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🇵🇦 Panama

Emberá-Wounaan

Emberá-Wounaan

Die Comarca Emberá-Wounaan wurde 1983 durch Gesetz geschaffen und ist mit 12.358 Einwohnern auf 4.366 Quadratkilometern die kleinste der drei Comarcas mit Provinzrang. Sie besteht aus zwei getrennten Gebieten innerhalb der Provinz Darién: dem Distrikt Cémaco im Norden mit dem Verwaltungssitz Unión Chocó und dem Distrikt Sambú im Süden. Bewohnt wird sie von zwei verwandten, aber eigenständigen Völkern — den Emberá und den Wounaan —, die ursprünglich aus dem kolumbianischen Chocó stammen und sich über Jahrhunderte flussaufwärts ausbreiteten. Gesiedelt wird an den Flüssen, gereist wird mit dem Einbaum. Straßen gibt es kaum, Strom nur punktuell. Für Auswanderer ist das keine Wohnregion: Land ist Kollektivbesitz und für Außenstehende nicht erwerbbar. Wichtig ist die Comarca als Reiseziel und als Teil dessen, was Panama kulturell ausmacht.

Charakter

Zwei Völker am Fluss — die kleinste Comarca, tief im Regenwald des Darién

Klima

Feuchttropisch und sehr regenreich, mit einer langen Regenzeit von etwa April bis Dezember und Temperaturen ganzjährig um 30 bis 32 Grad bei sehr hoher Luftfeuchtigkeit. Die Flüsse führen in der Regenzeit deutlich mehr Wasser — das erleichtert die Fortbewegung mit dem Boot und erschwert alles andere. Malaria kommt in dieser Region noch vor; wer hierherreist, klärt den Schutz vorher ärztlich ab.

Budget & Lebenshaltung

Es gibt keinen Immobilienmarkt. Der Boden gehört der Gemeinschaft, Verkauf an Außenstehende ist ausgeschlossen. Besuche laufen über die Dörfer und ihre Vertreter; Gebühren und Kosten für Boot, Führung und Übernachtung werden direkt vor Ort abgerechnet, in bar. Wer für längere Zeit kommt, tut das auf Einladung und mit Zustimmung der Gemeinschaft.

Deutschsprachige Community

Emberá und Wounaan, zwei Völker mit eigenen Sprachen aus der Chocó-Sprachfamilie und einer gemeinsamen Verwaltungsstruktur mit Generalkongress und gewählten Vertretern. Beide sind bekannt für die Körperbemalung mit dem Saft der Jagua-Frucht, für ihre Musik und für ihr Kunsthandwerk. Neben den beiden Sprachen wird Spanisch gesprochen. Eine ausländische Wohnbevölkerung gibt es nicht.

Sehenswürdigkeiten

Die Flussfahrten auf dem Río Chucunaque und dem Río Sambú in den Regenwald hinein. Die Dörfer mit ihren Pfahlbauten aus Palmholz. Die Werkstätten, in denen die feinen Chunga-Körbe entstehen — für einen größeren Korb braucht eine Weberin Monate. Die Nähe zum Nationalpark Darién, UNESCO-Welterbe. Und die Vogelwelt, die zu den artenreichsten Amerikas gehört.

Feste & Traditionen

Die Körperbemalung mit Jagua, die zu besonderen Anlässen und im Alltag getragen wird und nach etwa zwei Wochen verblasst. Die traditionellen Tänze und die Flöten- und Trommelmusik. Die Zeremonien der Heiler, der Jaibaná. Und die Versammlungen des Generalkongresses, in denen die Angelegenheiten der Comarca entschieden werden.

Wirtschaft & Chancen

Für Zuziehende: keine. Die Wirtschaft der Comarca beruht auf Subsistenzlandwirtschaft, Fischerei, Jagd und dem Verkauf von Kunsthandwerk — geflochtene Körbe aus Chunga-Palme und Schnitzereien aus Tagua-Nuss und Cocobolo-Holz, beides mit internationalem Ruf. Dazu kommt ein kleiner, von den Gemeinschaften selbst organisierter Tourismus mit Tagesbesuchen und Übernachtungen in den Dörfern.

Tipp

Besuche laufen ausschließlich über organisierte Touren mit Guides, die die Zustimmung der Gemeinschaft haben — meist von Panama-Stadt oder aus dem Darién heraus. Ein Tagesausflug zu einem Emberá-Dorf am Río Chagres ist von der Hauptstadt aus gut erreichbar und der einfachste Weg, diese Kultur kennenzulernen, ohne in die abgelegene Comarca selbst zu fahren. Frag vorher, bevor du fotografierst, und kauf das Kunsthandwerk direkt bei den Familien.