Gas, Wasser

Strom, Gas und Wasser in Uruguay

Uruguay erzeugt seinen Strom fast vollständig aus Wind, Wasser und Sonne — und verkauft ihn trotzdem teuer. Wasser und Strom kommen von staatlichen Betrieben, Gas kommt in der Flasche, und die Anmeldung läuft über deine Cédula.

8 Min. Lesezeit · 🇺🇾 Uruguay

Strom, Gas und Wasser in Uruguay

Uruguay ist bei der Stromerzeugung ein Vorbild: In guten Jahren stammt fast der gesamte Strom aus Wasserkraft, Wind, Sonne und Biomasse. Das Land hat den Umbau in wenigen Jahren geschafft und exportiert Strom nach Argentinien und Brasilien.

Für dich als Verbraucher hat das eine überraschende Kehrseite: Der Strompreis gehört trotzdem zu den höheren des Kontinents. Die Erzeugung ist sauber, aber der Ausbau war teuer, und der Preis trägt ihn mit.

Wer liefert was

Strom kommt von der UTE, dem staatlichen Energieversorger. Es gibt keinen Wettbewerb und keinen Anbieterwechsel: eine Adresse, ein Zähler, ein Versorger.

Wasser kommt von der OSE, ebenfalls staatlich. In Montevideo ist das Trinkwasser aus der Leitung trinkbar. In der Trockenzeit kann es geschmacklich schwanken, und 2023 gab es eine ernste Versorgungskrise, in der zeitweise salziges Wasser in die Leitungen kam. Viele Haushalte haben seither Filter oder kaufen Wasser in Kanistern.

Erdgas gibt es nur in Montevideo und in Teilen des Umlands, geliefert von MontevideoGas. Im Rest des Landes gibt es kein Gasnetz. Dort heißt Gas: Flasche.

Die Anmeldung

Für Strom und Wasser meldest du dich mit deiner cédula und dem Miet- oder Kaufvertrag an. Ohne cédula geht es nicht, deshalb steht sie im Artikel über Anmeldung und Wohnsitz so weit oben.

Bei einem Mietvertrag ist es üblich, dass die Zähler auf den Vermieter laufen und du die Rechnungen erstattest. Das ist bequem, hat aber einen Nachteil: Du hast keinen eigenen Nachweis über deine Verbräuche und keinen Vertragspartner, wenn etwas nicht stimmt. Bei längeren Mietverhältnissen lohnt es sich, die Zähler auf den eigenen Namen umschreiben zu lassen.

Gezahlt wird per Lastschrift, in der Filiale, in Zahlstellen wie Abitab und Redpagos oder online. Diese Zahlstellen findest du in jedem Ort, und sie sind für vieles im Alltag die einfachste Lösung.

Was der Strom kostet

Die UTE arbeitet mit verschiedenen Tarifen. Für Haushalte gibt es einen Grundtarif und einen Tarif mit Tageszeiten, bei dem Strom nachts günstiger ist und in den Abendstunden teurer.

Wer elektrisch heizt, und das tun in Uruguay viele, sollte sich den Zeittarif ansehen und die Wäsche nachts waschen. Der Unterschied ist deutlich genug, dass er sich im Winter bemerkbar macht.

Rechne im Winter mit dem Zwei- bis Dreifachen der Sommerrechnung. Das ist der Posten, der Zugezogene am meisten überrascht, und er hängt direkt an der Bauweise der Häuser, die im Artikel über Heizen erklärt wird.

Die UTE gewährt einkommensschwachen Haushalten Vergünstigungen. Für Zugezogene mit ausländischem Einkommen spielt das in der Regel keine Rolle.

Gas in der Flasche

Außerhalb von Montevideo ist die Gasflasche der Normalfall. Es gibt zwei gängige Größen: die kleine mit dreizehn Kilo für Herd und Durchlauferhitzer und die große mit fünfundvierzig Kilo für Haushalte, die viel Gas brauchen.

Geliefert wird von Ancap-Töchtern und privaten Händlern, oft direkt bis vor die Tür. Man ruft an oder hält den Wagen auf, wenn er durch die Straße fährt. Eine leere Flasche wird gegen eine volle getauscht.

Praktischer Rat: Halte immer eine zweite Flasche voll im Haus. Gas geht grundsätzlich sonntagabends aus, und die Lieferung kommt am Montag.

Wasser und was du damit machen kannst

Die Wasserrechnung ist niedrig, verglichen mit Deutschland. Der Verbrauch wird abgelesen, in manchen Gegenden geschätzt.

Außerhalb der Städte ist der Anschluss ans Netz keine Selbstverständlichkeit. Viele Häuser auf dem Land haben einen eigenen Brunnen mit Pumpe und einen Tank auf dem Dach. Das funktioniert gut, verlangt aber Aufmerksamkeit: Die Pumpe braucht Strom, der Tank muss gereinigt werden, und in trockenen Sommern kann der Brunnen knapp werden.

Wenn du ein Haus mit Brunnen kaufst, lass dir die Genehmigung zeigen und frag die Nachbarn, wie tief sie bohren mussten.

Abwasser: In den Städten gibt es Kanalisation, außerhalb ist die Sickergrube die Regel. Sie muss regelmäßig geleert werden, und das ist eine Rechnung, an die niemand denkt, bis sie kommt.

Internet und Telefon

Der staatliche Anbieter Antel hat Uruguay flächendeckend mit Glasfaser ausgebaut, und das ist eine der stillen Stärken des Landes. Selbst in kleineren Orten bekommst du eine schnelle, stabile Verbindung zu einem Preis, der in Deutschland nicht auffiele.

Daneben gibt es private Anbieter für Kabel und Mobilfunk. Für den Mobilfunkvertrag brauchst du wieder die cédula, eine Prepaid-Karte bekommst du auch ohne.

Wenn etwas ausfällt

Stromausfälle kommen vor, meist nach Unwettern, und dauern selten lange. Wer auf eine Pumpe angewiesen ist, merkt sie schneller als andere.

Für Häuser auf dem Land ist ein kleiner Vorrat sinnvoll: Kerzen, eine Lampe mit Akku, Trinkwasser für zwei Tage und eine volle Gasflasche. Das ist kein Katastrophenschutz, das ist gesunder Menschenverstand in einem Flächenland.

Was du dir merken solltest

Strom ist sauber und teuer, Wasser ist günstig und nicht überall selbstverständlich, Gas kommt in der Flasche.

Und der wichtigste Satz für die Nebenkosten steht eigentlich im Artikel über Heizen: Was du im Winter zahlst, entscheidet nicht der Tarif, sondern die Wand, hinter der du sitzt.

Stand: 14.8.2026

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