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Strom, Wasser, Gas

Strom, Gas und Wasser in der Schweiz – Versorgung, Preise und Anmeldung

Für Haushalte gibt es keinen Anbieterwechsel — wo du wohnst, bestimmt, wer dich beliefert. Dazu Hoch- und Niedertarif, die Anschlussgebühren beim Hauskauf und die Gebührensäcke, an denen Zuziehende zuverlässig hängenbleiben.

6 Min. Lesezeit · 🇨🇭 Schweiz

Strom, Gas und Wasser in der Schweiz – Versorgung, Preise und Anmeldung

Strom, Gas und Wasser sind in der Schweiz zuverlässig, gut ausgebaut und teuer — und sie funktionieren anders als in Deutschland: Es gibt keinen freien Anbieterwechsel für Haushalte. Wo du wohnst, bestimmt, wer dich beliefert. Das macht die Anmeldung einfach und den Preisvergleich sinnlos.

Kein Wechsel, dafür klare Zuständigkeit

Für Privathaushalte ist der Strommarkt nicht geöffnet. Du beziehst deinen Strom vom Elektrizitätswerk deiner Gemeinde oder Region, und der Tarif wird behördlich genehmigt. Die Preise unterscheiden sich zwischen den Gemeinden erheblich — vergleichen kannst du sie nur, bevor du entscheidest, wo du wohnst, nicht danach.

Wählen darfst du dagegen das Produkt: Die meisten Werke bieten Strom aus Wasserkraft oder anderen erneuerbaren Quellen als Standard oder Aufpreisvariante an.

Die Anmeldung

Sie läuft in der Regel automatisch mit: Wenn du dich bei der Gemeinde anmeldest, wird das Elektrizitätswerk informiert und schreibt dich an. Verlass dich trotzdem nicht darauf — melde dich beim Werk, sobald du den Einzugstermin kennst, und gib den Zählerstand durch.

Beim Einzug alle Zähler ablesen und fotografieren, Strom, Wasser und gegebenenfalls Gas. Beim Auszug dasselbe. Das ist die halbe Stunde, die verhindert, dass du den Verbrauch eines Vorgängers bezahlst.

Wie abgerechnet wird

Üblich sind Rechnungen alle drei oder vier Monate nach tatsächlichem Verbrauch, teils mit Akontozahlungen. Viele Werke unterscheiden Hoch- und Niedertarif — tagsüber teurer, nachts und am Wochenende günstiger. Wer Wäsche und Geschirrspüler in die Niedertarifzeit legt, spart spürbar; die Zeiten stehen auf der Rechnung.

In Mietwohnungen ist der Strom fast immer direkt beim Werk auf deinen Namen. Wasser und oft auch Heizung laufen dagegen über die Nebenkosten des Vermieters.

Gas

Ein Gasnetz gibt es nur in Städten und größeren Agglomerationen; auf dem Land wird mit Öl, Wärmepumpe oder Holz geheizt. Auch beim Gas ist der Versorger regional zugeteilt. Auf dem Preis liegt die CO2-Abgabe, was den fossilen Bezug zusätzlich verteuert.

Wasser

Das Trinkwasser ist von hervorragender Qualität und stammt überwiegend aus Quellen und Grundwasser. Es aus dem Hahn zu trinken ist selbstverständlich — Flaschenwasser zu kaufen ist in der Schweiz eher eine Geschmacksfrage als eine Notwendigkeit.

Bezahlt wird über die Gemeinde, meist zusammen mit Abwasser und Kehricht. In Mietwohnungen läuft das über die Nebenkosten. Für Eigentümer kommen einmalige Anschlussgebühren dazu, die je nach Gemeinde erheblich sein können — beim Hauskauf ein Punkt, nach dem man ausdrücklich fragt.

Kehricht und Kehrichtsackgebühr

Das gehört zwar nicht zu den Versorgern, überrascht Zuziehende aber regelmäßig: In den meisten Gemeinden wird Abfall nur in kostenpflichtigen, gebührenpflichtigen Säcken abgeholt. Ein Sack kostet mehrere Franken, und wer normalen Müll in einen falschen Sack packt, riskiert eine Busse — die Säcke werden im Zweifel geöffnet und nach Hinweisen auf den Verursacher durchsucht.

Entsprechend wird konsequent getrennt: Papier, Karton, Glas, Alu, PET, Grünabfall. Das ist kein Ratschlag, sondern gelebte Praxis, und Nachbarn achten darauf.

Internet und Telefon

Hier gibt es im Gegensatz zur Energie echten Wettbewerb, mit mehreren landesweiten Anbietern und gutem Glasfaserausbau. Vergleichen lohnt sich, und die Kündigungsfristen sind kürzer als in Deutschland üblich.

Was das kostet

Strom ist teurer als in Deutschland, Wasser ebenfalls, dafür ist die Versorgung ausfallsicher. Die Nebenkosten insgesamt sind ein Posten, den man beim Budget nicht unterschätzen sollte — sie liegen deutlich über dem, was du gewohnt bist, und sie sind nicht verhandelbar.

Häufige Fehler

Ohne abgelesene Zählerstände einziehen.

Nach einem günstigeren Stromanbieter suchen, den es für Haushalte nicht gibt.

Hoch- und Niedertarif nicht nutzen.

Abfall im falschen Sack entsorgen.

Beim Hauskauf die Anschlussgebühren für Wasser und Abwasser nicht erfragen.

Was du zuerst erledigst

Zählerstände sichern, dich beim Elektrizitätswerk melden, Gebührensäcke der Gemeinde besorgen, Internetanbieter wählen. Danach läuft die Versorgung in der Schweiz so unauffällig wie kaum irgendwo sonst.

Stand: 17.8.2026

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