Vorbereitung in Deutschland
Vorbereitung im Heimatland – was du vor dem Umzug nach Kroatien erledigst
Zwei Punkte entscheiden über die ersten Wochen: die OIB, die du schon vor dem Umzug bekommst, und der beglaubigte Mietvertrag. Dazu Krankenkasse, Bank, Transport — samt Fährstrecke zu den Inseln und autofreien Altstadtgassen.
Der Umzug nach Kroatien ist einer der einfachsten in dieser Reihe: EU, Schengen, Euro, kein Zoll, keine Apostille. Genau deshalb wird die Vorbereitung leicht unterschätzt — dabei entscheiden zwei Punkte darüber, ob du in den ersten Wochen handlungsfähig bist.
Der erste Punkt: die OIB
Die kroatische Identifikationsnummer bekommst du beim Finanzamt, und du bekommst sie auch vor dem Umzug, ohne kroatischen Wohnsitz. Ohne sie geht nichts: kein Konto, kein Stromvertrag, keine Versicherung, kein Fahrzeug, kein Immobilienkauf.
Wenn du eine Vorreise machst, erledige das dort. Es kostet nichts und spart dir später Wochen.
Der zweite Punkt: der beglaubigte Mietvertrag
Für die Anmeldung wird in der Regel ein beim Notar beglaubigter Mietvertrag verlangt oder eine gesonderte Zustimmung des Eigentümers. Viele Vermieter geben beides nicht, weil sie die Einnahme nicht versteuern.
Kläre das vor der Vertragsunterschrift und lass es hineinschreiben. Eine Wohnung, deren Eigentümer die Beglaubigung verweigert, ist keine günstige Wohnung — sie blockiert deine gesamte Anmeldung.
Vier bis sechs Monate vorher: Urkunden und Abschlüsse
Besorge Geburtsurkunde, gegebenenfalls Heiratsurkunde oder Scheidungsurteil und den Nachweis jeder Namensänderung. Bestell beim Standesamt gleich die mehrsprachige internationale Fassung — innerhalb der EU ersetzt sie die Übersetzung. Von allem zwei Ausfertigungen.
Zeugnisse deiner Kinder brauchst du in beglaubigter Übersetzung. Reglementierte Berufe verlangen ein Anerkennungsverfahren über Monate; setz es zuerst an.
Drei Monate vorher: Krankenversicherung
Sprich mit deiner Kasse. Als Rentner brauchst du das S1-Formular für den zwischenstaatlichen Weg. Als Nichterwerbstätiger ohne Rente versicherst du dich freiwillig beim HZZO — dabei gibt es eine Wartezeit, bis der volle Leistungsanspruch greift.
Kläre schriftlich, wie die Wochen zwischen Abmeldung und Aufnahme abgedeckt sind. Diese Lücke ist die teuerste Falle des Umzugs.
Drei Monate vorher: Bank, Depot, Rente
Frag deine Bank schriftlich, was bei einer kroatischen Anschrift gilt, und dasselbe für ein Depot — bevor du die Adresse änderst. Kroatien hat den Euro, das erspart immerhin jede Währungsfrage.
Lass das Rentenkonto klären und beantrage eine aktuelle Renteninformation; sie wird als Einkommensnachweis verlangt.
Zieh die Kontoauszüge der letzten zwölf Monate und schreib jede wiederkehrende Buchung auf. Entscheide zu jeder Zeile: kündigen, umstellen, weiterlaufen lassen.
Zwei Monate vorher: der Transport
Rechne zuerst, was Mitnehmen kostet. Fracht wird nach Volumen berechnet, nicht nach Wert. Nach Kroatien fährt eine Spedition auf der Straße; innerhalb der EU gibt es kein Zollverfahren und keine Inventarliste für den Zoll.
Zwei kroatische Besonderheiten für die Angebote: Auf den Inseln kommt eine Fährstrecke dazu, und in den Altstädten an der Küste sind die Gassen eng und autofrei — dann wird umgeladen und getragen. Frag ausdrücklich danach, sonst steht der Lastwagen unten und die Rechnung wächst.
Wertsachen gehören ins Handgepäck.
Ein bis zwei Monate vorher: Auto und Führerschein
Papiere zusammensuchen: beide Teile der Zulassungsbescheinigung, das COC-Papier, den Kaufnachweis. Bei Finanzierung oder Leasing die schriftliche Zustimmung des Eigentümers.
Erfrag die kroatische Sondersteuer für die Zulassung eines eingeführten Fahrzeugs — sie richtet sich unter anderem nach Emissionen und Wert.
Einen alten Papierführerschein ohne Ablaufdatum jetzt umtauschen, solange Deutschland zuständig ist.
Die letzten Wochen
Nachsendeauftrag einrichten, so dass er am Auszugstag beginnt. Vollmacht für jemanden, der in Deutschland bleibt und Post öffnen darf. Rundfunkbeitrag zum Auszugstag abmelden.
Abmelden beim Bürgeramt: frühestens eine Woche vor dem Auszug, spätestens zwei Wochen danach. Bescheinigung mehrfach ausstellen lassen.
Und ein Gespräch, das keine Behörde verlangt
Der häufigste Grund für eine gescheiterte Auswanderung ist nicht das Amt, sondern die unterschiedliche Erwartung zweier Menschen. Legt vorher gemeinsam fest, nach welcher Zeit ihr Bilanz zieht und was passiert, wenn einer zurück will — und sprecht besonders über den Winter an der Küste, der anders ist als der Urlaub, den ihr kennt.