Arbeit und Beruf
Arbeiten in Thailand: ohne Arbeitserlaubnis geht nichts, und viele Berufe sind Thailändern vorbehalten
Wer in Thailand arbeitet, braucht Visum und Arbeitserlaubnis, auch für unbezahlte Hilfe. Welche Berufe Ausländern verschlossen sind, was für Arbeit am Laptop gilt und warum eine eigene Firma schwierig ist.
In Thailand zu leben ist einfacher als dort zu arbeiten. Das Land schützt seinen Arbeitsmarkt streng: Ausländer brauchen für jede Tätigkeit eine Erlaubnis, viele Berufe sind ihnen ganz verschlossen, und eine eigene Firma gehört in den meisten Branchen mehrheitlich Thailändern. Wer das vorher weiß, plant anders.
Was als Arbeit gilt
Das Gesetz fasst den Begriff weit. Arbeit ist jede Tätigkeit, bei der du Kraft oder Wissen einsetzt, ob bezahlt oder nicht. Dazu zählt das Aushelfen im Restaurant der Partnerin, das Unterrichten im Dorf und auch die ehrenamtliche Mitarbeit in einem Verein.
Wer ohne Erlaubnis arbeitet, riskiert eine Geldstrafe, die Ausweisung und eine Einreisesperre. Mit einem Visum für den Ruhestand ist jede Arbeit ausgeschlossen. Daran ändert auch ein thailändischer Ehepartner nichts, mit dem Visum über die Ehe kannst du aber eine Arbeitserlaubnis beantragen.
Der übliche Weg: Visum und Arbeitserlaubnis
Für eine Anstellung brauchst du zwei Dinge: ein Non-Immigrant-Visum der Klasse B und die Arbeitserlaubnis. Beides beantragt im Wesentlichen dein Arbeitgeber. Die Erlaubnis gilt nur für diesen Arbeitgeber, diese Tätigkeit und diesen Ort. Wechselst du die Stelle, beginnt das Verfahren neu.
Der Arbeitgeber muss Voraussetzungen erfüllen. In der Regel verlangt die Behörde ein Mindestkapital und mehrere thailändische Beschäftigte je ausländischem Mitarbeiter. Für die Verlängerung des Visums gilt außerdem ein Mindestgehalt, das sich nach deiner Staatsangehörigkeit richtet und für Westeuropäer deutlich über dem liegt, was Thailänder in derselben Stelle verdienen.
Kleine Betriebe können diese Bedingungen oft nicht erfüllen. Ein Jobangebot von einer Bar oder einem Gästehaus ist deshalb mit Vorsicht zu sehen. Frag, bevor du zusagst, wer die Arbeitserlaubnis beantragt, und fang nicht an, bevor du sie in der Hand hast.
Berufe, die Ausländern verschlossen sind
Eine Liste des Arbeitsministeriums nennt Tätigkeiten, die Thailändern vorbehalten sind. Darauf stehen unter anderem:
- Friseur und Kosmetik
- Fremdenführer
- traditionelle Thai-Massage
- Fahrer von Fahrzeugen im Inland
- Verkauf an Ständen und im Laden
- viele handwerkliche Berufe, vom Schreiner bis zum Goldschmied
- einfache Arbeiten in Landwirtschaft und Bau
Für einige dieser Berufe gibt es Ausnahmen für Bürger der Nachbarländer, nicht für Europäer. Lies die aktuelle Liste nach, bevor du einen Plan auf einen dieser Berufe baust.
Wo Ausländer Arbeit finden
- Bei internationalen und deutschen Unternehmen, meist in Bangkok und in den Industriegebieten an der Ostküste. Gesucht werden Fachleute und Führungskräfte, oft entsandt aus der Heimat.
- An internationalen Schulen und Sprachschulen. Verlangt werden in der Regel ein Hochschulabschluss und eine Lehrbefähigung, für Englischunterricht ein anerkanntes Zertifikat.
- In Hotels und im Tourismus in leitenden Stellen und als Fachkraft, etwa als Koch oder Tauchlehrer.
- In Unternehmen, die von der Investitionsbehörde BOI gefördert werden. Für sie gelten erleichterte Regeln für ausländische Fachkräfte.
Die Gehälter vor Ort liegen außerhalb der entsandten Stellen weit unter dem europäischen Niveau. Zum Leben in Thailand reichen sie, zum Sparen für eine Rückkehr nach Europa selten.
Arbeiten am Laptop
Lange war ungeklärt, ob jemand, der von Thailand aus für Kunden im Ausland arbeitet, eine Arbeitserlaubnis braucht. Seit 2024 gibt es dafür das Visum DTV. Es richtet sich an Menschen, die für Arbeitgeber oder Auftraggeber außerhalb Thailands tätig sind, gilt fünf Jahre und erlaubt Aufenthalte von jeweils bis zu 180 Tagen. Verlangt wird ein Nachweis über eigenes Vermögen.
Für thailändische Kunden darfst du damit nicht arbeiten. Dafür bleibt es bei Visum B und Arbeitserlaubnis.
Für gut verdienende Angestellte ausländischer Unternehmen und für gesuchte Fachkräfte gibt es außerdem das Langzeitvisum LTR mit zehn Jahren Laufzeit und einer eigenen, vereinfachten Arbeitserlaubnis. Die Hürden beim Einkommen sind hoch.
Denk an die Steuer: Wer mehr als 180 Tage im Jahr in Thailand ist, wird dort steuerpflichtig, auch mit Einkommen aus dem Ausland, das er ins Land holt.
Eine eigene Firma
Das Gesetz über ausländische Unternehmen behält die meisten Dienstleistungen, den Handel und die Gastronomie Firmen vor, die mehrheitlich Thailändern gehören. Als Ausländer hältst du in solchen Firmen höchstens 49 Prozent.
Thailänder nur zum Schein als Mehrheitseigner einzusetzen ist verboten. Die Behörden prüfen solche Firmen seit einigen Jahren verstärkt, vor allem in den Touristenorten. Es drohen Geldstrafe, Haft und die Auflösung der Firma.
Wege, die es gibt:
- eine echte Partnerschaft mit thailändischen Miteigentümern, die Geld und Arbeit einbringen
- eine Förderung durch die Investitionsbehörde BOI, die in bestimmten Branchen volles ausländisches Eigentum erlaubt
- eine Lizenz nach dem Gesetz über ausländische Unternehmen, die selten erteilt wird
Auch als Eigentümer brauchst du für die Mitarbeit in deiner Firma eine Arbeitserlaubnis, und die Firma muss dafür Kapital und thailändische Beschäftigte nachweisen. Die Bar am Strand, die viele im Kopf haben, ist rechtlich eines der schwierigsten Vorhaben.
Hol dir vor jeder Gründung Rat bei einem Anwalt und bei der Deutsch-Thailändischen Handelskammer in Bangkok.
Sozialversicherung und Steuern
Angestellte sind in der thailändischen Sozialversicherung pflichtversichert. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen je einen kleinen Anteil vom Lohn bis zu einer niedrigen Obergrenze. Dafür gibt es Behandlung in einem zugewiesenen Krankenhaus und eine bescheidene Rente. Die meisten ausländischen Angestellten haben zusätzlich eine private Krankenversicherung über den Arbeitgeber.
Die Lohnsteuer behält der Arbeitgeber ein. Mit Deutschland, Österreich und der Schweiz gibt es kein Abkommen über die Sozialversicherung. Beitragszeiten in Thailand zählen für deine Rente in der Heimat also nicht mit.
Der ehrliche Blick
Nach Thailand geht man in der Regel mit einem Einkommen, nicht auf der Suche nach einem. Wer eine Rente, Ersparnisse oder Kunden im Ausland hat, lebt dort gut. Wer hofft, sich vor Ort etwas aufzubauen, trifft auf Regeln, die genau das erschweren sollen. Plane deshalb mit dem Geld, das du mitbringst, und sieh alles, was du in Thailand verdienst, als Zugabe.