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Arbeit und Beruf

Arbeiten auf den Philippinen: Arbeitserlaubnis, Firma und Grenzen

Welche Arbeitserlaubnis du auf den Philippinen brauchst, welche Berufe Filipinos vorbehalten sind, wo Ausländer Arbeit finden, was für das Arbeiten aus der Ferne gilt und welche Grenzen bei einer Firmengründung bestehen.

8 Min. Lesezeit · 🇵🇭 Philippinen

Arbeiten auf den Philippinen: Arbeitserlaubnis, Firma und Grenzen

Auf den Philippinen zu arbeiten ist für Ausländer schwieriger, als die vielen englischsprachigen Firmen vermuten lassen. Viele Berufe sind Filipinos vorbehalten, jede Anstellung braucht eine Arbeitserlaubnis, und die Gehälter liegen weit unter deutschem Niveau. Die meisten Auswanderer, die dort arbeiten, bringen ihr Einkommen mit: als Rentner, als Selbständige mit Kunden in Europa oder als Entsandte einer deutschen Firma. Hier steht, welche Wege offen sind und wo die Grenzen liegen.

Die Arbeitserlaubnis

Wer bei einer philippinischen Firma angestellt werden will, braucht zwei Dinge: eine Arbeitserlaubnis des Arbeitsministeriums, das Alien Employment Permit, kurz AEP, und ein Arbeitsvisum des Bureau of Immigration, meist das Visum 9(g). Beides beantragt der Arbeitgeber. Das Arbeitsministerium prüft vorher, ob für die Stelle kein Filipino zur Verfügung steht; die Stelle wird dafür öffentlich ausgeschrieben.

Die Erlaubnis gilt nur für diesen Arbeitgeber und diese Stelle. Wechselst du den Job, beginnt das Verfahren von vorn. Weder das Touristenvisum noch das Rentnervisum SRRV erlauben eine Anstellung.

Berufe, die Filipinos vorbehalten sind

Die Verfassung behält viele freie Berufe den eigenen Staatsbürgern vor, etwa Ärzte, Anwälte, Architekten, Ingenieure, Lehrer an staatlichen Schulen und Buchhalter. Ausländer dürfen sie nur ausüben, wenn ihr Heimatland Filipinos dasselbe erlaubt und die zuständige Berufskammer zustimmt. Ein deutscher Arzt kann also nicht einfach eine Praxis eröffnen.

Wo Ausländer Arbeit finden

Gesucht werden Fachleute, die es im Land kaum gibt: in der Industrie, im Maschinenbau, in der Energiewirtschaft, in der Informationstechnik. Deutsche Unternehmen mit Niederlassungen in Metro Manila, Cebu und den Wirtschaftszonen von Clark und Subic stellen oft Deutsche für Führungsaufgaben ein, meist über eine Entsendung aus Deutschland. Die Deutsch-Philippinische Industrie- und Handelskammer in Manila ist die erste Anlaufstelle für Kontakte.

Viele Firmen der Kundenservice- und Auslagerungsbranche suchen Muttersprachler für den Service in deutscher Sprache. Die Gehälter liegen über dem örtlichen Durchschnitt, aber deutlich unter dem, was man in Deutschland verdient.

Wer von einer deutschen Firma entsandt wird, bleibt dank des Sozialversicherungsabkommens bis zu 48 Monate in der deutschen Rentenversicherung. Die Krankenversicherung regelt das Abkommen nicht; sie muss der Arbeitgeber oder du selbst regeln.

Arbeiten für Kunden in Europa

Viele Auswanderer arbeiten ortsunabhängig weiter, für Kunden oder einen Arbeitgeber in Deutschland. Mit einem Touristenvisum ist das rechtlich eine Grauzone: Das Visum erlaubt keine Arbeit, und die philippinischen Behörden haben das Arbeiten aus der Ferne lange nicht ausdrücklich geregelt.

Seit 2025 gibt es per Erlass ein Visum für digitale Nomaden, das eine Arbeit für Kunden und Arbeitgeber im Ausland erlaubt. Es setzt aber voraus, dass das Heimatland Filipinos ein vergleichbares Visum anbietet. Deutschland kennt ein solches Visum nicht. Ob und wann es für Deutsche, Österreicher und Schweizer offensteht, fragst du beim philippinischen Konsulat nach, bevor du dich darauf verlässt.

Ein eigenes Geschäft gründen

Ausländer dürfen Firmen gründen, aber mit Grenzen. Viele Branchen sind nur teilweise für ausländisches Kapital offen, andere ganz verschlossen, darunter der Besitz von Land. Ein Unternehmen, das vor allem den heimischen Markt bedient und mehrheitlich Ausländern gehört, braucht ein eingezahltes Kapital von grundsätzlich 200.000 US-Dollar. Für kleinere Vorhaben bleibt oft nur eine Beteiligung von höchstens 40 Prozent mit philippinischen Partnern.

Beliebte Wege sind kleine Resorts, Tauchschulen, Restaurants und Beratung. Viele davon scheitern an Partnern, denen die Mehrheit gehört, und an fehlenden Genehmigungen. Lass jede Firmengründung von einem Anwalt aufsetzen, und hüte dich vor Strohmännern: Scheingesellschaften verstoßen gegen das Anti-Dummy-Gesetz.

Gehalt und Arbeitsrecht

Die Mindestlöhne legen regionale Lohnausschüsse fest, in Metro Manila am höchsten, in den Provinzen deutlich niedriger. Für Filipinos ist ein Gehalt, das in Deutschland als niedrig gilt, oft sehr gut. Rechne als Ausländer nicht damit, auf den Philippinen ein europäisches Einkommen zu verdienen, es sei denn, du bist entsandt oder in einer Führungsposition.

Angestellte haben Anspruch auf ein dreizehntes Monatsgehalt, das bis zum 24. Dezember gezahlt wird. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen Beiträge an die Sozialversicherung SSS, die Krankenkasse PhilHealth und die Wohnungsbaukasse Pag-IBIG. Die Einkommensteuer wird vom Gehalt einbehalten.

Ehrenamt

Wer nicht arbeiten muss, findet im Ehrenamt eine Aufgabe: in Schulen, bei Tierschutzvereinen, in Kirchengemeinden oder nach Taifunen in der Katastrophenhilfe. Auch dafür verlangen die Behörden bei längerem Einsatz manchmal eine Genehmigung; frag die Organisation danach.

Die Reihenfolge

  • prüfen, ob dein Beruf Filipinos vorbehalten ist
  • eine Stelle mit Arbeitgeber suchen, der AEP und 9(g) beantragt
  • bei einer Entsendung die deutsche Sozialversicherung sichern lassen
  • bei Arbeit für Kunden im Ausland den aktuellen Stand zum Nomadenvisum beim Konsulat erfragen
  • für eine Firmengründung einen Anwalt beauftragen und die Grenzen für ausländisches Kapital prüfen
  • Einkünfte aus den Philippinen beim BIR versteuern

Stand: 30.9.2026

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