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Die Mennonitenkolonien im Chaco

Die Mennonitenkolonien im Chaco

Filadelfia, Loma Plata und Neu-Halbstadt sind die Hauptorte der Kolonien Fernheim, Menno und Neuland im zentralen Chaco. Gegründet wurden sie ab 1927 von Mennoniten, die über Russland und Kanada kamen und eine Halbwüste urbar machten, in der vorher fast niemand lebte.

Was daraus entstanden ist, gehört zu den bemerkenswertesten Geschichten Südamerikas. Die Genossenschaften der Kolonien — allen voran Chortitzer und Fernheim — gehören zu den größten Milch- und Fleischproduzenten Paraguays. Es gibt eigene Krankenhäuser, eigene Schulen bis zum Gymnasium, ein als Universität anerkanntes Lehrerinstitut, Supermärkte mit deutschen Waren und Straßen, die aussehen wie in einem norddeutschen Dorf.

Die Umgangssprache ist vielfach Plattdeutsch, Hochdeutsch die Schul- und Kirchensprache, Spanisch kommt oft erst später dazu.

Für deutschsprachige Zuzügler ist das ein einzigartiges Angebot: Man kommt an und wird verstanden. Zugleich muss man ehrlich sein über das, was dazugehört. Die Kolonien sind religiös geprägt und sozial eng; das Gemeinschaftsleben ist Teil des Alltags, nicht Freizeitangebot. Wer dort leben will, lebt in dieser Gemeinschaft, mit ihren Vorzügen und ihren Erwartungen.

Und der Chaco ist weit weg. Von Asunción sind es rund 450 Kilometer über die Transchaco, von dort beginnt erst die Weite. Wer regelmäßig nach Europa fliegt oder Fachärzte braucht, plant lange Fahrten ein.

Charakter

Drei deutschsprachige Kolonien mitten im Chaco: Landwirtschaft, Genossenschaften, eigene Schulen und Krankenhäuser. Eine funktionierende Welt für sich, 450 Kilometer von Asunción entfernt.

Klima

Trocken und heiß. Im Sommer regelmäßig über 40 Grad, im Winter nachts einstellig bis frostig. Große Tag-Nacht-Unterschiede, wenig Regen, gelegentliche Dürreperioden.

Budget & Lebenshaltung

Günstig bei Land und Lebenshaltung, aber Investitionen in Wasser, Strom und Bauweise sind höher als anderswo. Passend für Menschen mit landwirtschaftlichem Vorhaben.

Deutschsprachige Community

Die geschlossenste und größte deutschsprachige Gemeinschaft Paraguays. Deutsch und Plattdeutsch im Alltag, eigene Institutionen, starke Kirchenbindung.

Sehenswürdigkeiten

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[*]Das Kolonie-Museum in Filadelfia zur Siedlungsgeschichte
[*]Die Genossenschaftsbetriebe und Molkereien in Loma Plata
[*]Der Nationalpark Teniente Enciso im westlichen Chaco
[*]Die Salzseen und Lagunen im Norden
[*]Die Tierwelt des Chaco: Jaguar, Ameisenbär, Chaco-Pekari
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Feste & Traditionen

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[*]Erntedankfeste der Kolonien
[*]Gründungsfeiern von Fernheim, Menno und Neuland
[*]Deutsche Kirchen- und Chorfeste
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Wirtschaft & Chancen

Milch- und Fleischwirtschaft, Genossenschaftsbetriebe, Erdnuss und Sesam, Handel und Handwerk für die Kolonien. Für Zugezogene: Landwirtschaft, Technik, Handwerk.

Tipp

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[*]Fahr einmal im Januar hin, bevor du dich entscheidest — 45 Grad sind hier normal
[*]Die Krankenhäuser der Kolonien sind gut, aber für Spezialfälle geht es nach Asunción
[*]Wer hier baut, dämmt — die Kolonien machen das seit Jahrzehnten anders als der Rest des Landes
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