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Hilfe im Ausland

Notfall auf den Philippinen: Notruf, Botschaft und Betrugsmaschen

Die Notrufnummer der Philippinen, wie dir Botschaft und Krisenvorsorgeliste helfen, was du bei Taifun, Erdbeben und Vulkan tust, welche Betrugsmaschen verbreitet sind und was bei Passverlust, Festnahme und Todesfall gilt.

8 Min. Lesezeit · 🇵🇭 Philippinen

Notfall auf den Philippinen: Notruf, Botschaft und Betrugsmaschen

Die Philippinen sind ein Land mit Taifunen, Erdbeben und Vulkanen, dazu mit einer hohen Kriminalitätsrate in den Städten und Regionen, vor denen das Auswärtige Amt ausdrücklich warnt. Das klingt bedrohlicher, als der Alltag meist ist. Wer die Notrufnummern kennt, sich bei der Botschaft registriert und die typischen Betrugsmaschen durchschaut, kommt in fast jeder Lage zurecht. Dieser Artikel fasst zusammen, was du im Ernstfall wissen musst.

Die Notrufnummern

Die landesweite Notrufnummer für Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst ist die 911. Die Leitstellen sprechen Englisch. Auf dem Land kommt Hilfe oft spät; im medizinischen Notfall fährst du, wenn es geht, selbst oder mit dem Taxi ins nächste größere Krankenhaus. Speichere außerdem die Nummer deines Barangay-Büros und die Notfallnummer deiner Krankenversicherung im Handy.

Die Botschaften

Die Deutsche Botschaft sitzt in Manila. Sie stellt Pässe aus, beglaubigt Unterschriften und hilft in Notfällen, etwa nach einem Unfall, bei einer Festnahme oder im Todesfall. Außerhalb der Öffnungszeiten ist ein Bereitschaftsdienst für echte Notfälle erreichbar. Der Honorarkonsul in Cebu hilft bei Notfällen und einfachen Beglaubigungen, für Visa ist er nicht zuständig.

Österreicher wenden sich an die Österreichische Botschaft in Manila oder die Honorarkonsulate in Cebu und Davao. Schweizer erreichen ihre Botschaft in Manila und außerhalb der Bürozeiten die Helpline des Außendepartements EDA.

Die Botschaften helfen, sie zahlen aber nicht. Kosten für Hilfsmaßnahmen stellt das Auswärtige Amt dir in Rechnung, auch für eine Rückholung.

Die Krisenvorsorgeliste

Trag dich als Deutscher in die Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts ein, die ELEFAND heißt. Im Fall eines schweren Taifuns, eines Erdbebens oder politischer Unruhen kann die Botschaft dich dann erreichen und weiß, wo Deutsche leben. Österreicher registrieren sich beim Außenministerium in Wien, Schweizer über die Reiseplattform des EDA.

Taifun, Erdbeben, Vulkan

Im Jahr ziehen im Schnitt rund 20 Taifune über das Land, vor allem in der Regenzeit von Juni bis Dezember. Der Wetterdienst PAGASA warnt mit Signalstufen. Bei Stufe 3 und höher bleibst du drinnen, weg von Fenstern, und folgst den Anweisungen des Barangay, wenn es zur Evakuierung ruft.

Die Philippinen liegen auf dem pazifischen Feuerring, Erdbeben kommen jederzeit, und es gibt über 50 aktive Vulkane. Die Erdbeben- und Vulkanwarte PHIVOLCS veröffentlicht Warnstufen und Sperrzonen. Wer in Küstennähe wohnt, kennt den Weg auf höheres Gelände für den Fall eines Tsunamis.

Halte einen Notvorrat bereit: Wasser, haltbare Lebensmittel, Medikamente, Taschenlampe, Powerbank, Bargeld und Kopien deiner Dokumente in einer wasserdichten Tasche.

Kriminalität und Betrugsmaschen

Das Auswärtige Amt beschreibt die Kriminalitätsrate als hoch. In den Städten kommen Taschendiebstahl und Raub vor, auch durch Täter auf Motorrädern. Trag Wertsachen unauffällig und nimm nur das Bargeld mit, das du am Tag brauchst.

Bekannte Maschen sind K.-o.-Tropfen in Bars und Vergnügungsvierteln, angebliche Bekannte, die in Not sind, Scheinbeziehungen über das Internet mit anschließender Bitte um Geld, Betrug beim Geldwechsel und Fremde, die dich bitten, ein Gepäckstück mitzunehmen. Lehn solche Bitten immer ab: Wer mit Drogen erwischt wird, muss mit sehr harten Strafen rechnen, bei größeren Mengen bis zu lebenslanger Haft.

Gebiete mit Reisewarnung

Das Auswärtige Amt warnt vor Reisen in Teile Mindanaos und in den Sulu-Archipel, weil dort Terrorgruppen aktiv sind und Ausländer entführt wurden. In diesen Gebieten kann die Botschaft kaum helfen. Welche Regionen das genau sind und warum sie sich nicht als Wohnort eignen, steht in einem eigenen Artikel.

Verlust von Pass und Karten

Wird dein Pass gestohlen, erstattest du Anzeige bei der Polizei und lässt dir eine Bescheinigung geben. Mit ihr, einem Passfoto und einer Kopie des alten Passes beantragst du bei der Botschaft einen Ersatz. Danach musst du beim Bureau of Immigration dein Visum und die ACR I-Card in den neuen Pass übertragen lassen. Karten sperrst du sofort über den Sperrnotruf deiner Bank.

Festnahme

Wirst du festgenommen, verlange, dass die Botschaft benachrichtigt wird. Unterschreib nichts, was du nicht verstehst, und nimm dir einen Anwalt. Die Botschaft kann dir Anwälte nennen, dich aber nicht verteidigen.

Im Todesfall

Stirbt ein Angehöriger auf den Philippinen, stellt ein Arzt den Totenschein aus, und das Standesamt der Gemeinde beurkundet den Tod. Die Botschaft hilft bei der Benachrichtigung und bei der Überführung nach Deutschland, die teuer ist und von einem Bestattungsunternehmen organisiert wird. Die Deutsche Rentenversicherung muss den Tod erfahren, sonst entstehen Überzahlungen, die die Erben zurückzahlen müssen.

Die Reihenfolge

  • die 911 und die Nummern von Botschaft, Versicherung und Barangay speichern
  • in die Krisenvorsorgeliste eintragen
  • Kopien von Pass, Visum und ACR I-Card digital und auf Papier aufbewahren
  • einen Notvorrat für Taifun und Erdbeben anlegen
  • nie Gepäck für Fremde transportieren, Getränke nie unbeaufsichtigt lassen
  • die Gebiete mit Reisewarnung meiden

Deutschsprachige Vertretungen in Philippinen

Deutschland

Botschaft

25/F Tower 2, RCBC Plaza, 6819 Ayala Avenue, 1200 Makati City, Metro Manila

Tel.: +63 2 8702 3000

Web: manila.diplo.de

Zuständig für die ganzen Philippinen. Besuchszeiten Dienstag bis Freitag früh am Morgen, Pass- und Personenstandssachen nur mit Termin; Kontakt über das Formular auf der Webseite. Bei Sturmwarnung Stufe 3 für Metro Manila bleibt die Botschaft geschlossen. Die Notfallnummer gilt außerhalb der Öffnungszeiten bis Mitternacht, am Wochenende und an Feiertagen von 8 bis 24 Uhr.

Deutschland

Honorarkonsulat

Unit 304 B, PDI Building, Gov. M. Cuenco Avenue, Corner J. Panis Street, Kasambagan, 6000 Cebu City

Tel.: +63 908 883 9146

Web: manila.diplo.de

Zuständig für die Provinz Cebu. Geöffnet Dienstag bis Donnerstag vormittags, Termin empfohlen. Hilft in Notfällen, beglaubigt Unterschriften und Kopien, stellt Bescheinigungen etwa für die Führerscheinumschreibung aus und nimmt Anträge auf vorläufige Pässe an. Für Visa nicht zuständig.

Österreich

Botschaft

8th Floor, One Orion Building, 11th Avenue corner 38th Street, Bonifacio Global City, Taguig, Metro Manila

Tel.: +63 2 8817 9191

Web: bmeia.gv.at/oeb-manila

Zuständig für alle Österreicherinnen und Österreicher auf den Philippinen. Honorarkonsulate gibt es in Cebu und Davao; Reisepässe stellt die Botschaft aus.

Schweiz

Botschaft

24/F BDO Equitable Tower, 8751 Paseo de Roxas, 1226 Makati City, Metro Manila

Tel.: +63 2 8845 4545

Web: eda.admin.ch/manila

Zuständig für alle Schweizerinnen und Schweizer auf den Philippinen; Auslandschweizer melden sich hier an. Honorarkonsulate in Cebu und Davao. Die Helpline des EDA ist rund um die Uhr erreichbar.

Schweiz

Honorarkonsulat

Latitude Corporate Center, 16th Floor, Mindanao Avenue, Cebu Business Park, 6000 Cebu City

Tel.: +63 917 637 8933

Web: eda.admin.ch/manila

Anlaufstelle für Schweizerinnen und Schweizer in Cebu. Honorarkonsulate haben keine konsularischen Befugnisse: keine Pässe, keine Visa, keine Beurkundungen. Konsularische Anliegen laufen über die Botschaft in Manila.

Stand: 30.9.2026

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