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Wohnung mieten auf den Philippinen: Kaution, Vertrag und Besichtigung

Wo du auf den Philippinen eine Wohnung findest, was sie kostet, warum zwei Monatsmieten Kaution und vordatierte Schecks üblich sind, was in den Vertrag gehört und worauf du bei der Besichtigung achtest.

8 Min. Lesezeit · 🇵🇭 Philippinen

Wohnung mieten auf den Philippinen: Kaution, Vertrag und Besichtigung

Die meisten Auswanderer mieten auf den Philippinen zuerst, und das ist klug. Kaufen können Ausländer ohnehin nur eine Eigentumswohnung, und wer ein Jahr zur Miete wohnt, lernt Viertel, Nachbarn und Tücken kennen, bevor er sich festlegt. Die Wohnungssuche ist unkompliziert, weil Inserate und Verträge auf Englisch sind. Worauf es ankommt, sind Kaution, Vertrag und ein genauer Blick bei der Besichtigung.

Wo du suchst

Die meisten Wohnungen findest du über Onlineportale wie Lamudi und Rentpad, über den Marktplatz und Gruppen auf Facebook und über Makler. Gute Makler haben eine Zulassung der Berufsaufsicht PRC; frag nach der Nummer. In kleineren Orten laufen viele Vermietungen über Aushänge und Mundpropaganda; frag im Barangay-Büro, beim Wachmann oder im Laden an der Ecke.

Zahl nie eine Anzahlung für eine Wohnung, die du nicht gesehen hast. Gefälschte Inserate mit Fotos fremder Wohnungen sind eine verbreitete Masche.

Für die ersten Wochen lohnt sich eine möblierte Wohnung auf Zeit. Von dort aus suchst du in Ruhe und siehst dir die Viertel zu verschiedenen Tageszeiten an.

Was es kostet

Die Mieten schwanken stark. In Makati und BGC zahlst du für eine moderne Wohnung mit Pool und Sicherheitsdienst fast europäische Preise. In Cebu, Davao und Iloilo ist es deutlich günstiger, in kleineren Orten wie Dumaguete oder auf dem Land zahlst du einen Bruchteil davon. Viele Wohnungen werden möbliert vermietet, oft mit Klimaanlage und Küchengeräten.

Häuser mit Garten findest du vor allem außerhalb der Städte und in geschlossenen Wohnanlagen, den Subdivisions, die einen eigenen Wachdienst haben.

Die Nebenkosten

Strom, Wasser und Internet zahlst du fast immer selbst, meist direkt an den Versorger, in manchen Häusern über den Vermieter. In einem Condominium fällt zusätzlich ein monatliches Hausgeld an, die Association Dues. Kläre vor der Unterschrift, wer es zahlt; bei Mietwohnungen trägt es oft der Eigentümer, aber nicht immer.

Frag nach den letzten Stromrechnungen. Die Klimaanlage kann die Nebenkosten schnell über die halbe Miete treiben.

Kaution und Sicherheit

Üblich sind eine Monatsmiete im Voraus und zwei Monatsmieten Kaution. Für günstige Wohnungen, die unter das Mietkontrollgesetz fallen, ist genau das die gesetzliche Obergrenze. Die Kaution bekommst du nach dem Auszug zurück, abzüglich Schäden und offener Rechnungen. Das dauert oft Wochen und endet nicht selten im Streit.

Viele Vermieter verlangen für das ganze Jahr vordatierte Schecks, einen für jeden Monat. Dafür brauchst du ein philippinisches Konto mit Scheckbuch. Als Neuankömmling kannst du oft stattdessen mehrere Monate im Voraus zahlen oder überweisen; verhandle darüber.

Der Vertrag

Der Mietvertrag, der Lease Contract, läuft meist ein Jahr und wird danach verlängert. Er ist auf Englisch und wird üblicherweise notariell beglaubigt. Achte darauf, dass drinsteht:

  • Miete, Fälligkeit und Zahlungsweise
  • Höhe der Kaution und wann sie zurückgezahlt wird
  • wer Hausgeld, Reparaturen und die Wartung der Klimaanlagen zahlt
  • ob Haustiere erlaubt sind
  • wie und mit welcher Frist gekündigt werden kann
  • eine Inventarliste mit dem Zustand der Möbel und Geräte

Die Papiere

Der Vermieter will deinen Pass sehen, oft auch die ACR I-Card und einen Nachweis über dein Einkommen, bei Rentnern den Rentenbescheid oder Kontoauszüge. Bei Condominiums registriert dich die Verwaltung als Mieter; ohne diese Registrierung kommst du nicht an der Wache vorbei. Mit dem Mietvertrag kannst du im Barangay eine Wohnsitzbescheinigung beantragen, die du für Bank und Behörden brauchst.

Miete und Erhöhung

Die Miete ist für die Laufzeit des Vertrags fest. Bei der Verlängerung verlangen Vermieter oft mehr. Für günstige Wohnungen bis zu einer bestimmten Monatsmiete begrenzt das Mietkontrollgesetz, Republic Act 9653, die jährliche Erhöhung. Die meisten Wohnungen, die Auswanderer mieten, liegen über dieser Grenze; dort gilt, was ihr vereinbart. Verhandle die Verlängerung frühzeitig und halte das Ergebnis schriftlich fest.

Kündigung

Eine Kündigung vor Ende der Laufzeit kostet nach vielen Verträgen die Kaution. Frag deshalb schon beim Abschluss, ob eine vorzeitige Kündigung mit einer Frist von ein oder zwei Monaten möglich ist. Beim Auszug machst du mit dem Vermieter eine gemeinsame Abnahme und hältst den Zustand mit Fotos fest.

Bei Streit mit dem Vermieter ist das Barangay die erste Stelle. Die meisten Streitigkeiten müssen dort zuerst zur Schlichtung, bevor ein Gericht sie annimmt. Ein Vermieter darf dich nicht eigenmächtig aus der Wohnung werfen; dafür braucht er ein Gerichtsurteil.

Bei der Besichtigung

Sieh dir die Wohnung am Tag und am Abend an, und frag die Nachbarn. Diese Punkte prüfst du vor Ort:

  • Wasserdruck in Dusche und Küche und ob es einen Tank mit Pumpe gibt
  • Alter und Zustand der Klimaanlagen
  • Schimmel in Schränken, an Decken und hinter Möbeln
  • ob die Straße in der Regenzeit überflutet wird
  • Lärm von Karaoke, Hähnen, Hunden und Straßenverkehr
  • ob Glasfaser-Internet an der Adresse verfügbar ist
  • Sicherheitsdienst, Tore und Gitter
  • ob es bei Stromausfall einen Generator gibt

Stand: 30.9.2026

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