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Immobilien und Notar

Wohnung mieten in Malta: Mietvertrag, Kaution, Kosten

Für die eResidence-Karte brauchst du in Malta einen notariell beglaubigten Mietvertrag, der bei der Wohnungsbehörde registriert ist. Seit dem Mietgesetz von 2020 laufen langfristige Verträge mindestens ein Jahr, und die Miete darf während der Laufzeit nicht steigen.

8 Min. Lesezeit · 🇲🇹 Malta

Wohnung mieten in Malta: Mietvertrag, Kaution, Kosten

Mieten ist in Malta der übliche Weg zum Ankommen, und für die eResidence-Karte führt ohnehin kein Weg daran vorbei: Ohne beglaubigten Mietvertrag keine Anmeldung. Die Mieten sind in den beliebten Küstenorten hoch, in den Dörfern im Süden und auf Gozo deutlich niedriger — und seit 2020 sind die Regeln für Mietverträge klar geordnet.

Wo du suchst

Wohnungen findest du auf den großen maltesischen Immobilienportalen, über Makler, die lizenziert sein müssen, und in Gruppen in sozialen Netzwerken, in denen Eigentümer direkt anbieten. Miete für die ersten Wochen auf Zeit und schau dir die Orte an: Sliema und St. Julian's sind lebendig und teuer, Msida und Gżira zentral und günstiger, Mellieħa und der Norden ruhiger, der Süden um Marsaskala und Birżebbuġa bezahlbar, Gozo eine eigene Welt. Sieh dir die Wohnung selbst an, statt nach Bildern zu mieten: Fotos zeigen selten, wie laut eine Straße ist, wie dunkel ein Innenhof oder wie nah die nächste Baustelle.

Was es kostet

Die Mieten unterscheiden sich stark nach Ort. In Sliema, St. Julian's und den Küstenorten zahlst du für eine Wohnung mit einem Schlafzimmer deutlich mehr als im Landesinneren oder im Süden; für zwei Schlafzimmer entsprechend mehr. Möblierte Wohnungen sind die Regel und kosten mehr als unmöblierte. Auf Gozo liegen die Mieten meist unter denen auf Malta, dafür brauchst du dort ein Auto und die Fähre. Und rechne beim Vergleich nicht nur die Miete, sondern Miete plus Strom plus Gemeinschaftsgebühr plus Fahrtkosten über ein ganzes Jahr.

Lass dir vor der Entscheidung Vergleichsangebote zeigen und frag nach der Rechnung für Strom und Wasser, denn der Unterschied zwischen eigenem Zähler und dem des Vermieters kann im Jahr mehrere hundert Euro ausmachen.

Die Nebenkosten

Strom und Wasser zahlst du in der Regel selbst, meist alle zwei Monate. In Wohnanlagen kommt eine Gemeinschaftsgebühr für Aufzug, Reinigung, Pool und Beleuchtung hinzu. Frag bei jeder Wohnung, wer welche Kosten trägt, auf wessen Namen die Zähler laufen und wie hoch die Gemeinschaftsgebühr ist — und lass es in den Vertrag schreiben.

Das Mietrecht seit 2020

Seit dem Mietgesetz von 2020 gilt für neue private Mietverträge ein fester Rahmen. Verträge müssen schriftlich sein und bei der Wohnungsbehörde registriert werden; die Registrierung ist Sache des Vermieters. Ein langfristiger Vertrag läuft mindestens ein Jahr. Innerhalb der Laufzeit darf die Miete nicht erhöht werden; danach ist eine Anpassung nur in Grenzen und mit Ankündigung möglich. Als Mieter hast du ein Recht, mit Frist zu kündigen, sobald ein Teil der Laufzeit vorbei ist — die Einzelheiten stehen im Vertrag und im Gesetz. Für Verträge, die vor 1995 geschlossen wurden, gelten alte Sonderregeln mit starkem Mieterschutz; sie spielen für Zugezogene keine Rolle, erklären aber, warum manche Malteser zum Mietrecht Erstaunliches erzählen.

Für die Anmeldung entscheidend: Seit September 2024 müssen Mietverträge, die für Aufenthaltszwecke verwendet werden, notariell beglaubigt sein. Kläre das mit dem Vermieter, bevor du unterschreibst.

Kaution und Sicherheit

Üblich ist eine Kaution von einer bis zwei Monatsmieten, dazu die erste Miete im Voraus. Zahl nie, bevor du die Wohnung gesehen hast und weißt, dass der Vermieter der Eigentümer ist oder in seinem Auftrag handelt. Bei der Übergabe machst du Fotos von jedem Raum, von Möbeln und Geräten, und hältst die Zählerstände fest. Lass dir den Empfang der Kaution schriftlich bestätigen. Bei kurzen Verträgen unter sechs Monaten gelten eigene Regeln; wer nur überwintert, lässt sich das vorher erklären.

Der Vertrag

Verträge sind auf Englisch, du verstehst also jeden Satz. Hinein gehören: die Parteien, die Wohnung mit Anschrift, Miete und Fälligkeit, Kaution, Laufzeit, wer welche Nebenkosten trägt, wer Reparaturen bezahlt, ob Tiere erlaubt sind, ob ein Stellplatz dazugehört und wie gekündigt wird. Verlang eine Kopie mit beiden Unterschriften und den Nachweis der Registrierung bei der Wohnungsbehörde.

Möbliert oder leer

Die meisten Wohnungen werden möbliert vermietet, oft mit Küche, Betten und Klimaanlagen. Prüf den Zustand der Geräte und halte Mängel bei der Übergabe schriftlich fest. Eine unmöblierte Wohnung ist günstiger, lohnt sich aber nur, wenn du bleibst — deine deutschen Möbel passen oft nicht in enge Treppenhäuser.

Kündigung

Wie und mit welcher Frist gekündigt werden kann, steht im Vertrag und im Mietgesetz. Kündige schriftlich und bewahre den Nachweis auf. Kläre, wann du die Kaution zurückbekommst und dass sie mit offenen Nebenkosten verrechnet wird, nicht mit gewöhnlichen Gebrauchsspuren. Bei der Rückgabe gehst du die Wohnung mit den Fotos vom Einzug durch und notierst die Zählerstände.

Wenn es Streit gibt

Bei Streit über Miete, Kaution oder Reparaturen gibt es in Malta ein eigenes Schiedsgericht für Mietsachen, das schneller und günstiger entscheidet als ein gewöhnliches Gericht. Voraussetzung ist ein registrierter Vertrag — noch ein Grund, auf der Registrierung zu bestehen. Sammle Belege, Fotos und Nachrichten von Anfang an.

Bei der Besichtigung

Frag zuerst nach dem Zähler: eigener Vertrag oder der des Vermieters? Dann nach der Rechnung des letzten Sommers und des letzten Winters. Prüf die Klimaanlagen und frag nach ihrem Alter. Sieh dir Ecken, Fensterlaibungen und Bad auf Feuchtigkeit und Schimmel an — im maltesischen Winter das häufigste Problem. Frag nach einem Stellplatz, nach der Gemeinschaftsgebühr und danach, ob nebenan gebaut wird. Und komm einmal abends und einmal an einem Werktagmorgen — dann hörst du den Verkehr und die Baustelle.

Stand: 12.9.2026

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