Anmeldung und Wohnsitz
Auswandern auf die Philippinen: Visum, SRRV und ACR I-Card
Wie du als Tourist bis zu drei Jahre auf den Philippinen bleiben kannst, wann du die ACR I-Card und den Jahresbericht brauchst und welcher Weg zum dauerhaften Aufenthalt passt: Rentnervisum SRRV oder Ehegattenvisum 13(a).
Auf die Philippinen reist du als Deutscher, Österreicher oder Schweizer ohne Visum ein und darfst zunächst 30 Tage bleiben. Das Besondere: Diesen Aufenthalt kannst du im Land immer wieder verlängern, bis zu drei Jahre am Stück. Viele Auswanderer leben deshalb das erste Jahr als Touristen, schauen sich Inseln und Städte an und entscheiden erst dann, welcher Weg zum dauerhaften Aufenthalt passt. Wer die Regeln kennt, kommt dabei ohne Strafgebühren und ohne Ärger bei der Ausreise durch.
Die Einreise als Tourist
Vor dem Flug meldest du dich online im eTravel-System der philippinischen Regierung an; den QR-Code zeigst du bei der Einreise vor. Dein Reisepass muss noch mindestens sechs Monate gültig sein, und die Fluggesellschaft verlangt meist ein Rück- oder Weiterflugticket. Ohne dieses Ticket lassen dich manche Airlines in Europa gar nicht erst einsteigen.
Bei der Ankunft bekommst du einen Stempel für 30 Tage. Als Tourist darfst du nicht arbeiten, du darfst aber eine Wohnung mieten, ein Auto kaufen und dich in Ruhe umsehen.
Verlängern beim Bureau of Immigration
Zuständig für alles, was deinen Aufenthalt betrifft, ist das Bureau of Immigration, kurz BI. Es hat Büros in Manila, Cebu, Davao und vielen anderen Städten; manche Schritte gehen auch online über das eServices-Portal. Die Verlängerung läuft in Stufen:
- Die erste Verlängerung um 29 Tage bringt dich auf 59 Tage Aufenthalt
- Danach verlängerst du jeweils um einen, zwei oder sechs Monate
- Insgesamt darfst du bis zu 36 Monate seit deiner letzten Einreise bleiben
Jede Verlängerung kostet eine Gebühr, die mit der Dauer steigt. Stell den Antrag rechtzeitig vor Ablauf. Wer die Frist überzieht, zahlt bei der nächsten Verlängerung oder spätestens am Flughafen eine Strafe, und bei langen Überziehungen droht eine Einreisesperre.
Die ACR I-Card und der Jahresbericht
Bleibst du länger als 59 Tage, brauchst du die ACR I-Card, eine Ausweiskarte für Ausländer mit Foto und Fingerabdrücken. Sie wird bei der zweiten Verlängerung beantragt, die Fingerabdrücke werden im BI-Büro abgenommen. Trag die Karte bei dir, sie ist dein wichtigstes Dokument im Alltag, bei der Bank und bei jedem Amt.
Wer eine ACR I-Card hat, muss sich jedes Jahr zwischen dem 1. Januar und dem letzten Tag im Februar persönlich beim BI melden. Dieser Jahresbericht, der Annual Report, gilt für Touristen mit langer Aufenthaltsdauer genauso wie für Inhaber eines Daueraufenthalts. Wer ihn vergisst, zahlt eine Strafe.
Wer länger als sechs Monate im Land war, braucht vor der Ausreise außerdem eine Ausreisebescheinigung, das Emigration Clearance Certificate. Du beantragst es beim BI einige Tage vor dem Flug. Ohne sie kann dich die Grenzkontrolle am Flughafen zurückschicken.
Der Weg zum dauerhaften Aufenthalt
Für Rentner und alle ab 40 ist das Visum der Philippine Retirement Authority der übliche Weg, das Special Resident Retiree's Visa, kurz SRRV. Es gilt unbefristet, erlaubt beliebig viele Ein- und Ausreisen und befreit vom Jahresbericht beim BI. Dafür legst du einen Geldbetrag bei einer von der Behörde zugelassenen philippinischen Bank an:
- ab 50 Jahren mit Rente: 15.000 US-Dollar
- ab 50 Jahren ohne Rente: 30.000 US-Dollar
- von 40 bis 49 Jahren mit Rente: 25.000 US-Dollar
- von 40 bis 49 Jahren ohne Rente: 50.000 US-Dollar
Dazu kommen eine einmalige Bearbeitungsgebühr von 1.500 US-Dollar und eine Jahresgebühr von 360 US-Dollar. Das Geld bleibt dein Eigentum und kommt zurück, wenn du das Visum aufgibst. Nach der Erteilung darfst du den Betrag in eine erlaubte Anlage umwandeln, etwa in eine Eigentumswohnung. Beantragt wird das SRRV im Land, während du noch als Tourist dort bist; du brauchst dafür ein ärztliches Zeugnis, ein Führungszeugnis und den Nachweis über das eingezahlte Geld.
Wer mit einem Filipino oder einer Filipina verheiratet ist, kann das Ehegattenvisum 13(a) beantragen. Es wird zunächst für ein Jahr auf Probe erteilt und danach unbefristet. Eine Bankeinlage ist dafür nicht nötig, dafür prüft das BI die Ehe genau. Die Heiratsurkunde muss auf den Philippinen registriert sein.
Wer arbeiten will, braucht ein eigenes Arbeitsvisum über den Arbeitgeber. Das Touristenvisum und das SRRV erlauben keine Anstellung.
Wohnsitz im Alltag
Eine Meldepflicht wie in Deutschland gibt es nicht. Deine Adresse steht bei der ACR I-Card und beim Visum. Für Bank, Mietvertrag und Behörden brauchst du trotzdem einen Wohnsitznachweis, meist eine Stromrechnung oder eine Bescheinigung des Barangay, der kleinsten Verwaltungseinheit deines Ortes. Das Barangay-Büro ist auch die erste Anlaufstelle bei Streit mit Nachbarn oder Vermietern.
Urkunden aus Deutschland, Österreich und der Schweiz brauchen eine Apostille, die Philippinen erkennen sie an. Lass Geburts- und Heiratsurkunde vor dem Umzug in Deutschland mit Apostille versehen, das geht dort schneller als aus der Ferne.
In Deutschland abmelden
Beim Wegzug meldest du dich beim Bürgeramt ab. Die Abmeldebescheinigung brauchst du für Krankenkasse, Rentenversicherung und Finanzamt. Behältst du eine Wohnung in Deutschland, bleibst du dort womöglich unbeschränkt steuerpflichtig.
Pässe stellt die Deutsche Botschaft in Manila aus, die Termine sind knapp. Der Honorarkonsul in Cebu hilft bei Notfällen und einfachen Beglaubigungen, für Visa ist er nicht zuständig. Österreicher wenden sich an die Botschaft in Manila oder die Honorarkonsulate in Cebu und Davao, Schweizer an ihre Botschaft in Manila, bei der sie sich als Auslandschweizer anmelden.
Die Reihenfolge, die funktioniert
- Geburts- und Heiratsurkunde in Deutschland mit Apostille versehen lassen
- eTravel vor dem Flug ausfüllen, Weiterflugticket buchen
- vor Ablauf der 30 Tage zum BI und verlängern
- nach 59 Tagen die ACR I-Card beantragen
- Jahresbericht jedes Jahr im Januar oder Februar
- SRRV oder 13(a) beantragen, sobald die Entscheidung steht
- vor jeder Ausreise nach mehr als sechs Monaten das Emigration Clearance Certificate holen
- in Deutschland abmelden und die Bescheinigung aufheben
Wer diese Schritte einhält, lebt legal und ohne Hektik auf den Philippinen. Wer Fristen beim BI verstreichen lässt, zahlt Strafen und riskiert, dass die Ausreise am Flughafen platzt.