🇵🇦 Panama
Chiriquí
- Hauptstadt: David
- Einwohner: 471.071
- Fläche: 6.584 km²
- Typ: Die Provinzen
Chiriquí liegt im Westen an der Grenze zu Costa Rica und ist die Provinz, an die die meisten denken, wenn sie sich Panama als Wohnort vorstellen. Sie reicht vom pazifischen Tiefland über die Kaffeehänge bis zum Vulkan Barú, mit 3.475 Metern der höchste Punkt des Landes. Provinzhauptstadt ist David, die zweitgrößte Stadt Panamas und das Versorgungszentrum des Westens — mit Kliniken, Einkaufszentren, Flughafen und allem, was man im Alltag braucht. Im Hochland liegen die Orte, die den Ruf der Provinz ausmachen: Boquete, Volcán und Cerro Punta, jeweils mit eigener Kachel. Chiriquí ist landwirtschaftlich das Herz Panamas; von hier kommen Kaffee, Gemüse, Erdbeeren, Milch und Rindfleisch. Wer die Nähe zu guter Medizin, gemäßigtes Klima und eine gewachsene ausländische Gemeinde sucht, landet fast zwangsläufig hier.
Charakter
Berge, Kaffee und kühle Nächte — die Provinz, in die die meisten Auswanderer ziehen
Klima
Zwei Welten in einer Provinz. Im Tiefland um David tropisch heiß, tagsüber um 32 Grad, mit hoher Luftfeuchtigkeit. Ab etwa 1.000 Metern kippt es: In Boquete bewegt sich die Temperatur im Jahresverlauf meist zwischen 13 und 24 Grad, in Volcán und Cerro Punta auf rund 2.000 Metern liegt der Durchschnitt bei etwa 15 Grad, mit spürbar kühlen Nächten. Die Regenzeit dauert von Mai bis November; im Hochland kommt der feine Nieselregen dazu, den man dort bajareque nennt. Chiriquí liegt in einer erdbebenaktiven Zone.
Budget & Lebenshaltung
Deutlich günstiger als die Hauptstadt und dabei gut versorgt. In David und im Umland liegen Mieten für eine Wohnung mit ein bis zwei Schlafzimmern häufig zwischen 400 und 800 US-Dollar, im Hochland je nach Ausstattung zwischen 500 und 1.200. Der größte versteckte Vorteil ist die Stromrechnung: Oberhalb von etwa 1.000 Metern braucht niemand eine Klimaanlage, und damit fällt der größte Einzelposten im panamaischen Haushalt weg. Im Tiefland um David gilt das nicht — dort ist es heiß.
Deutschsprachige Community
Die größte ausländische Gemeinde des Landes außerhalb der Hauptstadt, mit Schwerpunkt in Boquete und Umgebung — überwiegend Nordamerikaner, dazu Europäer und eine deutschsprachige Gruppe. In Volcán und Cerro Punta gibt es eine Siedlungsgeschichte mit schweizerischen und deutschen Wurzeln, die man an Architektur und Namen noch sieht. In den Tälern der Cordillera lebt zudem ein großer Teil der Ngäbe-Bevölkerung, die als Erntehelfer in den Kaffeeplantagen arbeitet.
Sehenswürdigkeiten
Der Vulkan Barú im Nationalpark, von dessen Gipfel man an klaren Tagen Pazifik und Karibik gleichzeitig sieht. Der Sendero Los Quetzales zwischen Boquete und Cerro Punta. Die Kaffeefincas mit ihren Führungen und Verkostungen. Die heißen Quellen von Caldera. Die Wasserfälle im Hochland. Und die Küste am Golf von Chiriquí mit dem Meeresnationalpark und den Inseln um Boca Chica.
Feste & Traditionen
Die Feria de las Flores y del Café in Boquete im Januar, das bekannteste Fest der Provinz. Die Feria Internacional de San José de David im März, Panamas größte Landwirtschaftsmesse. Die Feria de las Orquídeas in Boquete im April. Dazu die traditionellen Reiterumzüge, die cabalgatas, die in fast jedem Ort der Provinz stattfinden.
Wirtschaft & Chancen
Landwirtschaft in allen Formen, dazu Kaffeeanbau mit internationalem Ruf — der Geisha aus Boquete erzielt bei Auktionen Weltrekordpreise. In David Handel, Logistik, Gesundheitswesen und Verwaltung. Für Zuziehende realistisch: Tourismus, Gastronomie, Vermietung, Dienstleistungen für die ausländische Gemeinde, Fernarbeit für Auftraggeber im Ausland. Ein Punkt für Grundstückskäufer: Teile der Provinz liegen in der Zehn-Kilometer-Zone zur Grenze mit Costa Rica, in der Ausländer kein Land erwerben dürfen.
Tipp
Wohn das erste halbe Jahr in David oder im unteren Boquete, bevor du dich für einen Ort in den Bergen entscheidest. Zwischen Bajo Boquete auf 1.100 Metern und den Hängen darüber liegen wenige Kilometer — und ein völlig anderes Klima, andere Nebeltage und ein anderer Weg zum Arzt. Diesen Unterschied merkt man erst, wenn man dort schläft.