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Strom, Gas, Wasser

Strom, Gas und Wasser in Thailand: die Klimaanlage bestimmt die Rechnung

Strom kommt von zwei staatlichen Versorgern, Gas aus der Flasche, Trinkwasser aus dem Kanister. Warum Vermieter oft einen Aufschlag auf den Strom nehmen und wie du Rechnungen bezahlst.

8 Min. Lesezeit · 🇹🇭 Thailand

Strom, Gas und Wasser in Thailand: die Klimaanlage bestimmt die Rechnung

Strom, Wasser und Internet einzurichten ist in Thailand einfacher als in den meisten Ländern. In einer Mietwohnung läuft alles schon, und du bezahlst nur. Zwei Dinge solltest du trotzdem wissen, bevor du unterschreibst: was der Vermieter je Einheit Strom verlangt und wie viel deine Klimaanlage verbraucht.

Der Strom

Thailand hat 220 Volt bei 50 Hertz, deine Geräte aus Europa laufen ohne Umwandler. Die Steckdosen nehmen flache und runde Stifte auf. Der schmale Eurostecker passt fast überall, der dicke Schutzkontaktstecker oft nur mit Adapter und dann ohne Erdung. Für Geräte mit hoher Leistung kaufst du besser ein Kabel vor Ort.

Es gibt zwei staatliche Versorger: MEA für Bangkok und die beiden Nachbarprovinzen Nonthaburi und Samut Prakan, PEA für den Rest des Landes. Der Preis ist gestaffelt, wer mehr verbraucht, zahlt je Einheit mehr. Dazu kommt ein Zuschlag für Brennstoffkosten, der mehrmals im Jahr neu festgesetzt wird.

Der Aufschlag des Vermieters

In vielen Mietwohnungen und Apartmenthäusern rechnet nicht der Versorger mit dir ab, sondern der Vermieter. Er darf dafür einen eigenen Preis je Einheit verlangen, und der liegt oft deutlich über dem staatlichen Tarif.

Frag vor dem Unterschreiben nach dem Preis je Einheit für Strom und Wasser und lass ihn in den Vertrag schreiben. In einem Condominium mit eigenem Zähler des Versorgers zahlst du den staatlichen Tarif. Das ist auf Dauer der größere Unterschied als ein paar hundert Baht bei der Miete.

Die Klimaanlage

Sie ist der größte Posten auf jeder Stromrechnung. Wer eine Anlage den ganzen Tag laufen lässt, zahlt ein Vielfaches von dem, was ein Haushalt mit Ventilator zahlt. Neuere Geräte mit Inverter-Technik brauchen deutlich weniger. Frag beim Besichtigen nach dem Alter der Anlagen und lass sie vor dem Einzug reinigen.

Viele, die länger in Thailand leben, kühlen nur das Schlafzimmer und nur in der Nacht. Eine Wohnung mit Durchzug und Schatten ist mehr wert als eine mit starker Anlage.

Rechnungen bezahlen

Die Rechnung kommt jeden Monat auf Papier oder in der App des Versorgers. Bezahlen kannst du in jedem 7-Eleven, am Schalter der Bank, über die Banking-App mit dem QR-Code auf der Rechnung oder per Dauerauftrag.

Achte auf das Fälligkeitsdatum. Nach Ablauf geht das Bezahlen im Laden nicht mehr, du musst zum Büro des Versorgers. Bleibt die Rechnung offen, wird der Strom nach kurzer Zeit abgestellt, und das Wiederanschließen kostet eine Gebühr.

Als Mieter läuft der Zähler meist auf den Namen des Eigentümers. Wer kauft, lässt den Zähler im Büro des Versorgers auf sich umschreiben und hinterlegt eine Kaution.

Das Wasser

Leitungswasser kommt in Bangkok von der MWA, im übrigen Land von der PWA oder von der Gemeinde. Es kostet wenig. Zum Waschen und Duschen ist es in Ordnung, getrunken wird es nicht.

Trinkwasser kaufst du in großen Kanistern, die ein Lieferdienst bringt und wieder abholt, oder du zapfst es für wenig Geld an Automaten, die in fast jeder Straße stehen. Viele Haushalte bauen einen Filter unter die Spüle.

Auf den Inseln und in manchen Küstenorten wird Wasser in der Trockenzeit knapp. Dann kommt es per Tankwagen und kostet mehr. Frag vor dem Mieten, woher das Haus sein Wasser bekommt und ob es einen Tank und eine Pumpe hat. Der Wasserdruck ist in vielen Häusern schwach, eine Pumpe gleicht das aus.

Das Gas

Ein Gasnetz für Haushalte gibt es nicht. Gekocht wird mit Flaschengas oder mit Strom. Die übliche Flasche fasst 15 Kilogramm, ein Händler aus der Nachbarschaft bringt sie und schließt sie an. Bezahlt wird bar bei der Lieferung, für die erste Flasche kommt ein Pfand dazu.

In Condominiums ist Gas meist verboten. Dort kochst du auf einem Induktionsfeld. Viele Wohnungen haben nur eine kleine Küche, weil Essen auf der Straße und auf dem Markt günstiger ist als selbst zu kochen.

Warmes Wasser

Eine zentrale Warmwasserbereitung haben nur wenige Häuser. Üblich ist ein kleiner elektrischer Durchlauferhitzer an der Dusche. In der Küche und am Waschbecken kommt das Wasser kalt. Achte darauf, dass der Erhitzer geerdet ist und einen Schutzschalter hat. Das ist bei älteren Einbauten nicht selbstverständlich.

Internet und Telefon

Glasfaser ist in den Städten und in den meisten Orten mit vielen Ausländern Standard, schnell und günstig. Die großen Anbieter sind AIS, True und 3BB. Der Anschluss ist oft in wenigen Tagen da, der Vertrag läuft meist ein Jahr. Als Ausländer brauchst du den Reisepass, manchmal eine Kaution.

Eine SIM-Karte bekommst du in jedem Laden der Anbieter. Sie wird mit dem Reisepass registriert. Mobiles Internet ist gut ausgebaut, auch auf den größeren Inseln.

Stromausfälle

In den Städten ist die Versorgung zuverlässig. Bei Gewitter und Sturm fällt der Strom auf dem Land und auf den Inseln öfter aus, meist für Minuten, manchmal für Stunden. Ein Überspannungsschutz für Rechner und Fernseher lohnt sich. Wer auf ein medizinisches Gerät angewiesen ist, klärt vorher, wie stabil das Netz am Wohnort ist.

Müll und Nebenkosten

Die Müllabfuhr wird in den meisten Gemeinden über eine kleine Monatsgebühr bezahlt, in Wohnanlagen steckt sie in der Umlage. Getrennt wird wenig. Flaschen, Dosen und Karton holen private Sammler ab, wenn du sie neben die Tonne stellst.

In einem Condominium zahlt der Eigentümer die Umlage für Wachdienst, Pool und Aufzüge. Als Mieter trägst du Strom, Wasser und Internet. Steht im Vertrag etwas anderes, frag nach, bevor du unterschreibst.

Wenn etwas kaputtgeht

Handwerker findest du über den Vermieter, die Hausverwaltung oder die Nachbarn, und sie kommen meist am selben oder nächsten Tag. Kleine Reparaturen kosten wenig. Für Arbeiten an der Elektrik lohnt es sich, nach einem Elektriker mit Ausbildung zu fragen, denn viele Leitungen in älteren Häusern sind ohne Erdung verlegt.

Die Klimaanlagen brauchen alle paar Monate eine Reinigung, sonst kühlen sie schlecht, tropfen und verbrauchen mehr. Wer das bezahlt, Mieter oder Vermieter, gehört in den Mietvertrag.

Was du beim Besichtigen fragst

  • Wer rechnet den Strom ab, der Versorger oder der Vermieter, und zu welchem Preis je Einheit?
  • Wie alt sind die Klimaanlagen, und wann wurden sie zuletzt gereinigt?
  • Woher kommt das Wasser, gibt es Tank und Pumpe?
  • Ist Glasfaser im Haus, und von welchem Anbieter?
  • Stand hier in der Regenzeit schon einmal Wasser?

Stand: 9.10.2026

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