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Haustiere & Einreise

Haustiere und Einreise nach Paraguay

Hund und Katze dürfen mit — aber die Papiere brauchen einen Vorlauf von Wochen, und eines davon darf bei der Ankunft nicht älter als zehn Tage sein. Welche Nachweise verlangt werden, in welcher Reihenfolge du sie besorgst, was der Flug kostet und wie die Tierversorgung vor Ort aussieht.

9 Min. Lesezeit · 🇵🇾 Paraguay

Haustiere und Einreise nach Paraguay

Ein Hund oder eine Katze macht eine Auswanderung nicht unmöglich, aber sie macht sie planbedürftig. Paraguay verlangt einen überschaubaren Satz an Papieren — der Haken liegt in den Fristen, die sich gegenseitig einschränken. Wer zu früh anfängt, hat abgelaufene Dokumente; wer zu spät anfängt, kommt nicht mit.

Was Paraguay verlangt

Zuständig für die Einfuhr von Tieren ist die Veterinärbehörde SENACSA. Sie gilt im lateinamerikanischen Vergleich als gut organisiert und einheitlich in ihren Anforderungen.

Erstens: ein Mikrochip nach dem Standard ISO 11784 oder 11785. Das ist der übliche europäische Chip. Trägt dein Tier einen abweichenden Chip, musst du ein passendes Lesegerät mitführen.

Zweitens: ein aktueller Impfpass, aus dem Impfungen gegen Tollwut, Staupe, Hepatitis, Parvovirose und Leptospirose hervorgehen. Der EU-Heimtierausweis erfüllt das und ist das Dokument der Wahl. Ein Foto des Tieres darin ist hilfreich.

Drittens, und hier liegt die wichtigste Frist: Die Tollwutimpfung muss mindestens dreißig Tage vor der Einreise erfolgt sein und darf höchstens zwölf Monate zurückliegen. Diese dreißig Tage sind der Grund, warum die Planung mindestens sechs Wochen vor dem Abflug beginnt.

Viertens: ein tierärztliches Gesundheitszeugnis von einem amtlichen Tierarzt, das den guten Gesundheitszustand und die Freiheit von ansteckenden Krankheiten bestätigt. Dieses Zeugnis darf bei der Einreise nicht älter als zehn Tage sein.

Fünftens: Das Gesundheitszeugnis muss von der zuständigen Landesbehörde beziehungsweise dem Regierungspräsidium beglaubigt und anschließend von der paraguayischen Botschaft legalisiert werden. Auch der Impfpass wird in der Regel legalisiert.

Die Zehn-Tage-Klemme

Genau hier stolpern die meisten. Das Gesundheitszeugnis darf bei der Ankunft nicht älter als zehn Tage sein — und in dieselben zehn Tage müssen die amtliche Beglaubigung und die Legalisierung durch die Botschaft passen, jeweils mit Postweg.

Der praktische Ablauf sieht deshalb so aus: Chip und Tollwutimpfung mindestens dreißig Tage vorher erledigen. Etwa zwei Wochen vor dem Flug bei der zuständigen Behörde und bei der paraguayischen Botschaft anrufen und die Bearbeitungszeit erfragen. Dann den Termin beim amtlichen Tierarzt so legen, dass Beglaubigung und Legalisierung gerade noch hineinpassen. Wer die Botschaft persönlich aufsucht oder einen Kurierdienst nutzt, spart die entscheidenden Tage.

Die Gebühren der Botschaft ändern sich; frag sie direkt ab. Für das Gesundheitszeugnis rechne mit zwanzig bis fünfzig Euro, für die Beglaubigung mit zehn bis zwanzig Euro je Dokument, für die Chip-Implantation mit dreißig bis sechzig Euro.

Der Flug

Die meisten Fluggesellschaften erlauben kleine Hunde und Katzen in der Kabine, wenn Tier und Transportbox zusammen acht, höchstens zehn Kilogramm nicht überschreiten. Pro Passagier ist ein Tier in der Kabine zulässig. Größere Hunde und mehrere Tiere reisen im Frachtraum.

Einzelne Rassen, die als besonders gefährlich eingestuft werden — Pitbull, American Staffordshire Terrier, Bullterrier —, werden von manchen Fluggesellschaften nicht befördert. Kläre das mit der Airline, bevor du das Ticket kaufst, nicht danach.

Es gibt keinen Direktflug von Deutschland nach Asunción. Die üblichen Wege führen über São Paulo, Buenos Aires, Madrid oder Panama, mit entsprechend langen Gesamtreisezeiten. Achte darauf, dass das Umsteigeland selbst keine zusätzlichen Anforderungen an Transittiere stellt — Brasilien und Argentinien haben eigene Regeln, wenn das Tier den Transitbereich verlässt.

Eine Alternative, die manche bewusst wählen: das Tier über einen Cargo-Dienst nachkommen zu lassen. Das ist teurer und aufwendiger, gibt dir aber vier bis sechs Wochen, um in Paraguay Wohnung, Papiere und Alltag zu ordnen, bevor der Hund ankommt.

Die Ankunft

Am Flughafen Silvio Pettirossi in Asunción ist ein Veterinär vor Ort. Die Kontrolle ist bei vollständigen Unterlagen meist Formsache. Wichtig ist genau das: vollständig. Fehlt ein Stempel, wird es unangenehm, und niemand kann das vor Ort reparieren.

Nimm Kopien aller Dokumente mit, getrennt vom Original. Auf der Fahrt zur Unterkunft dem Tier Wasser anbieten, aber nicht sofort füttern.

Wie es dem Tier hier geht

Die ehrliche Antwort: den meisten gut, aber die Umstellung ist real.

Die Hitze ist der größte Faktor. Von November bis März sind über 35 Grad normal, im Chaco über 40. Für Hunde mit dichtem Fell, für kurznasige Rassen und für ältere Tiere ist das eine Belastung. Spaziergänge finden früh morgens und abends statt, nie in der Mittagssonne; der Asphalt wird so heiß, dass er Pfoten verbrennt. Schatten und Wasser sind keine Nettigkeit, sondern Voraussetzung.

Zecken und Flöhe sind ganzjährig ein Thema, ebenso die Leishmaniose, die von Sandmücken übertragen wird und in Paraguay verbreitet ist. Sprich mit einem hiesigen Tierarzt gleich in der ersten Woche über den passenden Schutz — die Mittel, die in Europa üblich sind, decken nicht alles ab, was hier auftritt.

Tierärzte, Futter, Alltag

In Asunción ist die Versorgung gut: Tierärzte, Kliniken, Fachgeschäfte, gängige Futtermarken. In den größeren Städten ebenfalls solide, auf dem Land wird es dünner, dort dominiert die Versorgung von Nutztieren.

Die Preise sind niedrig. Eine normale Konsultation, Impfungen, Kastration — all das kostet einen Bruchteil dessen, was in Deutschland üblich ist. Tierkrankenversicherungen sind in Paraguay wenig verbreitet; für den Alltag reicht ein kleiner Notgroschen. Für teure Eingriffe wie Operationen oder Onkologie lohnt eine internationale Police.

Wer sein Tier in Paraguay aufnehmen möchte statt es mitzubringen: Das ist verbreitet und einfach. Es gibt Tierheime wie das Refugio Yokoland, und Straßenhunde und -katzen sind reichlich vorhanden.

Die Rückreise nicht vergessen

Ein Punkt, der bei der Ausreise überrascht: Der Weg zurück in die EU ist aufwendiger als der Weg nach Paraguay. Für die Wiedereinreise in die Europäische Union aus einem nicht gelisteten Drittland ist unter anderem ein Tollwut-Antikörpertest erforderlich, der in einem zugelassenen Labor durchgeführt wird und dessen Blutentnahme mindestens drei Monate vor der Einreise liegen muss.

Wer die Rückkehr auch nur für möglich hält, lässt diesen Test besser rechtzeitig in Paraguay machen und hat den Nachweis in der Schublade. Nachträglich kostet er drei Monate Wartezeit.

Der Zeitplan auf einen Blick

Sechs bis acht Wochen vorher: Chip prüfen, Tollwutimpfung auffrischen, wenn nötig, Airline-Bedingungen klären, Transportbox besorgen und das Tier daran gewöhnen.

Drei bis vier Wochen vorher: Bearbeitungszeiten bei Landesbehörde und paraguayischer Botschaft erfragen, Termin beim amtlichen Tierarzt vereinbaren.

Sieben bis zehn Tage vorher: Gesundheitszeugnis ausstellen lassen, beglaubigen, legalisieren.

Am Flugtag: Originale und Kopien griffbereit, Wasser dabei, ruhig bleiben. Der Rest ist eine lange Reise, die die meisten Tiere besser überstehen, als ihre Menschen befürchten.

Stand: 12.8.2026

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