Immobilien und Notar
Wohnung mieten in Mexiko: Bürge, Kaution und Vertrag
Wo du in Mexiko eine Wohnung findest, was sie kostet, warum Vermieter einen Bürgen mit Immobilie verlangen und wie du das mit einer póliza jurídica löst — dazu Vertrag, Erhöhung, Kündigung und die Besichtigung.
Fast alle Auswanderer in Mexiko mieten zuerst, und das ist klug: Der Mietmarkt ist groß, die Unterschiede zwischen Vierteln sind enorm, und ein Jahr vor Ort zeigt mehr als jede Besichtigung. Eine Hürde überrascht viele: Vermieter verlangen oft einen Bürgen mit Immobilienbesitz in derselben Stadt. Wer weiß, wie man damit umgeht, findet schnell eine gute Wohnung.
Wo du suchst
Die meisten Wohnungen stehen auf Portalen wie Inmuebles24, Vivanuncios und Lamudi, dazu kommen Facebook-Gruppen der Auswanderer in jeder Stadt und Makler, die ausländische Mieter betreuen. In kleineren Orten findest du viel über Schilder mit „Se renta" an Häusern und über Mundpropaganda.
Für die ersten Wochen mietest du am besten möbliert auf Zeit, über Plattformen oder Aparthotels. So kannst du Viertel in Ruhe ansehen, bevor du dich für ein Jahr bindest. Vorsicht bei Angeboten, die viel zu günstig sind und bei denen der Vermieter angeblich verreist ist — zahl nie vor der Besichtigung.
Frag in den Facebook-Gruppen deiner Stadt nach Erfahrungen mit Vermietern und Maklern. Auswanderer tauschen dort Empfehlungen aus, warnen vor Vermietern, die Kautionen nicht zurückzahlen, und geben Wohnungen weiter, bevor sie auf einem Portal erscheinen. In beliebten Orten sind die besten Wohnungen oft vergeben, bevor sie öffentlich angeboten werden.
Was es kostet
Die Mieten schwanken stark. Am teuersten sind die beliebten Viertel von Mexiko-Stadt wie Polanco, Roma und Condesa, dazu San Miguel de Allende, die Riviera Maya und Los Cabos, wo viele Amerikaner in Dollar bezahlen. In Mérida, Querétaro, Puebla, Guadalajara und Oaxaca bekommst du für dasselbe Geld mehr Fläche. Mieten in touristischen Orten werden oft in US-Dollar angegeben; frag nach, ob in Pesos gezahlt werden kann.
Möblierte Wohnungen kosten spürbar mehr als leere. Leer heißt in Mexiko oft wirklich leer: ohne Küche, ohne Kühlschrank, manchmal ohne Lampen.
Zur Orientierung: Eine Zweizimmerwohnung in einem guten Viertel einer Mittelstadt wie Mérida, Puebla oder Querétaro kostet einige hundert Euro im Monat, in den gefragten Vierteln von Mexiko-Stadt, in San Miguel de Allende oder an der Riviera Maya leicht das Doppelte bis Dreifache. Genauere Zahlen stehen bei den einzelnen Regionen.
Die Nebenkosten
Zur Miete kommen in Wohnanlagen die Hausgebühr, die cuota de mantenimiento, für Wachdienst, Pool und Gärten. Strom, Gas, Wasser und Internet zahlst du meist selbst; die Verträge laufen oft weiter auf den Namen des Vermieters. An der Küste ist die Stromrechnung der größte Posten, wenn die Klimaanlage läuft. Frag vor dem Vertrag nach den letzten Rechnungen von Strom und Wasser.
Kaution und Sicherheit
Üblich ist eine Kaution, der depósito, von einer Monatsmiete, bei möblierten Wohnungen und Ausländern oft zwei. Dazu verlangen viele Vermieter einen Bürgen, den aval oder fiador, der eine lastenfreie Immobilie in derselben Stadt besitzt. Für Neuankömmlinge ist das praktisch unmöglich.
Die Lösungen: eine póliza jurídica, eine Versicherung gegen Mietausfall, die du bei spezialisierten Anbietern abschließt und die den Bürgen ersetzt; eine höhere Kaution; oder mehrere Monatsmieten im Voraus. Viele Makler, die Ausländer betreuen, kennen Vermieter, die darauf eingehen.
Der Vertrag
Der Mietvertrag, contrato de arrendamiento, läuft meist ein Jahr und ist auf Spanisch. Lass ihn dir übersetzen, bevor du unterschreibst. Achte auf die Dauer, die Kündigungsbedingungen, die Vertragsstrafe bei vorzeitigem Auszug, wer Reparaturen zahlt und ob Haustiere erlaubt sind. Mündliche Zusagen zählen nichts — schreib alles in den Vertrag.
Das Mietrecht regelt jeder Bundesstaat in seinem Zivilgesetzbuch. Einen Mieterschutz wie in Deutschland gibt es nicht. Vermieter müssen dir für die Miete eine elektronische Rechnung ausstellen, wenn du sie verlangst — viele tun es ungern. Wer die Rechnung braucht, etwa als Selbständiger für die Steuer, klärt das vor Vertragsabschluss. Ein Vertrag, den beide vor einem Notar unterschreiben, ist sicherer, aber selten.
Die Papiere
Vermieter wollen sehen:
- Pass und Aufenthaltskarte
- Einkommensnachweise der letzten drei Monate, bei Rentnern den Rentenbescheid
- Kontoauszüge
- Referenzen früherer Vermieter, wenn vorhanden
- den Bürgen oder die póliza jurídica
Ohne Aufenthaltskarte vermieten viele nur auf Zeit oder möbliert.
Miete und Erhöhung
Nach Ablauf eines Jahres wird die Miete neu verhandelt, meist steigt sie um die Inflationsrate oder mehr. In beliebten Orten mit vielen Ausländern waren die Erhöhungen in den letzten Jahren kräftig. Wer bleiben will, verhandelt einen Zweijahresvertrag mit festgelegter Erhöhung.
Kündigung
Wie und wann gekündigt werden kann, steht im Vertrag. Wer vor Ablauf auszieht, verliert oft die Kaution oder zahlt eine Vertragsstrafe. Umgekehrt kann der Vermieter nach Ablauf des Vertrags ohne Grund die Verlängerung verweigern. Mach bei der Übergabe ein Protokoll mit Fotos — es ist dein Beweis, wenn es um die Rückzahlung der Kaution geht, die in Mexiko oft zäh verläuft.
Bei der Besichtigung
- Wasserdruck, Zisterne und Dachtank prüfen: Wie zuverlässig ist die Versorgung?
- die letzten Strom- und Wasserrechnungen zeigen lassen
- auf Feuchtigkeit und Schimmel in Ecken und Schränken achten
- Gasanschluss, Boiler und Lüftung ansehen
- das Viertel tagsüber und abends besuchen, auf Sicherheit und Lärm achten
- fragen, ob die Wohnung im Winter kalt wird oder im Sommer eine Klimaanlage braucht
- nach Bürgen, Kaution und póliza jurídica fragen, bevor du dich festlegst