Ankommen & Alltag
Ankommen in Thailand: die ersten Wochen, die Regeln des Umgangs und was dich einsam machen kann
Die ersten Wochen bestehen aus SIM-Karte, Konto und Meldungen. Danach beginnt der Alltag, und der hat eigene Regeln: Respekt vor dem Königshaus, Ruhe im Streit, und Gesetze, die Urlauber oft übersehen.
Die ersten Tage in Thailand fühlen sich an wie ein langer Urlaub. Der Alltag beginnt einige Wochen später, wenn die Papiere erledigt sind und niemand mehr fragt, wie es dir gefällt. Dann zeigt sich, ob du nur das Wetter gewechselt hast oder wirklich angekommen bist.
Die erste Woche
- Eine SIM-Karte kaufen. Sie wird mit dem Reisepass registriert, und du brauchst die Nummer für Bank, Vermieter und Lieferdienste.
- Vom Vermieter oder Hotel den Beleg über die Meldung TM30 holen. Ohne ihn gibt es keine Verlängerung des Visums.
- Ein Bankkonto eröffnen, mit Reisepass, Visum und Wohnsitzbescheinigung.
- Die Nachrichten-App Line einrichten. Über sie läuft in Thailand fast alles, vom Arzttermin bis zum Handwerker.
- Das nächste Krankenhaus und die nächste Einwanderungsbehörde heraussuchen.
Miete für den Anfang nur für ein oder zwei Monate. Welches Viertel zu dir passt, weißt du erst, wenn du dort gelebt hast.
Bezahlen
Bargeld ist überall üblich. Dazu kommt das Bezahlen per QR-Code über die Banking-App, das vom Markt bis zum Taxi fast jeder annimmt. Sobald du ein thailändisches Konto hast, kannst du es nutzen. Ausländische Karten funktionieren in Einkaufszentren, Hotels und größeren Restaurants. Am Geldautomaten zahlst du mit einer ausländischen Karte bei jeder Abhebung eine feste Gebühr.
Manche Sehenswürdigkeiten und Nationalparks verlangen von Ausländern einen höheren Eintritt als von Einheimischen. Mit dem thailändischen Führerschein oder dem rosa Ausweis zahlst du oft den Preis der Einheimischen.
Der Umgang miteinander
Thailänder legen Wert auf Höflichkeit und auf Ruhe. Wer laut wird, hat verloren, auch wenn er im Recht ist. Ein Lächeln und Geduld bringen dich auf dem Amt weiter als jede Beschwerde.
Einige Regeln, die du vom ersten Tag an beachtest:
- Der Kopf gilt als der höchste, die Füße als der niedrigste Teil des Körpers. Fass niemandem an den Kopf und zeig mit den Füßen nicht auf Menschen oder Buddha-Bilder.
- Vor dem Betreten einer Wohnung und vieler Geschäfte ziehst du die Schuhe aus.
- In Tempeln und Ämtern trägst du bedeckte Schultern und Knie.
- Mönche werden von Frauen nicht berührt.
- Kritik äußerst du unter vier Augen und leise, nie vor anderen.
Was strafbar ist und Urlauber oft nicht wissen
- Beleidigung des Königshauses wird mit bis zu 15 Jahren Haft je Tat bestraft. Das Gesetz wird weit ausgelegt und gilt auch für das Teilen kritischer Beiträge im Netz. Äußere dich dazu nicht, auch nicht im Scherz.
- E-Zigaretten sind verboten, auch der Besitz. Es drohen hohe Geldstrafen und Haft.
- Cannabis wird seit Juni 2025 nur noch für medizinische Zwecke und auf Rezept verkauft. Der Konsum in der Öffentlichkeit ist verboten.
- Auf andere Drogen stehen sehr harte Strafen, schon bei kleinen Mengen.
- An wichtigen buddhistischen Feiertagen und oft an Wahltagen darf kein Alkohol verkauft werden.
- Für Drohnen gilt eine Pflicht zur Registrierung.
Arbeiten ist nicht erlaubt
Mit einem Visum für den Ruhestand darfst du in Thailand nicht arbeiten, auch nicht unbezahlt und auch nicht nebenbei für Bekannte. Wer ohne Arbeitserlaubnis arbeitet, riskiert Geldstrafe, Ausweisung und eine Einreisesperre. Das gilt schon für das Aushelfen in der Bar eines Freundes.
Essen und Einkaufen
Essen an Straßenständen und in einfachen Lokalen ist günstig und meist frisch, weil alles schnell verkauft wird. Viele Auswanderer kochen selten selbst. Europäische Lebensmittel wie Käse, Wurst, Brot und Wein gibt es in den Supermärkten der Städte, sie kosten aber deutlich mehr als zu Hause.
Lieferdienste bringen Essen und Einkäufe über Apps bis an die Tür. Auf den Märkten wird nicht um jeden Preis gehandelt. Bei Lebensmitteln gilt der genannte Preis, bei Kleidung und Andenken ist ein freundliches Nachfragen üblich.
Deutschsprachige vor Ort
In Bangkok, Pattaya, Chiang Mai, Hua Hin und auf Phuket gibt es deutschsprachige Stammtische, Vereine, Kirchengemeinden und Hilfsvereine. Dazu kommen deutschsprachige Zeitungen und Gruppen im Netz, in denen Wohnungen, Ärzte und Handwerker empfohlen werden.
Diese Kreise sind am Anfang eine große Hilfe. Wer nur dort verkehrt, lernt das Land aber nie kennen. Such dir daneben etwas, das dich mit Thailändern zusammenbringt: einen Sprachkurs, einen Sportverein oder den Markt, auf dem du jeden Morgen dieselben Leute triffst.
Was viele unterschätzen
Einsamkeit ist das Thema, über das Auswanderer in Thailand am wenigsten reden. Wer allein kommt, die Sprache nicht spricht und nicht arbeiten darf, hat viele freie Stunden. Alkohol ist billig und überall zu haben. Aus dem Feierabendbier wird bei manchen ein Tagesablauf.
Bau dir einen Rhythmus, bevor er dir fehlt: feste Tage für Sport, für den Sprachkurs, für Ausflüge, für Anrufe in die Heimat. Wer eine Aufgabe hat, bleibt gesund.
Beziehungen
Viele Auswanderer leben mit einem thailändischen Partner. Dazu gehört in Thailand die Familie des Partners, oft mit der Erwartung, dass du sie unterstützt. Sprich offen über Geld, bevor ihr zusammenzieht. Kauf kein Land und kein Haus auf den Namen eines anderen, solange du die Folgen nicht mit einem eigenen Anwalt besprochen hast.
Dein Kalender
Schreib drei Termine auf, die sich jedes Jahr wiederholen: die Verlängerung des Visums, die 90-Tage-Meldung und vor jeder Ausreise die Wiedereinreise-Erlaubnis. Wer diese drei im Griff hat, lebt in Thailand ruhig. Wer einen vergisst, steht vor einem Problem, das sich mit Freundlichkeit allein nicht lösen lässt.