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Los Santos

Los Santos

Los Santos nimmt den Süden und Osten der Halbinsel Azuero ein und ist die Provinz mit der geringsten Bevölkerungsdichte des besiedelten Panama. Provinzhauptstadt ist Las Tablas, bekannt für seinen Karneval und für die Pollera, das gestickte Nationalkleid, das hier in Handarbeit über Monate entsteht. In der Kleinstadt La Villa de Los Santos wurde am 10. November 1821 der erste Ruf nach Unabhängigkeit von Spanien laut — der Grito de La Villa, bis heute Nationalfeiertag. Die Küste im Süden ist der ruhigste Teil des panamaischen Pazifiks: lange, leere Strände, kleine Fischerorte und mit Pedasí ein Ort, der eine eigene Kachel bekommen hat. Wer Weite, Traditionen und wenig Trubel sucht, findet hier beides — und muss dafür in Kauf nehmen, dass Fachärzte, Flughafen und große Einkaufsmöglichkeiten weit entfernt sind.

Charakter

Wo Panamas Unabhängigkeit begann — Pollera, Surfstrände und die stillste Küste des Landes

Klima

Trocken und heiß, wie in ganz Azuero. Die Trockenzeit von Mitte Dezember bis April ist ausgeprägt, mit viel Sonne, kräftigem Wind an der Küste und brauner Landschaft. In der Regenzeit von Mai bis November ist es grün und schwül, mit Nachmittagsgüssen. Tagsüber sind 32 bis 34 Grad üblich. Die Küste bekommt eine stetige Brise, die die Hitze erträglicher macht — und die zwischen Dezember und April die Wellenreiter anzieht.

Budget & Lebenshaltung

Im Landesinneren sehr günstig: Häuser und Wohnungen liegen häufig zwischen 350 und 700 US-Dollar im Monat. An der Küste, besonders um Pedasí und Playa Venao, liegen die Preise deutlich darüber, weil dort ausländische Käufer den Markt bestimmen. Ein Punkt, der hier häufiger auftritt als in den Städten: Küstennahe Flächen sind nicht immer im Grundbuch eingetragen. Vor jedem Kauf gehört ein Auszug aus dem Registro Público auf den Tisch.

Deutschsprachige Community

Traditionell panamaisch, mit einer kleinen, aber sichtbaren internationalen Gemeinde an der Südküste — Nordamerikaner, Europäer, viele davon jünger als in Boquete, häufig mit Bezug zu Surfen, Gastronomie oder Immobilien. Im Landesinneren lebt man unter Panamaern. Die Region gilt als besonders sicher und gastfreundlich; man grüßt auf der Straße.

Sehenswürdigkeiten

Die Kirche San Atanasio in La Villa de Los Santos, in der die Unabhängigkeitserklärung verlesen wurde, mit dem angeschlossenen Museum der Nationalität. Die Pollera-Werkstätten in Las Tablas und Guararé. Playa Venao als bekanntester Surfstrand des Landes. Die Isla Iguana mit Korallenriff und Fregattvogelkolonie. Die Isla Cañas mit einem der größten Schildkröten-Nistplätze Mittelamerikas. Und die Aussichtspunkte an der Küstenstraße zwischen Pedasí und Tonosí.

Feste & Traditionen

Der Karneval von Las Tablas gilt als der berühmteste Panamas — vier Tage Wettstreit zwischen Calle Arriba und Calle Abajo, mit Königinnen, Wagen, Wasser und Feuerwerk. Das Festival Nacional de la Mejorana in Guararé im September ist das größte Folklorefest des Landes. Der 10. November erinnert in La Villa an den Grito de La Villa. Dazu die Feria de Azuero im Frühjahr und zahllose Patronatsfeste.

Wirtschaft & Chancen

Rinderhaltung, Milchwirtschaft, Zuckerrohr und Kleinfischerei. Dazu wachsender, aber sanfter Tourismus im Süden — Surfen, Sportfischen, Walbeobachtung und kleine Unterkünfte. Für Zuziehende sind Vermietung, Gastronomie und touristische Angebote realistisch, ebenso Fernarbeit. Die Küste um Pedasí hat in den letzten Jahren Investoren angezogen; das treibt Grundstückspreise, schafft aber auch Bautätigkeit und damit Arbeit.

Tipp

Sieh dir die Küste in der Regenzeit an. Zwischen Dezember und April ist Azuero windig, sonnig und voller Besucher; zwischen Juni und Oktober ist es grün, still und deutlich einsamer. Beides gehört zusammen, und wer nur die Trockenzeit kennt, kauft ein halbes Bild. Und rechne die Wege ein: Von Las Tablas bis zum nächsten großen Krankenhaus in Chitré ist es eine gute halbe Stunde, bis Panama-Stadt rund vier Stunden.