Gesundheit & Krankenversicherung
Gesundheit in Thailand: Spitzenkliniken gegen Vorkasse und kein Abkommen mit der Heimat
Thailands Privatkliniken gehören zu den besten Asiens, bezahlt wird aber vorab. Warum deine gesetzliche Kasse dort nicht gilt, welche Wege zur Absicherung es gibt und was im Alter schwierig wird.
Thailand hat einige der besten Krankenhäuser Asiens, und viele Menschen reisen eigens für eine Behandlung dorthin. Für Auswanderer zählt aber eine andere Frage: Wer bezahlt? Zwischen Thailand und Deutschland, Österreich oder der Schweiz gibt es kein Abkommen über die Krankenversicherung. Deine Absicherung baust du selbst auf, und das am besten vor dem Umzug.
Zwei Welten: privat und staatlich
In Bangkok, Chiang Mai, Phuket, Pattaya und Hua Hin arbeiten große private Krankenhäuser auf internationalem Niveau. Viele Ärzte haben im Ausland studiert, gesprochen wird Englisch, in manchen Häusern gibt es deutschsprachige Betreuer. Termine bekommst du oft am selben Tag.
Die staatlichen Krankenhäuser behandeln fachlich ebenfalls gut und kosten einen Bruchteil. Dafür sind sie voll, die Wartezeiten lang, und außerhalb der Städte spricht kaum jemand Englisch. Auf dem Land und auf kleinen Inseln gibt es oft nur eine einfache Station. Schwere Fälle werden in die nächste Großstadt oder nach Bangkok verlegt.
Bezahlt wird vorab
Ein Privatkrankenhaus behandelt dich, wenn die Bezahlung geklärt ist. Das heißt: eine Kostenzusage deiner Versicherung oder eine Anzahlung per Karte, bei einer Operation schnell ein fünfstelliger Eurobetrag. Wer ohne Versicherung und ohne Geld kommt, wird stabilisiert und in ein staatliches Haus verlegt.
Kläre deshalb mit deinem Versicherer vor dem Umzug, wie die Kostenzusage im Notfall läuft, und trag die Notrufnummer der Versicherung bei dir.
Was mit deiner Kasse in der Heimat geschieht
Die gesetzliche Krankenversicherung in Deutschland leistet in Thailand nicht. Die europäische Krankenversicherungskarte und das Formular S1 gelten nur in der EU, im EWR und in der Schweiz. Wer seinen Wohnsitz nach Thailand verlegt, verliert in der Regel die Pflichtmitgliedschaft, auch als Rentner. Leistungen der Pflegeversicherung werden nach Thailand nicht gezahlt.
Sprich vor der Abmeldung mit deiner Kasse über eine Anwartschaft. Sie hält dir gegen einen kleinen Beitrag die Rückkehr offen. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln, frag bei deiner Kasse nach, bevor du kündigst.
Die Wege zur Absicherung
- Internationale Krankenversicherung: Sie gilt weltweit oder für Asien, rechnet direkt mit den großen Kliniken ab und schließt den Rücktransport ein. Der Beitrag steigt mit dem Alter deutlich.
- Thailändische Krankenversicherung: Sie ist günstiger, hat aber Höchstbeträge je Behandlung und je Jahr. Viele Anbieter nehmen ab 60 oder 65 Jahren niemanden mehr neu auf.
- Langzeit-Auslandsreiseversicherung aus der Heimat: Sie deckt Akutfälle für einige Jahre, endet aber zu einem festen Zeitpunkt und ist für einen dauerhaften Aufenthalt nicht gedacht.
- Selbst zahlen: Manche Auswanderer legen Geld für Behandlungen zurück. Bei einer schweren Krankheit oder einem Unfall reicht das selten.
Für welchen Weg du dich entscheidest, hängt von Alter, Gesundheit und Budget ab. Wichtig ist, die Bedingungen zu lesen: Vorerkrankungen sind bei fast allen Verträgen ausgeschlossen oder kosten einen Zuschlag.
Die Versicherung fürs Visum
Für das Visum O-A verlangt Thailand eine Krankenversicherung mit mindestens 3 Millionen Baht Deckung, für das O-X eine thailändische Police, für das LTR-Visum mindestens 50.000 US-Dollar Deckung oder ersatzweise ein hohes Guthaben. Beim Non-Immigrant O mit Verlängerung im Land hängt es von der Botschaft und der Einwanderungsbehörde ab.
Eine Police, die nur das Visum erfüllt, schützt dich nicht unbedingt gut. Vergleich die Deckung mit dem, was eine Operation in einem Privatkrankenhaus kostet.
Wenn du älter wirst
Das ist der Punkt, über den am wenigsten gesprochen wird. Mit 60 findest du noch Verträge, mit 70 wird es eng, mit 75 nimmt dich kaum ein Versicherer neu auf. Wer früh abschließt und dabei bleibt, behält seinen Schutz meist bis ins hohe Alter, zahlt aber jedes Jahr mehr.
Viele ältere Auswanderer kehren deshalb zurück, wenn sie pflegebedürftig werden. Halt dir diesen Weg offen, mit der Anwartschaft und mit einem Konto in der Heimat.
Was eine Behandlung kostet
Ein Arztbesuch in einem Privatkrankenhaus kostet deutlich weniger als eine Privatbehandlung in Europa, eine große Operation mit Intensivstation dagegen schnell so viel wie ein Kleinwagen. Die Preise unterscheiden sich stark von Haus zu Haus, die bekannten Kliniken in Bangkok liegen am oberen Ende. Lass dir vor einem geplanten Eingriff einen Kostenvoranschlag geben und frag, was darin fehlt: Narkose, Implantate, Nachsorge und Medikamente stehen oft getrennt auf der Rechnung.
Staatliche Krankenhäuser berechnen Ausländern einen eigenen, höheren Tarif als Einheimischen. Er liegt trotzdem weit unter den Preisen der Privatkliniken.
Zahnarzt, Brille, Vorsorge
Zahnärzte arbeiten in den Städten auf gutem Niveau und zu Preisen, für die viele Urlauber eigens anreisen. Brillen und Sehtests bekommst du in jedem Einkaufszentrum. Die großen Kliniken bieten Vorsorgepakete an, bei denen an einem Vormittag Blut, Herz und Organe untersucht werden. Die meisten Krankenversicherungen zahlen Zahnbehandlung und Vorsorge nicht oder nur in teureren Tarifen. Leg dafür einen eigenen Betrag im Budget zurück.
Wer eine chronische Krankheit hat, sucht sich früh einen festen Arzt und lässt seine Befunde aus der Heimat ins Englische übersetzen.
Medikamente
Apotheken gibt es an jeder Ecke, viele Medikamente bekommst du ohne Rezept und günstiger als zu Hause. Starke Schmerzmittel, Schlaf- und Beruhigungsmittel sind dagegen streng geregelt. Wer solche Mittel mitbringt, braucht eine Bescheinigung des Arztes und für einige Wirkstoffe eine Genehmigung der thailändischen Arzneimittelbehörde. Klär das vor dem Flug.
Nimm für die ersten Monate einen Vorrat deiner Dauermedikamente mit und lass dir die Wirkstoffe aufschreiben. Der Handelsname ist in Thailand oft ein anderer.
Was die Gesundheit im Alltag belastet
- Dengue-Fieber kommt das ganze Jahr im ganzen Land vor, am stärksten in der Regenzeit. Schutz bieten Mückenmittel und lange Kleidung.
- Im Norden ist die Luft von Februar bis April durch das Abbrennen der Felder oft stark belastet. Wer Atemwegsprobleme hat, plant diese Monate woanders.
- Der Straßenverkehr ist gefährlich, vor allem auf dem Motorroller. Die meisten schweren Unfälle von Ausländern passieren dort.
- Hitze und Feuchtigkeit belasten Herz und Kreislauf mehr, als viele erwarten.
Im Notfall
Den Rettungsdienst erreichst du unter 1669, die Touristenpolizei unter 1155, dort wird Englisch gesprochen. Die Rettungswagen der Privatkliniken kommen in den Städten schneller, werden aber berechnet. Schreib dir die Nummer deines nächsten Krankenhauses auf und zeig sie auch deinen Nachbarn.
Wenn zwischen den Systemen eine Lücke bleibt
Zwischen der Abmeldung in der Heimat und dem Beginn einer neuen Versicherung liegt oft eine Zeit, in der du weder hier noch dort versichert bist. Dasselbe gilt für die ersten Wochen, wenn ein neuer Vertrag eine Wartezeit hat. Plane diese Zeit vor dem Umzug durch und schließ sie, bevor du ins Flugzeug steigst.