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Wo du auf den Philippinen besser nicht hinziehst – und warum

Welche Regionen der Philippinen sich als Wohnort nicht eignen und warum: die Gebiete mit Reisewarnung auf Mindanao und im Sulu-Archipel, die Taifunbahn im Osten, die Zonen um aktive Vulkane und abgelegene Inseln, jeweils mit einer besseren Wahl in der Nähe.

8 Min. Lesezeit · 🇵🇭 Philippinen

Wo du auf den Philippinen besser nicht hinziehst – und warum

Die Philippinen bestehen aus über 7.000 Inseln, und nicht jede davon eignet sich als Wohnort für Auswanderer. Manche Gebiete sind wegen Terrorgruppen und Entführungen gefährlich, andere liegen genau in der Bahn der schwersten Taifune oder am Fuß aktiver Vulkane, wieder andere sind so abgelegen, dass im Notfall kein Krankenhaus erreichbar ist. Dieser Artikel sagt offen, welche Regionen du als Wohnort meiden solltest, warum, und wo du in der Nähe eine bessere Wahl findest.

Warum wir das offen sagen

In Foren und Werbeanzeigen findest du Grundstücke und Häuser zu Preisen, die in sicheren Gegenden nie zu haben wären. Oft steckt genau das dahinter: Der Ort ist billig, weil niemand dort leben will. Wer die Karte kennt, bevor er Geld überweist, spart sich einen teuren Fehler.

Mindanao: wo das Auswärtige Amt warnt

Das Auswärtige Amt spricht für die Philippinen eine Teilreisewarnung aus. Sie gilt für diese Gebiete:

  • die Zamboanga-Halbinsel, Region IX
  • die Provinzen Misamis Occidental und Lanao del Norte in Region X
  • die Autonome Region Bangsamoro in Muslim-Mindanao, kurz BARMM
  • Soccsksargen, Region XII, mit General Santos
  • alle Inseln des Sulu-Archipels und das Seegebiet dazwischen

In diesen Regionen sind islamistische Terrorgruppen und Rebellen aktiv. Es kommt immer wieder zu Bombenanschlägen und Gefechten mit der Armee. Die Gruppe Abu Sayyaf entführt gezielt Ausländer, auch deutsche Geiseln wurden schon getötet. Die Deutsche Botschaft kann dort kaum helfen. Diese Gebiete scheiden als Wohnort aus.

Von Reisen in die übrigen Teile Mindanaos, die nicht nötig sind, rät das Auswärtige Amt ab. Das betrifft etwa Cagayan de Oro und die Provinzen im Osten und Norden der Insel. Ausgenommen sind Davao City und die Inseln Camiguin, Dinagat und Siargao.

Die Alternative auf Mindanao

Wer den Süden liebt, hat mit Davao City eine Großstadt mit guten Krankenhäusern, geordnetem Verkehr und einem vergleichsweise ruhigen Ruf. Siargao ist bei Surfern beliebt, Camiguin eine kleine, ruhige Vulkaninsel. Auf beiden Inseln ist die medizinische Versorgung aber dünn; für ernste Behandlungen fliegst du nach Cebu oder Davao.

Die Taifunbahn im Osten

Die meisten Taifune treffen die Philippinen von Osten, aus dem Pazifik. Am stärksten gefährdet sind Ostvisayas mit den Inseln Samar und Leyte sowie die Bicol-Region im Südosten Luzons mit Catanduanes und Albay. Im November 2013 zerstörte der Taifun Haiyan große Teile von Tacloban auf Leyte; Tausende Menschen starben. Nicht jedes Jahr ist so schlimm, aber Stürme, Überschwemmungen und Erdrutsche kommen dort regelmäßig, und Strom und Straßen fallen oft tagelang aus.

Diese Gebiete sind nicht verboten, und viele Menschen leben dort gut. Für Auswanderer im Rentenalter, die auf Arzt und Stromversorgung angewiesen sind, sind sie aber eine schlechte Wahl. Die Alternative: Cebu, Bohol, Dumaguete und Iloilo liegen weiter westlich und werden seltener getroffen, auch wenn kein Ort auf den Philippinen ganz sicher ist.

Am Fuß der Vulkane

Die Philippinen haben über 50 aktive Vulkane. Um die unruhigsten gelten Gefahrenzonen, die die Erdbeben- und Vulkanwarte PHIVOLCS festlegt. Der Mayon bei Legazpi in der Bicol-Region ist der aktivste, der Kanlaon auf Negros war in den letzten Jahren mehrfach aktiv, der Taal südlich von Manila brach 2020 aus. Wer in der Nähe eines dieser Vulkane wohnen will, prüft vorher die Karte der Gefahrenzonen und hält Abstand. In Tagaytay, das auf einem Höhenzug über dem Taal-See liegt, lebt man gut, aber den Vulkan behält man im Blick.

Tief gelegene Stadtviertel

In Metro Manila werden in jeder Regenzeit ganze Viertel überflutet, besonders in Flussnähe und in tief gelegenen Stadtteilen. Eine Wohnung im Erdgeschoss in so einer Lage kann mehrmals im Jahr unter Wasser stehen. Frag vor der Miete die Nachbarn, wie hoch das Wasser beim letzten Taifun stand, und wähl im Zweifel ein höheres Stockwerk oder eine höher gelegene Straße.

Abgelegene Inseln

Viele Auswanderer träumen vom Haus auf einer kleinen Insel. Der Traum hat einen Haken: Auf vielen dieser Inseln gibt es keinen Arzt, kein Krankenhaus und keinen Geldautomaten. Bei Sturm fahren keine Fähren, manchmal tagelang. Auf dem Süden der Insel Palawan kommt ein hohes Malariarisiko dazu. Für Junge und Gesunde mag das gehen, im Alter wird es gefährlich.

Die bessere Wahl ist ein Ort mit Flughafen und einem guten Krankenhaus in höchstens einer Stunde Entfernung. Wer die Ruhe einer kleinen Insel sucht, wohnt am besten nahe einer Stadt und fährt am Wochenende hinaus.

Was du vor dem Umzug prüfst

  • die aktuellen Reise- und Sicherheitshinweise des Auswärtigen Amts lesen, sie ändern sich
  • die Gefahrenkarten von PHIVOLCS für Vulkane und Erdbeben ansehen
  • die Taifunhäufigkeit der Region beim Wetterdienst PAGASA nachlesen
  • die Entfernung zum nächsten großen Krankenhaus und zum Flughafen prüfen
  • Nachbarn nach Überschwemmungen und Stromausfällen fragen
  • vor jedem Kauf oder langen Mietvertrag mindestens eine Regenzeit vor Ort erleben

Stand: 30.9.2026

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