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Auto & Verkehr

Auto und Verkehr in Thailand: Linksverkehr, thailändischer Führerschein und das Risiko auf zwei Rädern

In Thailand fährt man links, und der Verkehr gehört zu den gefährlichsten der Welt. Wie du zum thailändischen Führerschein kommst, was beim Autokauf gilt und warum der Motorroller die größte Gefahr ist.

8 Min. Lesezeit · 🇹🇭 Thailand

Auto und Verkehr in Thailand: Linksverkehr, thailändischer Führerschein und das Risiko auf zwei Rädern

Thailand fährt links, das Lenkrad sitzt rechts. Daran gewöhnst du dich schneller als an alles andere im Straßenverkehr. Die Zahl der Verkehrstoten gehört, gemessen an der Bevölkerung, zu den höchsten der Welt, und die meisten Opfer saßen auf einem Motorroller. Das ist die wichtigste Tatsache, bevor es um Führerschein und Autokauf geht.

Mit welchem Führerschein du fahren darfst

Als Besucher fährst du mit dem Führerschein aus der Heimat zusammen mit dem internationalen Führerschein. Den internationalen bekommst du vor der Abreise bei der Führerscheinstelle deines Wohnorts. Ohne ihn zahlt bei einem Unfall oft keine Versicherung.

Wichtig ist die Klasse. Ein Führerschein für Autos gilt nicht für Motorräder, auch nicht für kleine Roller. Wer ohne Motorradklasse einen Roller mietet, fährt ohne Fahrerlaubnis, auch wenn der Vermieter nicht danach fragt.

Wer in Thailand lebt, braucht den thailändischen Führerschein. Der internationale ist für Besucher gedacht, nicht für Einwohner.

Der Weg zum thailändischen Führerschein

Zuständig ist das Büro der Verkehrsbehörde (Department of Land Transport) deiner Provinz. Du brauchst in der Regel:

  • Reisepass mit einem Non-Immigrant-Visum
  • eine Wohnsitzbescheinigung von der Einwanderungsbehörde oder deiner Botschaft
  • ein ärztliches Attest, das jede Klinik für wenig Geld ausstellt
  • deinen Führerschein aus der Heimat mit dem internationalen Führerschein oder einer beglaubigten Übersetzung

Mit einem gültigen Führerschein aus der Heimat entfallen in der Regel die theoretische und die praktische Prüfung. Es bleiben einfache Tests für Farbsehen, Reaktion und räumliches Sehen und ein Lehrfilm. Die Büros handhaben das unterschiedlich, frag vorher nach, was dein Büro verlangt und ob du einen Termin brauchst.

Der erste Führerschein gilt zwei Jahre, danach wird er auf fünf Jahre verlängert. Auto und Motorrad sind zwei getrennte Führerscheine. Wer in der Heimat keine Motorradklasse hat, legt in Thailand die volle Prüfung dafür ab.

Ein Auto kaufen

Ein Fahrzeug kann auf deinen Namen zugelassen werden. Dafür brauchst du den Reisepass mit Non-Immigrant-Visum und die Wohnsitzbescheinigung. Das Fahrzeug hat ein Zulassungsbuch, bei Autos blau, bei Motorrädern grün. Darin stehen die Halter, und beim Kauf wird es im Büro der Verkehrsbehörde auf dich umgeschrieben.

Prüfe beim Gebrauchtwagen, dass der Verkäufer im Buch steht, dass kein Kredit auf dem Fahrzeug liegt und dass Fahrgestell- und Motornummer zum Buch passen. Autos halten ihren Wert in Thailand gut, gebrauchte sind deshalb teurer, als du aus Europa erwartest. Am günstigsten sind Modelle, die im Land gebaut werden, vor allem Pick-ups und Kleinwagen japanischer Marken. Eingeführte europäische Autos kosten wegen der Abgaben ein Vielfaches.

Dein eigenes Auto aus Europa mitzubringen lohnt sich nicht. Die Einfuhrabgaben übersteigen meist den Wert des Fahrzeugs, und das Lenkrad sitzt auf der falschen Seite.

Was jedes Jahr anfällt

Einmal im Jahr zahlst du die Fahrzeugsteuer und erneuerst die Pflichtversicherung. Dafür bekommst du die Steuerplakette für die Scheibe. Ältere Fahrzeuge müssen vorher zur technischen Prüfung in eine zugelassene Werkstatt. Die Pflichtversicherung deckt nur Personenschäden mit niedrigen Summen. Eine freiwillige Versicherung dazu ist für jedes Auto sinnvoll.

Der Motorroller

Fast jeder fährt Roller, und fast jeder Auswanderer steigt irgendwann auf einen. Die Zahlen sprechen dagegen: Die große Mehrheit der Verkehrstoten in Thailand sind Fahrer von Zweirädern.

Wenn du fährst, dann mit dem richtigen Führerschein, mit einem Helm, der mehr ist als eine Plastikschale, und nicht bei Nacht und Regen. Helmpflicht besteht für Fahrer und Beifahrer. Deine Krankenversicherung prüft nach einem Unfall, ob du die Fahrerlaubnis hattest und ob Alkohol im Spiel war.

Die Regeln und die Wirklichkeit

Die Promillegrenze liegt bei 0,5. Gurtpflicht gilt auf allen Sitzen, das Telefon am Ohr ist verboten. Kontrollen gibt es regelmäßig, vor allem auf Führerschein, Helm und Steuerplakette.

Im Alltag gilt oft das Recht des Größeren. Rechne damit, dass jemand auf deiner Spur entgegenkommt, dass Roller auf beiden Seiten überholen und dass an Kreuzungen niemand wartet. Die gefährlichsten Tage im Jahr sind die Feiertage um Neujahr und um das Songkran-Fest Mitte April, wenn das halbe Land unterwegs ist und viel getrunken wird. Wer kann, lässt das Auto in diesen Tagen stehen.

Nach einem Unfall rufst du die Notrufnummer deiner Versicherung an. Sie schickt einen Mitarbeiter an die Unfallstelle.

Bußgelder und Kontrollen

Bußgelder werden an der Kontrollstelle oder auf der Wache bezahlt, du bekommst dafür eine Quittung. Kameras erfassen Rotlicht- und Tempoverstöße, der Bescheid geht an die Adresse im Zulassungsbuch. Offene Bußgelder fallen spätestens bei der jährlichen Steuer auf. Trag Führerschein und eine Kopie des Reisepasses mit der Visumseite bei dir, das Original des Passes musst du nicht aus der Hand geben.

Auf den Stadtautobahnen in und um Bangkok und auf einigen Fernstraßen wird Maut erhoben. Wer oft fährt, nimmt das elektronische Mautgerät für die Scheibe, mit dem du ohne Halt durch die Station kommst.

Ohne eigenes Fahrzeug

In Bangkok brauchst du kein Auto. Hochbahn und U-Bahn sind schnell und günstig, dazu kommen Taxis, Boote und Fahrdienste über die Apps Grab und Bolt. In Chiang Mai, Pattaya und Phuket fahren Sammeltaxis auf festen Strecken, und die Apps funktionieren ebenfalls.

Zwischen den Städten verkehren Fernbusse und Züge, und Inlandsflüge kosten oft kaum mehr als die Busfahrt. Wer auf dem Land oder im Isan lebt, kommt ohne eigenes Fahrzeug dagegen kaum zurecht.

Tanken und Laden

Benzin wird mit beigemischtem Alkohol verkauft, an der Zapfsäule als Gasohol 91, 95 oder E20 bezeichnet. Was dein Fahrzeug verträgt, steht im Tankdeckel. Tankstellen gibt es überall, bezahlt wird am Wagen beim Tankwart.

Elektroautos sind in den letzten Jahren stark gekommen, vor allem von chinesischen Marken, die im Land gebaut werden. Ladesäulen stehen an den Fernstraßen und in den Einkaufszentren der Städte. Auf dem Land ist das Netz noch dünn.

Der Rat zum Schluss

Miete in den ersten Monaten, statt zu kaufen. So findest du heraus, ob du an deinem Wohnort überhaupt ein Auto brauchst, und du lernst den Verkehr kennen, bevor du dich mit einem eigenen Fahrzeug hineinbegibst.

Stand: 9.10.2026

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