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Strom, Gas, Wasser

Strom, Gas und Wasser in Österreich anmelden

Netzbetreiber und Lieferant, Zählpunktnummer und Tarifkalkulator: So meldest du Strom und Gas beim Einzug an, was die Gemeinde für Wasser, Kanal und Müll verlangt und warum jeder Haushalt den ORF-Beitrag zahlt.

8 Min. Lesezeit · 🇦🇹 Österreich

Strom, Gas und Wasser in Österreich anmelden

Strom und Gas laufen in Österreich ähnlich wie in Deutschland: Das Netz gehört einem regionalen Betreiber, den Lieferanten wählst du frei. Wasser, Kanal und Müll regelt die Gemeinde. Dazu kommt eine Abgabe, die jeden Haushalt trifft, egal ob er einen Fernseher hat. Wer beim Einzug die richtigen drei Anrufe macht, zahlt von Anfang an den passenden Tarif — und nicht den teuren Grundversorgungstarif.

Strom: Netzbetreiber und Lieferant

Jede Stromrechnung in Österreich hat zwei Teile. Das Netz gehört dem örtlichen Netzbetreiber — in Wien den Wiener Netzen, in Niederösterreich der Netz NÖ, in den anderen Bundesländern den jeweiligen Landesnetzgesellschaften. Ihn kannst du nicht wählen, und die Netzkosten unterscheiden sich je nach Region spürbar.

Den Energielieferanten wählst du frei. Neben den Landesversorgern wie Wien Energie, EVN, Energie AG, Salzburg AG, TIWAG, Kelag oder Energie Steiermark gibt es eine Reihe bundesweiter Anbieter. Vergleichen kannst du mit dem Tarifkalkulator der E-Control, der staatlichen Regulierungsbehörde. Er ist unabhängig und zeigt auch die Netzkosten deiner Adresse.

Beim Einzug anmelden

Beim Einzug brauchst du drei Angaben:

  • den Zählerstand am Tag der Übergabe, am besten mit Foto
  • die Zählpunktnummer — eine lange Nummer, die jeden Anschluss eindeutig bezeichnet und auf der letzten Rechnung des Vormieters oder am Zähler steht
  • deine Meldeadresse und dein Bankkonto für die Lastschrift

Melde dich innerhalb weniger Tage an. Wer nichts tut, wird automatisch vom bisherigen Lieferanten weiterbeliefert, oft zu einem schlechteren Tarif. Die Anmeldung geht bei fast allen Anbietern online.

Die meisten Haushalte haben inzwischen einen digitalen Stromzähler, den Smart Meter. Er übermittelt die Werte selbst; einmal im Jahr bekommst du die Abrechnung, dazwischen zahlst du monatliche Teilbeträge.

Gas — nicht überall

Gas gibt es vor allem in Städten und größeren Orten. Auf dem Land heizen viele Häuser mit Öl, Holz, Pellets oder einer Wärmepumpe, dort gibt es oft gar keinen Gasanschluss. Für neue Gebäude ist der Einbau einer Gasheizung seit 2024 nicht mehr erlaubt.

Wo Gas liegt, funktioniert die Anmeldung wie beim Strom: Netzbetreiber der Region, Lieferant frei wählbar, Vergleich über die E-Control. In Wien und einigen anderen Städten gibt es außerdem Fernwärme, die über den Vermieter oder direkt mit dem Versorger abgerechnet wird.

Wasser, Kanal und Müll

Das Trinkwasser kommt in Österreich zu großen Teilen aus Quellen und Grundwasser, in Wien direkt aus den Alpen. Du kannst es überall bedenkenlos aus der Leitung trinken. Wasser, Kanal und Müll rechnet die Gemeinde ab.

In einer Mietwohnung sind diese Kosten Teil der Betriebskosten, die du mit der Miete zahlst. Im eigenen Haus bekommst du die Vorschreibung der Gemeinde meist vierteljährlich. Die Höhe hängt von der Gemeinde ab und ist in manchen Orten deutlich höher als in anderen — frag vor dem Kauf danach.

Die Mülltrennung ist streng und je nach Gemeinde unterschiedlich organisiert: Restmüll, Bio, Papier, Plastik und Metall, Glas getrennt nach Weiß- und Buntglas. Viele Gemeinden haben eigene Altstoffsammelzentren für Sperrmüll, Elektrogeräte und Problemstoffe. Den Abfuhrplan bekommst du bei der Gemeinde oder über deren App.

Der ORF-Beitrag

Seit 2024 zahlt jeder Haushalt mit Hauptwohnsitz in Österreich den ORF-Beitrag, unabhängig davon, ob ein Fernseher oder Radio vorhanden ist. Er wird über die Meldedaten erfasst; die Zahlungsaufforderung kommt nach der Anmeldung von selbst. In einigen Bundesländern kommt eine Landesabgabe dazu. Wer eine geringe Rente oder bestimmte Sozialleistungen bezieht, kann sich befreien lassen.

Internet und Telefon

Die großen Anbieter sind A1, Magenta und Drei, dazu regionale Glasfasernetze. In den Städten ist schnelles Internet selbstverständlich; auf dem Land läuft es oft über das Mobilfunknetz mit einem stationären Router. Prüfe vor dem Kauf oder der Anmietung auf dem Land, welche Anschlüsse an der Adresse tatsächlich verfügbar sind — der Breitbandatlas des Bundes zeigt es.

Dein deutscher Handyvertrag funktioniert in Österreich ohne Roaminggebühren weiter, allerdings nur für vorübergehende Nutzung. Wer dauerhaft in Österreich lebt, braucht nach den Regeln der Anbieter einen österreichischen Vertrag. Die Tarife sind im europäischen Vergleich günstig.

Wechseln und Streit mit dem Versorger

Ein Lieferantenwechsel ist in Österreich kostenlos und dauert höchstens drei Wochen. Der neue Anbieter kündigt den alten Vertrag für dich; du musst nur Zählpunktnummer und Zählerstand angeben. Achte bei günstigen Angeboten auf Bindungsfristen und darauf, ob der Preis fest oder an einen Börsenindex gekoppelt ist — Floater-Tarife schwanken jeden Monat.

Gibt es Streit über eine Abrechnung, eine hohe Nachzahlung oder eine angedrohte Abschaltung, hilft die Schlichtungsstelle der E-Control. Das Verfahren ist kostenlos und für Haushalte die schnellste Lösung. Vor einer Abschaltung wegen offener Rechnungen muss der Versorger zweimal mahnen; wer in Zahlungsschwierigkeiten ist, hat Anspruch auf eine Belieferung gegen Vorauszahlung.

Eigener Strom vom Dach

Wer ein Haus kauft, überlegt oft eine Photovoltaikanlage. In Österreich ist sie weit verbreitet, auch weil ein großer Teil des Stroms ohnehin aus Wasserkraft kommt. Überschüssigen Strom speist du ins Netz ein und bekommst dafür einen Einspeisetarif, den du mit einem Abnehmer vereinbarst. Seit einigen Jahren kannst du dich auch mit Nachbarn zu einer Energiegemeinschaft zusammenschließen und Strom innerhalb der Gemeinschaft günstiger teilen.

Förderungen für Photovoltaik, Speicher und den Tausch alter Öl- und Gasheizungen gibt es vom Bund und von den Ländern. Die Bedingungen ändern sich häufig, und die Mittel sind oft schnell vergeben. Informiere dich vor dem Auftrag an den Installateur, denn gefördert wird meist nur, was vorher beantragt wurde.

Was eine Wohnung im Monat kostet

Für eine Wohnung mit 70 Quadratmetern rechnen Haushalte je nach Heizung, Region und Verbrauch mit einigen hundert Euro im Monat für Strom, Heizung, Wasser und Müll zusammen. Der größte Posten ist fast immer die Heizung. Wer eine Wohnung besichtigt, lässt sich die letzte Betriebskostenabrechnung zeigen und liest den Energieausweis: Er sagt mehr über die künftigen Kosten als jeder Tarifvergleich.

Die Reihenfolge beim Einzug

  • Zählerstände fotografieren und die Zählpunktnummern notieren
  • Strom und gegebenenfalls Gas über den Tarifkalkulator vergleichen und anmelden
  • bei der Gemeinde nach Müllabfuhr und Gebühren fragen
  • Internetanschluss früh bestellen, auf dem Land zuerst die Verfügbarkeit prüfen
  • den deutschen Strom- und Gasvertrag zum Auszugstag kündigen

Stand: 29.9.2026

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