Hilfe im Ausland
Notfall in Österreich: Notrufnummern und Botschaft
Die österreichischen Notrufnummern, was die Bergrettung kostet, wie Sirenen und AT-Alert warnen und wobei dir die Deutsche Botschaft und das Schweizer Konsularcenter in Wien helfen — und wobei nicht.
Österreich ist eines der sichersten Länder der Welt, und die Rettungskette funktioniert zuverlässig — im Tal wie im Hochgebirge. Trotzdem lohnt es sich, die Nummern und Wege zu kennen, bevor etwas passiert. Denn die Notrufnummern sind andere als in Deutschland, die Bergrettung kann teuer werden, und die Botschaft hilft in manchen Fällen, in anderen nicht.
Die Notrufnummern
- 112 — europäischer Notruf, funktioniert immer, auch ohne SIM-Karte
- 122 — Feuerwehr
- 133 — Polizei
- 144 — Rettung
- 140 — Bergrettung
- 141 — Ärztenotdienst in der Nacht und am Wochenende
- 1450 — Gesundheitsberatung rund um die Uhr
- 142 — Telefonseelsorge
Speichere sie im Handy. Wer aus Deutschland 110 gewohnt ist, sucht im Ernstfall nach der falschen Nummer. Die 112 führt aber in jedem Fall zur richtigen Stelle.
In den Bergen
Die meisten Notfälle von Zugezogenen passieren nicht in der Stadt, sondern beim Wandern, Skifahren und Bergsteigen. Die Bergrettung ist gut organisiert und rückt zu Fuß, per Seil oder mit dem Hubschrauber aus. Die Kosten eines Hubschraubereinsatzes nach einem Freizeitunfall trägt die Krankenkasse in der Regel nicht; sie liegen schnell bei mehreren tausend Euro. Eine Mitgliedschaft in einem alpinen Verein oder eine Unfallversicherung mit Bergungskosten schützt davor.
Vor jeder Tour im Winter gehört der Lawinenlagebericht des Bundeslands gelesen. Er erscheint täglich und nennt die Gefahrenstufe von eins bis fünf. Ab Stufe drei verunglücken die meisten Tourengeher.
Warnungen und Katastrophenschutz
Österreich warnt die Bevölkerung über das Sirenennetz und das Handy-Warnsystem AT-Alert, das Nachrichten direkt auf alle Telefone in einem Gebiet schickt. Jeden Samstag um 12 Uhr werden die Sirenen getestet — ein kurzer Heulton ist also kein Grund zur Sorge. Ein Dauerton von drei Minuten bedeutet Warnung, ein auf- und abschwellender Ton Alarm: Schutzräume aufsuchen, Radio einschalten.
Hochwasser, Muren und Stürme sind die häufigsten Naturgefahren. Die Gemeinden und die Landeswarnzentralen informieren über Radio, Website und AT-Alert.
Die Deutsche Botschaft in Wien
Für Deutsche in Österreich ist die Deutsche Botschaft in Wien zuständig. Daneben sind in mehreren Landeshauptstädten Honorarkonsuln tätig, die in Notfällen vermitteln und einfache Beglaubigungen vornehmen können. Pässe und Ausweise stellt nur die Botschaft aus.
Was die Botschaft für dich tun kann:
- einen Reisepass oder Personalausweis ausstellen, bei Verlust einen Reiseausweis als Passersatz
- bei Festnahme Kontakt zu dir halten, einen Anwalt vermitteln und Angehörige benachrichtigen, wenn du es wünschst
- bei Todesfällen die Angehörigen unterstützen und Dokumente für die Überführung ausstellen
- in Krisen- und Katastrophenfällen die Deutschen im Land informieren und helfen
Was sie nicht tut: Rechnungen bezahlen, in Gerichtsverfahren eingreifen, rechtlich beraten oder Behördengänge in Österreich für dich erledigen. Dafür sind österreichische Stellen und Anwälte zuständig.
Deutsche im Ausland können sich in der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts registrieren. In Österreich ist das weniger dringend als in fernen Ländern, schadet aber nicht.
Für Schweizerinnen und Schweizer
Schweizer mit Wohnsitz in Österreich betreut das Regionale Konsularcenter an der Schweizerischen Botschaft in Wien. Als Auslandschweizer musst du dich dort registrieren; über das Konsularcenter laufen Pass, Identitätskarte, Zivilstandsänderungen und die Stimmabgabe aus dem Ausland. Die Helpline des Eidgenössischen Departements für auswärtige Angelegenheiten ist rund um die Uhr erreichbar.
Wenn der Pass weg ist
Bei Diebstahl gehst du zuerst zur Polizei und lässt dir eine Anzeigebestätigung geben. Mit ihr beantragst du bei der Botschaft einen neuen Pass oder, wenn es schnell gehen muss, einen vorläufigen Reisepass. Plane dafür einige Tage ein; Termine bei der Botschaft sind knapp, in echten Notfällen gibt es aber eine Lösung am selben Tag.
Verlorene Bankkarten sperrst du über den Sperrnotruf deiner Bank; der deutsche Sperrnotruf ist aus Österreich unter +49 116 116 erreichbar.
Gewalt und Krisen
Die Frauenhelpline gegen Gewalt ist unter 0800 222 555 kostenlos und rund um die Uhr erreichbar. Bei häuslicher Gewalt kann die Polizei ein Betretungs- und Annäherungsverbot aussprechen, das den Täter sofort aus der Wohnung weist. Gewaltschutzzentren in jedem Bundesland beraten und begleiten.
Die Vergiftungsinformationszentrale in Wien berät Tag und Nacht bei Vergiftungen, auch bei Kindern, die etwas verschluckt haben: 01 406 43 43.
Nach einem Verkehrsunfall
Bei einem Unfall mit Verletzten rufst du 144 und die Polizei unter 133. Bei reinem Blechschaden musst du die Polizei nicht rufen, wenn ihr untereinander Namen, Anschriften und Versicherungsdaten austauscht. Geschieht das nicht — etwa weil der andere Fahrer weiterfährt oder sich weigert —, ist die Meldung bei der Polizei ohne unnötigen Aufschub Pflicht. Den Europäischen Unfallbericht gibt es bei jeder Versicherung und bei den Autofahrerclubs; lege ihn ins Handschuhfach.
Die Pannenhilfe von ÖAMTC und ARBÖ erreichst du unter 120 und 123. Auch als Nichtmitglied bekommst du Hilfe, zahlst dann aber den Einsatz.
Nach einem Einbruch
Nach einem Einbruch rufst du die Polizei und veränderst nichts, bis sie da war. Die Anzeigebestätigung brauchst du für die Haushaltsversicherung. Liste die gestohlenen Gegenstände möglichst mit Belegen und Fotos auf — wer seinen Hausrat einmal im Jahr mit dem Handy abfilmt, hat es im Schadenfall leichter.
Tod im Ausland
Stirbt ein Angehöriger in Österreich, stellt der Arzt den Tod fest, und das Standesamt beurkundet ihn. Eine Überführung nach Deutschland organisiert ein Bestattungsunternehmen, das die nötigen Papiere besorgt; innerhalb der EU ist sie unkompliziert. Für den Nachlass gilt nach der EU-Erbrechtsverordnung grundsätzlich das Recht des Landes, in dem der Verstorbene zuletzt gelebt hat — es sei denn, er hat im Testament deutsches Recht gewählt. In Österreich führt ein Notar als Gerichtskommissär das Verlassenschaftsverfahren.
Die Karte in der Tasche
Schreib dir auf eine Karte im Geldbeutel: deine Blutgruppe, Vorerkrankungen und Medikamente, eine Kontaktperson in Österreich und eine in Deutschland. Die e-card und die Europäische Krankenversicherungskarte auf ihrer Rückseite gehören immer dazu. Im Notfall spart das den Rettungskräften Zeit — und dir Sorgen.