Bildung
Schule und Bildung in Thailand: internationale Schulen, zwei deutschsprachige und der Preis dafür
Staatliche Schulen unterrichten auf Thailändisch, die meisten Auswandererkinder gehen deshalb auf internationale Schulen. Was das kostet, wo es deutschsprachige Schulen gibt und was für das Visum gilt.
Wer mit Kindern nach Thailand zieht, plant zuerst die Schule und danach alles andere. Der Schulort bestimmt, wo ihr wohnt, und das Schulgeld ist oft der größte Posten im Budget. Wer ohne Kinder kommt, hat mit Bildung trotzdem zu tun: Ein paar Hundert Wörter Thailändisch verändern den Alltag mehr als jeder andere Kurs.
Das staatliche Schulsystem
Thailändische Kinder gehen sechs Jahre in die Grundschule und sechs Jahre in die weiterführende Schule, neun Jahre davon sind Pflicht. Das Schuljahr beginnt Mitte Mai und endet im März, mit Ferien im Oktober und der langen Pause in der heißen Zeit.
Unterrichtet wird auf Thailändisch, in großen Klassen und mit viel Auswendiglernen. Ausländische Kinder können staatliche Schulen besuchen, für Kinder ohne Thailändisch ist das aber nur in den ersten Schuljahren ein gangbarer Weg. Familien mit einem thailändischen Elternteil wählen ihn häufiger, oft in den zweisprachigen Zweigen, die manche Schulen gegen Aufpreis anbieten.
Internationale Schulen
Die meisten Auswandererkinder besuchen eine internationale Schule. Thailand hat weit über hundert davon, die meisten in Bangkok, dazu in Chiang Mai, Phuket, Pattaya und Hua Hin. Sie unterrichten nach britischem oder amerikanischem Lehrplan oder nach dem Programm des International Baccalaureate, und sie führen zu Abschlüssen, mit denen ein Studium in Europa möglich ist.
Das Schuljahr läuft dort von August bis Juni. Die Unterrichtssprache ist Englisch, Thailändisch ist Pflichtfach.
Was sie kosten
Die Spanne ist groß. Die bekannten Schulen in Bangkok verlangen im Jahr so viel wie ein gutes Jahresgehalt in Europa, kleinere Schulen in den Provinzen einen Bruchteil davon. Zum Schulgeld kommen eine einmalige Aufnahmegebühr, oft eine Kaution, Schulbus, Uniform, Mittagessen und Prüfungsgebühren.
Rechne mit dem Gesamtbetrag über alle Schuljahre und für alle Kinder, bevor du unterschreibst. Die Gebühren steigen fast jedes Jahr. Frag nach Geschwisterrabatt und danach, was geschieht, wenn ihr vor dem Ende des Schuljahres wegzieht.
Deutschsprachige Schulen
Zwei Schulen unterrichten auf Deutsch:
- Die RIS Swiss Section – Deutschsprachige Schule Bangkok im Osten der Hauptstadt. Sie führt vom Kindergarten bis zum Abschluss, mit dem ein Studium in Deutschland, Österreich und der Schweiz möglich ist.
- Die Christliche Deutsche Schule Chiang Mai im Norden, eine anerkannte deutsche Auslandsschule.
Beide haben wenige Plätze und Wartelisten in einzelnen Jahrgängen. Frag früh an und erkundige dich bei der Schule selbst, welche Abschlüsse sie zurzeit vergibt und wie sie in deinem Heimatland anerkannt werden. Wer an einem anderen Ort leben will, hat keine deutschsprachige Schule in Reichweite.
Für Kinder, die später in der Heimat weiterlernen sollen, gibt es Fernschulen, die den deutschen Lehrplan begleitend anbieten. Das kostet Zeit am Nachmittag und verlangt Eltern, die dabeibleiben.
Wie du eine Schule auswählst
- Besuche die Schule während des Unterrichts, nicht am Tag der offenen Tür.
- Frag, wie viele Lehrer im letzten Jahr gegangen sind. Ein hoher Wechsel ist das deutlichste Warnzeichen.
- Lass dir zeigen, welche Stelle die Schule geprüft und anerkannt hat.
- Sprich mit Eltern, die schon länger dort sind, am besten ohne Begleitung der Schule.
- Miss den Schulweg zur Stoßzeit. In Bangkok können fünf Kilometer eine Stunde dauern.
Die Bezeichnung „international“ ist nicht geschützt. Manche Schulen tragen den Namen und unterrichten überwiegend thailändische Kinder mit wenigen muttersprachlichen Lehrern. Das muss nicht schlecht sein, es ist nur etwas anderes, als das Schild verspricht.
Visum für Kind und Eltern
Ein Kind, das eine anerkannte Schule besucht, bekommt ein Non-Immigrant-Visum für die Ausbildung. Die Schule stellt die Papiere dafür aus. Ein Elternteil kann als Begleitperson ein eigenes Non-Immigrant-Visum bekommen, wofür ein Guthaben auf einem thailändischen Konto nachzuweisen ist. Der zweite Elternteil braucht einen eigenen Aufenthaltsgrund.
Beide Visa werden jedes Jahr verlängert und hängen am Schulbesuch. Wechselt das Kind die Schule oder verlässt sie, ändert sich die Grundlage eures Aufenthalts. Klär die Einzelheiten mit der Schule, die meisten haben dafür eine eigene Mitarbeiterin.
Kindergarten und die Jüngsten
Für Kinder unter sechs Jahren gibt es in jedem Ort mit Ausländern private Kindergärten, viele zweisprachig mit Thailändisch und Englisch. Sie kosten deutlich weniger als die Schulen, und kleine Kinder lernen dort in wenigen Monaten beide Sprachen. Die großen internationalen Schulen haben eigene Vorschulklassen, über die der spätere Schulplatz leichter zu bekommen ist.
Schau dir die Räume an, frag nach der Zahl der Kinder je Betreuerin und danach, wie Mittagsschlaf, Essen und Hitze geregelt sind.
Was in der Heimat endet
Mit der Abmeldung endet die Schulpflicht im Heimatland. Das deutsche Kindergeld wird bei einem Wohnsitz in Thailand in der Regel nicht weitergezahlt. Frag bei der Familienkasse nach, bevor du damit rechnest. Für Österreich und die Schweiz gelten eigene Regeln.
Heb alle Zeugnisse auf und lass sie von der Schule in Thailand beglaubigen. Bei einer Rückkehr entscheidet die Schulbehörde in der Heimat, in welche Klasse dein Kind kommt.
Studieren
Die großen Universitäten in Bangkok und Chiang Mai bieten Studiengänge auf Englisch an, zu Gebühren, die weit unter denen in Großbritannien oder den USA liegen. Für junge Leute, die in Thailand aufgewachsen sind, ist das ein Weg. Die meisten Auswandererkinder gehen zum Studium zurück nach Europa.
Thailändisch lernen
Thailändisch hat fünf Töne und eine eigene Schrift. Das schreckt viele ab. Zum Sprechen im Alltag reichen aber einige Monate Unterricht, und die Wirkung ist groß: Der Preis auf dem Markt, der Ton beim Amt und der Kontakt zu den Nachbarn ändern sich, sobald du es versuchst.
Sprachschulen gibt es in jedem Ort mit Ausländern. Für längere Kurse an anerkannten Schulen gibt es ein eigenes Visum. Die Behörden prüfen inzwischen genau, ob jemand wirklich am Unterricht teilnimmt. Als Ersatz für ein Ruhestandsvisum taugt dieser Weg nicht.
Deutsch als Fremdsprache und deutsche Kultur bietet das Goethe-Institut in Bangkok. Dort gibt es auch eine Bibliothek und Veranstaltungen, bei denen du andere Deutschsprachige triffst.