Steuern und Finanzen
Steuern und Finanzen in Serbien – niedrige Sätze, starker Anreiz für Selbstständige
Niedrige Sätze und eine Pauschalbesteuerung, die Serbien unter Freiberuflern bekannt gemacht hat: Steuer und Beiträge auf eine fiktive Grundlage, unabhängig vom Umsatz. Was sie ausschließt, was verdeckte Anstellung bedeutet — und was die Wegzugsbesteuerung.
Serbien hat niedrige Steuersätze, und für Selbständige mit Kunden im Ausland gehört es zu den attraktivsten Zielen Europas. Der Grund ist eine Pauschalbesteuerung, die es so kaum irgendwo gibt. Aber Serbien ist kein EU-Land, und das ändert die Rechnung an mehreren Stellen — vor allem beim Verhältnis zu Deutschland.
Wann du in Serbien steuerpflichtig wirst
Maßgeblich ist die Ansässigkeit. Ansässig bist du in der Regel, wenn hier dein Wohnsitz oder der Mittelpunkt deiner Lebensinteressen liegt oder du dich mehr als 183 Tage im Jahr hier aufhältst. Damit wirst du mit deinem weltweiten Einkommen steuerpflichtig.
Der häufigste Fehler: die Wohnung in Deutschland behalten. Steht dir dort ein Zimmer jederzeit zur Verfügung, kannst du auch dort unbeschränkt steuerpflichtig bleiben; dann entscheidet das Doppelbesteuerungsabkommen zwischen Deutschland und Serbien, wo dein Lebensmittelpunkt liegt.
Ein Punkt, der für Nicht-EU-Länder besonders zählt: Die deutsche Finanzverwaltung sieht einen Wegzug in ein Nicht-EU-Land genauer an. Wer Anteile an einer Kapitalgesellschaft hält, sollte die Wegzugsbesteuerung vorher prüfen lassen — für Nicht-EU-Fälle gelten schärfere Regeln als innerhalb der Union.
Die Sätze
Die Einkommensteuer auf Arbeitslohn ist niedrig und einheitlich, mit einem steuerfreien Grundbetrag. Dazu kommen erhebliche Sozialbeiträge für Rente und Krankenversicherung, die zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer geteilt werden — sie sind der eigentliche Abgabenposten, nicht die Steuer.
Ab einem hohen Jahreseinkommen kommt eine zusätzliche Jahressteuer hinzu.
Unternehmensgewinne werden mit einem im europäischen Vergleich niedrigen Satz besteuert, Dividenden gesondert.
Die Pauschalbesteuerung für Selbständige
Das ist der Grund, warum Serbien unter IT-Freiberuflern einen Namen hat. Wer ein Einzelunternehmen anmeldet, kann unter bestimmten Voraussetzungen als Pauschalbesteuerter geführt werden: Die Behörde setzt eine fiktive Bemessungsgrundlage nach Tätigkeit, Ort und Erfahrung fest, und darauf werden Steuer und Beiträge berechnet — unabhängig vom tatsächlichen Umsatz, bis zu einer Obergrenze.
Für jemanden, der gut verdient und wenig Betriebsausgaben hat, ist das außerordentlich günstig, und die Buchführung ist minimal.
Zwei Einschränkungen: Bestimmte Tätigkeiten sind ausgeschlossen, und es gibt Regeln gegen die verdeckte Anstellung — wer im Wesentlichen für einen einzigen ausländischen Auftraggeber arbeitet, kann darunterfallen und wird dann anders besteuert. Die Kriterien sind gesetzlich festgelegt und werden geprüft.
Lass deinen Fall vor der Anmeldung von einem serbischen Buchhalter ansehen. Das ist hier kein guter Rat, sondern die Voraussetzung dafür, dass die Rechnung aufgeht.
Was Deutschland weiter besteuert
Auch nach dem Wegzug bleiben Mieteinkünfte aus deutschen Immobilien, Einkünfte aus einem deutschen Gewerbebetrieb und Ruhegehälter aus öffentlichen Kassen in Deutschland steuerpflichtig. Die gesetzliche Rente wird beschränkt steuerpflichtig behandelt.
Welche Einkunftsart wo besteuert wird, regelt das Abkommen. Lass dir die Aufteilung einmal für deinen Fall erklären, bevor du gehst.
Der Abmeldetag teilt dein Steuerjahr
Mit der Aufgabe des deutschen Wohnsitzes endet dort die unbeschränkte Steuerpflicht. Der gewählte Tag bestimmt, welche Einkünfte noch deutsch und welche schon serbisch versteuert werden.
Konten und Meldung
Auch Serbien nimmt am automatischen Austausch von Informationen über Finanzkonten teil. Dein serbisches Konto ist den deutschen Behörden also bekannt. Gib Konten dort an, wo sie hingehören, und lass die Angaben in beiden Ländern übereinstimmen.
Grundsteuer und kommunale Abgaben
Die Grundsteuer wird von der Gemeinde erhoben, jährlich veranlagt und ist niedrig; sie wird in Raten gezahlt. Als Eigentümer musst du die Immobilie selbst anmelden — das geschieht nicht von allein.
Häufige Fehler
Die Pauschalbesteuerung ohne Prüfung der Ausschlussgründe wählen.
Nur für einen Auftraggeber arbeiten und die Regeln zur verdeckten Anstellung übersehen.
Bei Firmenanteilen ohne Beratung in ein Nicht-EU-Land wegziehen.
Die Immobilie nach dem Kauf nicht zur Grundsteuer anmelden.
Die deutsche Wohnung behalten und annehmen, damit sei man raus.
Was du zuerst tust
Vor dem Umzug: Aufteilung der Einkünfte klären lassen, bei Beteiligungen einen Berater einschalten, Stichtag bewusst wählen. Nach dem Umzug: Buchhalter nehmen — vor der Gewerbeanmeldung, nicht danach.