Vorbereitung in Deutschland
Vorbereitung in Deutschland für die Slowakei
Ein Punkt gehört vor alle anderen: die Krankenversicherung. Wer weder hier arbeitet noch eine EU-Rente bezieht, kommt nicht ins öffentliche System. Dazu Urkunden, Bank, Rentenkonto, Transport — und die Bestätigung des Eigentümers für die Anmeldung.
Der Umzug in die Slowakei ist einer der kürzesten Wege in dieser Reihe: EU, Schengen, Euro, und von Süddeutschland aus an einem Tag zu fahren. Genau deshalb wird die Vorbereitung leicht unterschätzt — und ein Punkt gehört unbedingt vorher geklärt, weil er über die Machbarkeit entscheidet.
Zuerst: die Krankenversicherung klären
Das ist der slowakische Sonderfall, und er steht deshalb an erster Stelle. Wer in der Slowakei arbeitet oder eine Rente aus einem EU-Staat bezieht, kommt ins öffentliche System. Wer weder das eine noch das andere hat und von Erspartem oder Mieteinnahmen leben will, kann sich nicht ohne Weiteres einkaufen — ein allgemeines Recht auf freiwilligen Beitritt gibt es nicht. Dann bleibt nur eine private Krankenversicherung für Ausländer, die teurer ist und Vorerkrankungen ausschließt.
Kläre das schriftlich mit deiner Kasse und mit einer slowakischen Krankenkasse, bevor du irgendetwas anderes entscheidest.
Vier bis sechs Monate vorher: Urkunden und Abschlüsse
Besorge Geburtsurkunde, gegebenenfalls Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil und den Nachweis jeder Namensänderung. Bestell beim Standesamt gleich die mehrsprachige internationale Fassung — sie kostet dasselbe und erspart innerhalb der EU die Übersetzung. Von allem zwei Ausfertigungen.
Zeugnisse deiner Kinder brauchst du in beglaubigter Übersetzung. Reglementierte Berufe — Pflege, Heilberufe, Lehramt, Handwerk mit Meisterpflicht — verlangen ein Anerkennungsverfahren über Monate; setz es zuerst an.
Drei Monate vorher: Bank, Depot, Rente
Frag deine Bank schriftlich, was bei einer slowakischen Anschrift gilt, und dasselbe für ein Depot — bevor du die Adresse änderst.
Lass das Rentenkonto klären, solange du hier bist, und beantrage eine aktuelle Renteninformation; sie wird als Einkommensnachweis verlangt.
Zieh die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate und schreib jede wiederkehrende Buchung auf. Entscheide zu jeder Zeile: kündigen, umstellen, weiterlaufen lassen.
Zwei bis drei Monate vorher: die Wohnung und die Bestätigung
Für die Registrierung bei der Ausländerpolizei brauchst du eine Bestätigung des Eigentümers, dass er dir die Unterkunft überlässt — häufig mit beglaubigter Unterschrift. Viele Vermieter geben sie nicht, weil sie die Mieteinnahme nicht versteuern.
Kläre das vor der Vertragsunterschrift und lass es in den Mietvertrag schreiben. Ohne diese Bestätigung gibt es keine Registrierung, keine Kennnummer und kein Konto. Eine Wohnung ohne diese Zusage ist keine günstige Wohnung, sondern eine Sackgasse.
Miete für den Anfang befristet.
Zwei Monate vorher: der Transport
Rechne zuerst, was Mitnehmen kostet, dann entscheide. Fracht wird nach Volumen berechnet, nicht nach Wert. In die Slowakei fährt eine Spedition auf der Straße in wenigen Tagen; innerhalb der EU gibt es kein Zollverfahren und keine Inventarliste für den Zoll.
Hol mindestens drei Angebote und achte darauf, dass sie dasselbe umfassen: Verpackung, Lieferung bis in die Wohnung, Versicherung. Bei Plattenbauwohnungen ausdrücklich fragen, ob ein Aufzug vorhanden ist und wer trägt, wenn nicht.
Wertsachen gehören ins Handgepäck.
Ein bis zwei Monate vorher: Auto und Führerschein
Papiere zusammensuchen: beide Teile der Zulassungsbescheinigung, das COC-Papier, den Kaufnachweis. Bei Finanzierung oder Leasing die schriftliche Zustimmung des Eigentümers.
Erfrag die Registrierungsgebühr für dein Modell. Einen alten Papierführerschein ohne Ablaufdatum jetzt umtauschen, solange Deutschland zuständig ist.
Die letzten Wochen
Nachsendeauftrag einrichten, so dass er am Auszugstag beginnt. Vollmacht für jemanden, der in Deutschland bleibt und Post öffnen darf. Rundfunkbeitrag zum Auszugstag abmelden, mit der Abmeldebescheinigung als Nachweis.
Abmelden beim Bürgeramt: frühestens eine Woche vor dem Auszug, spätestens zwei Wochen danach. Bescheinigung mehrfach ausstellen lassen.
Und ein Gespräch, das keine Behörde verlangt
Der häufigste Grund für eine gescheiterte Auswanderung ist nicht das Amt, sondern die unterschiedliche Erwartung zweier Menschen. Legt vorher gemeinsam fest, nach welcher Zeit ihr Bilanz zieht und was passiert, wenn einer zurück will.