🇮🇹 Italien
Umbrien (Umbria)
- Hauptstadt: Perugia
- Einwohner: 850.627
- Fläche: 8.464 km²
- Typ: Festland
Umbrien nennt sich das grüne Herz Italiens, und beide Teile stimmen. Es liegt genau in der Mitte der Halbinsel und ist die einzige Region des italienischen Festlands, die weder ans Meer noch an ein anderes Land grenzt. Und es ist tatsächlich grün – bewaldeter, feuchter und weniger ausgeräumt als die benachbarte Toskana.
Die Region besteht aus zwei Provinzen, Perugia im Norden und Terni im Süden, und aus einer Kette von Hügelstädten, die zu den schönsten Italiens gehören.
Perugia liegt auf einem Bergrücken über dem Tibertal, mit etruskischen Stadtmauern, einem gotischen Hauptplatz und der Rocca Paolina, einer Festung, die die Päpste über einem ganzen Stadtviertel errichten ließen – man geht heute mit Rolltreppen durch die überbauten Gassen hindurch. Perugia hat zwei Universitäten, darunter die Università per Stranieri, eine Hochschule, die seit 1921 ausschließlich Ausländern Italienisch und italienische Kultur beibringt. Für Auswanderer ist das ein sehr praktischer Umstand.
Assisi ist der bekannteste Ort der Region. Die Basilika des heiligen Franziskus mit den Fresken von Giotto und Cimabue ist zusammen mit den anderen franziskanischen Stätten UNESCO-Welterbe, und die Stadt ist einer der bedeutendsten Wallfahrtsorte der Christenheit. Aus rosafarbenem Kalkstein gebaut, hängt sie am Hang des Monte Subasio über der Ebene.
Orvieto sitzt auf einem senkrechten Tuffsteinfelsen, mit einer der prachtvollsten Domfassaden Italiens, einem doppelläufigen Brunnenschacht aus der Renaissance und einer unterirdischen Stadt aus etruskischen Höhlen darunter.
Dazu Spoleto mit seiner mittelalterlichen Aquäduktbrücke, Gubbio mit seinem strengen grauen Stein, Todi, Spello, Bevagna, Montefalco als Weinstadt, Città di Castello und Narni.
Im Osten liegt die Valnerina, ein enges grünes Flusstal, und dahinter der umbrische Teil der Monti Sibillini mit dem Piano Grande von Castelluccio, jener weiten Hochebene auf 1.300 Metern, deren Linsenfelder im Juni in Streifen aus Rot, Gelb und Weiß aufblühen.
Im Westen der Trasimenische See, der viertgrößte Italiens, flach, warm und mit drei Inseln – hier schlug Hannibal 217 vor Christus ein römisches Heer.
Und bei Terni stürzt die Cascata delle Marmore 165 Meter in die Tiefe, einer der höchsten Wasserfälle Europas – von Römern angelegt, um Sümpfe zu entwässern, und bis heute über Schleusen geregelt.
Die ehrliche Seite: Umbrien ist vom Erdbeben 2016 getroffen worden. Norcia, Geburtsort des heiligen Benedikt und Zentrum der italienischen Schweinemetzgerei, wurde schwer beschädigt; die Basilika San Benedetto stürzte fast vollständig ein. Der Wiederaufbau läuft, ist aber nicht abgeschlossen. Und schon 1997 hatte ein Beben die Gewölbe der Basilika von Assisi zum Einsturz gebracht. Die Region liegt in seismisch aktivem Gebiet, und das gehört bei jedem Hauskauf auf die Prüfliste.
Charakter
Das grüne Herz Italiens – die einzige Halbinsel-Region ohne Meer und ohne Auslandsgrenze. Assisi, Orvieto, Spoleto, Trüffel aus Norcia, Sagrantino aus Montefalco. Toskanische Schönheit zu spürbar niedrigeren Preisen, eines der besten Gesundheitssysteme Italiens und Rom in zwei Stunden. Kein Steuervorteil, kein Strand – dafür Ruhe und Substanz.
Klima
Kontinental geprägt, feuchter und grüner als die Toskana – und mit stärkeren Jahreszeiten, als das Wort Mittelitalien vermuten lässt.
Die Sommer sind heiß und in den Talkesseln schwül. In Perugia, Terni und dem Tibertal sind Werte um 33 bis 36 Grad normal, mit Spitzen darüber. Weil das Meer fehlt, gibt es keine mildernde Brise – umbrische Hitze steht. Auf den Hügeln ist es angenehmer, und die Nächte kühlen ab.
Die Winter sind kühl bis kalt. Frost ist normal, Schnee kommt in den Hügeln und Bergen regelmäßig vor, in den Tälern gelegentlich. Und Umbrien hat Nebel: In den Ebenen um Perugia und im Tibertal liegt er im Winter oft tagelang. Wer sich Mittelitalien als milden Dauerherbst vorstellt, wird im Januar überrascht.
Das Bergland – Valnerina, Sibillini, Monte Subasio, die Höhen um Gubbio und Norcia – hat echte Winter mit Schnee und einer Heizperiode von Oktober bis Mai. Castelluccio auf 1.450 Metern ist im Winter oft eingeschneit.
Regen fällt vor allem im Herbst und Frühjahr, und Umbrien bekommt mehr davon als die Toskana. Das ist der Grund für das Grün – und für feuchte Altbauten.
Praktisch für dich:
Rechne mit beidem: Klimaanlage oder gute Beschattung für den Hochsommer, ordentliche Heizung für den Winter. Alte Steinhäuser sind ungedämmt und im Januar klamm.
Frag bei Landhäusern nach der Heizrechnung des Vorjahres. Ein großes umbrisches Bauernhaus zu heizen ist ein Posten, den fast jeder unterschätzt.
Und achte auf die Lage über der Nebelgrenze: Häuser auf den Hügeln haben im Winter Sonne, während unten im Tal grauer Dunst hängt. Dieser Unterschied ist im Alltag größer, als er klingt.
Budget & Lebenshaltung
Umbrien ist die günstigere Schwester der Toskana – und das ist keine Werbeformel, sondern eine Preisfrage von zwanzig bis vierzig Prozent bei vergleichbarer Substanz und Landschaft.
Immobilien: Landhäuser, Bauernhöfe und Stadthäuser sind in Umbrien deutlich erschwinglicher als im Chianti oder in der Val d'Orcia. Teurer sind nur wenige Zonen: das Umland von Assisi, die Ufer des Trasimenischen Sees, Orvieto und Todi, wo sich internationale Käufer konzentriert haben. Deutlich günstiger sind das nördliche Hochland um Gubbio und Città di Castello, die Valnerina, das Umland von Terni und die kleineren Orte im Süden.
Prüfpunkte, die in Umbrien besonders zählen:
Erdbeben. Nach 1997 und 2016 gibt es viele Objekte mit Schadensgeschichte. Kläre immer: Gibt es eine Schadenserfassung? Ist das Gebäude als bewohnbar erklärt? Wurde ertüchtigt, und mit welchen Nachweisen? Lass das von einem ortskundigen ingegnere prüfen, nicht vom Makler. Das ist der wichtigste einzelne Prüfschritt hier.
Abgelegenheit. Der umbrische Traum ist das Bauernhaus im Grünen. Frag konkret nach der Zufahrt, der Entfernung zum nächsten Laden und Arzt, und danach, wie es im Januar dort aussieht.
Wasser und Internet. Landimmobilien hängen oft an Brunnen; die Netzabdeckung ist in den Tälern lückenhaft. Beides schriftlich klären beziehungsweise persönlich testen.
Baurechtliche Lage. Wie überall: geometra vor Kaufvertrag.
Lebenshaltung liegt unter dem italienischen Durchschnitt und deutlich unter DACH-Niveau. Öl, Wein, Fleisch und Gemüse sind hervorragend und günstig.
Steuerlich: Die 7-Prozent-Rentenpauschale gilt hier grundsätzlich NICHT – Umbrien gehört nicht zu den acht Mezzogiorno-Regionen. Es gibt allerdings, wie in den Marken, einen zweiten Anwendungsbereich für Gemeinden, die von den Erdbeben 2016/17 betroffen sind, und dazu zählen Orte in der Valnerina und im Norcia-Raum. Wie dieser Bereich genau ausgestaltet ist, wird in den Quellen unterschiedlich dargestellt. Wenn du dort kaufen willst, lass die Frage zwingend von einem italienischen commercialista prüfen – nicht von Maklern und nicht aus Presseartikeln.
Für wen Umbrien taugt: für Menschen, die toskanische Landschaft und Kultur wollen, ohne toskanische Preise zu zahlen, denen ein sehr gutes Gesundheitssystem wichtig ist und die auf Meer verzichten können.
Deutschsprachige Community
Umbrien hat eine gewachsene, mittelgroße ausländische Gemeinde – kleiner als die toskanische, aber deutlich präsenter als in Süditalien.
Sie entstand als Ausweichbewegung: Als der Chianti in den 1980er- und 1990er-Jahren teuer wurde, gingen britische, niederländische, deutsche und amerikanische Käufer eine Region weiter. Schwerpunkte liegen heute rund um den Trasimenischen See, um Todi und Orvieto, im Umland von Assisi und Spello sowie im Norden um Città di Castello.
Praktisch für dich heißt das: Es gibt Makler, geometri, Notare und Handwerker mit Erfahrung mit ausländischen Käufern, es gibt Facebook-Gruppen und informelle Netzwerke, und du findest jemanden, der denselben Weg schon gegangen ist. Deutschsprachige Ärzte oder Berater gibt es allerdings kaum – die internationale Prägung ist eher englischsprachig.
Ein umbrischer Sonderfaktor ist die Università per Stranieri in Perugia. Sie unterrichtet seit über hundert Jahren ausschließlich Ausländer in italienischer Sprache und Kultur, mit Kursen von wenigen Wochen bis zu ganzen Studiengängen. Wer im Alter noch systematisch Italienisch lernen will, findet hier eine der besten Adressen des Landes – und nebenbei ein internationales Umfeld jeden Alters.
Ein zweiter, sehr eigener Faktor ist Assisi. Der Ort zieht seit Jahrzehnten Menschen an, die aus spirituellen Gründen kommen – Ordensgemeinschaften, Gäste, Dauerbesucher, dazu die Friedensbewegung mit dem Marsch von Perugia nach Assisi. Es gibt eine deutschsprachige Präsenz im kirchlichen Umfeld.
Zum Charakter der Umbrer: Sie gelten als ruhiger, zurückhaltender und weniger wortgewandt als die Toskaner, mit denen sie sonst viel teilen. Freundlich, bodenständig, ohne Show. Man wird nicht bedrängt, aber wer bleibt und die Sprache lernt, gehört nach einer Weile selbstverständlich dazu.
Ein Punkt für ältere Auswanderer: Das umbrische Gesundheitssystem gehört bei den nationalen Bewertungen regelmäßig zur Spitzengruppe – bemerkenswert für eine so kleine Region. Perugia und Terni haben gute Krankenhäuser.
Sehenswürdigkeiten
Assisi – die Basilika San Francesco mit den Fresken von Giotto, Cimabue und Simone Martini, UNESCO-Welterbe zusammen mit den anderen franziskanischen Stätten. Dazu Santa Chiara, die Eremitage der Carceri am Berghang und der Blick über die umbrische Ebene.
Orvieto – die Domfassade mit ihren Mosaiken und Reliefs, die Kapelle San Brizio mit Signorellis Weltgerichtsfresken, der Pozzo di San Patrizio mit seiner doppelten Wendeltreppe, und die unterirdische Stadt in den Tuffhöhlen unter dem Felsen.
Perugia – die etruskischen Stadttore, die Piazza IV Novembre mit der Fontana Maggiore, der Palazzo dei Priori mit der Nationalgalerie Umbriens, die Rocca Paolina mit der überbauten Gasse darunter, und der Blick von der Stadtmauer über das Tal.
Spoleto – die Ponte delle Torri, eine über 70 Meter hohe Bogenbrücke über die Schlucht, die Rocca Albornoziana und der romanische Dom mit Fresken von Filippo Lippi.
Gubbio – eine der besterhaltenen mittelalterlichen Städte Italiens, streng, grau und steil, mit dem Palazzo dei Consoli und den Eugubinischen Tafeln, den bedeutendsten Zeugnissen der umbrischen Sprache.
Piano Grande di Castelluccio – die weite Hochebene in den Sibillini, deren Linsen- und Blumenfelder von Ende Mai bis Anfang Juli in Farbstreifen aufblühen. Der Ort Castelluccio wurde 2016 vom Erdbeben schwer zerstört; der Wiederaufbau läuft.
Cascata delle Marmore – 165 Meter Fallhöhe in drei Stufen, von den Römern angelegt. Das Wasser wird zu festen Zeiten freigegeben; Wege führen bis unter den Wasserschleier.
Trasimenischer See – flacher, warmer See mit drei Inseln. Die Isola Maggiore ist ganzjährig bewohnt, die Isola Polvese ein Naturpark. Ringsum Castiglione del Lago und Passignano.
Norcia und die Valnerina – Trüffel- und Metzgereistadt am Rand der Sibillini, Geburtsort des heiligen Benedikt, dazu die Schlucht der Nera, die Abtei San Pietro in Valle und der Ort Preci.
Montefalco und Bevagna – Weinstadt mit Rundumblick über die Ebene, genannt „das Geländer Umbriens", und daneben ein Ort mit mittelalterlichen Handwerksstätten, in denen alte Techniken vorgeführt werden.
Todi und Spello – zwei der schönsten Hügelstädte Italiens; Spello mit römischen Toren und den Blumenteppichen zu Fronleichnam.
Feste & Traditionen
Corsa dei Ceri in Gubbio (15. Mai) – drei mannshohe hölzerne Prismen mit Heiligenfiguren obenauf werden von Mannschaften im Laufschritt durch die Stadt und dann den Berg hinauf getragen. Es ist kein Wettrennen im üblichen Sinn – der Ausgang steht fest –, aber es ist das leidenschaftlichste Ereignis Umbriens und für die Gubbianer der Mittelpunkt des Jahres.
Calendimaggio in Assisi (Mai) – die Stadt teilt sich in Ober- und Unterstadt und tritt in Gesang, Tanz, Kostüm und Bogenschießen gegeneinander an. Mittelalterliche Inszenierung von hohem Niveau.
Umbria Jazz in Perugia (Juli) – eines der bedeutendsten Jazzfestivals Europas, seit 1973, mit Konzerten in der ganzen Stadt, viele davon frei zugänglich.
Festival dei Due Mondi in Spoleto (Juni/Juli) – 1958 gegründet als Brücke zwischen europäischer und amerikanischer Kunst, mit Oper, Theater, Tanz und Konzerten in historischen Spielstätten.
Infiorate di Spello (Fronleichnam) – die Gassen werden über Nacht mit Blütenblättern zu großflächigen Bildteppichen gelegt, an denen die ganze Stadt arbeitet. Am Morgen zieht die Prozession darüber.
Eurochocolate in Perugia (Herbst) – ein großes Schokoladenfest in der Stadt, in der die Baci hergestellt werden.
Trüffelmessen – in Norcia, Città di Castello und Gubbio, vom Spätherbst bis in den Winter. Der schwarze Trüffel Umbriens ist weniger berühmt als der weiße aus Alba, aber in der Küche allgegenwärtig.
Marsch für den Frieden Perugia–Assisi – seit 1961 in unregelmäßigen Abständen, mit teils hunderttausenden Teilnehmern. Umbrien hat einen ausgeprägten pazifistischen Traditionsstrang, der mit Franziskus verbunden ist.
Und die Alltagsküche: torta al testo als Fladenbrot vom Stein, strangozzi als handgerollte Nudeln, Wildschwein, Taube, Linsen, Trüffel und die Schweinemetzgerei aus Norcia. Umbrische Küche ist noch bäuerlicher und noch weniger elegant als die toskanische – und für viele genau deshalb besser.
Wirtschaft & Chancen
Umbrien ist eine kleine, ruhige Volkswirtschaft mit einigen bemerkenswerten Spezialitäten.
Die Industrie konzentriert sich auf Terni mit seinem Edelstahlwerk, das seit dem 19. Jahrhundert besteht. In Perugia sitzt die Schokoladenherstellung – die Baci-Pralinen stammen von hier. Und in Solomeo, einem winzigen umgebauten Dorf bei Perugia, hat einer der bekanntesten italienischen Kaschmirhersteller seinen Sitz; die umbrische Textil- und Kaschmirbranche hat internationalen Rang.
Landwirtschaft und Lebensmittel sind der eigentliche Charakter der Region: schwarzer Trüffel aus Norcia und der Valnerina, die Linsen von Castelluccio, Olivenöl von hoher Qualität, Wein – der Sagrantino di Montefalco ist einer der tanninstärksten Rotweine Italiens, dazu Orvieto Classico und Torgiano. Und die norcineria, die umbrische Schweinemetzgerei, ist so berühmt, dass „norcino" in ganz Italien schlicht Metzger bedeutet.
Tourismus ist der dritte Pfeiler, getragen von Assisi als Wallfahrtsort, den Kunststädten und dem Landtourismus.
Realistische Wege für dich als Zuwanderer:
Beherbergung mit Profil funktioniert gut, weil Umbrien international bekannt genug ist, um Gäste anzuziehen, aber nicht so gesättigt wie die Toskana. Agriturismo, Landhaus, kleines Stadthotel – mit deutschsprachigem Angebot rund um Wandern, Wein, Trüffel, Kunst oder spirituelle Themen findest du eine Nische.
Sprach- und Kulturangebote sind hier naheliegender als anderswo, weil Perugia mit der Ausländeruniversität ein etabliertes Zentrum dafür ist. Wer Sprachreisen, Kochkurse oder Kulturprogramme für DACH-Gäste organisiert, arbeitet in einem vorhandenen Umfeld.
Dienstleistung für die Ausländer-Gemeinde ist ein realer Markt – Umbrien hat eine gewachsene britische, niederländische und deutsche Präsenz, und viele davon besitzen Häuser, die betreut werden müssen.
Ortsunabhängiges Arbeiten funktioniert in den Städten und Talorten gut; bei abgelegenen Landhäusern unbedingt vorab testen.
Was du realistisch einschätzen musst: Umbrien hat eine der schwächeren Wirtschaftsentwicklungen Mittelitaliens, der Arbeitsmarkt ist klein, und junge Leute wandern ab. Als Angestellter ohne fließendes Italienisch findest du kaum etwas.
Tipp
Umbrien ist meine Empfehlung für alle, die von der Toskana träumen, aber ein realistisches Budget haben und nicht in einer Region leben wollen, in der jeder zweite Nachbar auch aus dem Ausland kommt. Man bekommt hier dieselbe Landschaft, dieselbe Kunstdichte und dieselbe Küche zu deutlich niedrigeren Preisen – mit einem Gesundheitssystem, das zur italienischen Spitzengruppe gehört, und Rom in zwei Stunden.
Zur Lagewahl:
Für ältere Auswanderer: eine der mittleren Städte oder ein Ort in ihrer Nähe. Perugia, Spoleto, Todi, Foligno, Città di Castello. Alles zu Fuß erreichbar, Ärzte vor Ort, Busse und Bahn, und im Winter ist noch jemand da.
Für Landliebhaber: die Hügel um Todi, das Tibertal, das Umland von Città di Castello und Gubbio. Günstiger als der Trasimenische See und Assisi, gleiche Schönheit.
Für Naturmenschen: die Valnerina und der Sibillini-Rand. Wunderschön, sehr günstig, aber erdbebengeprägt, entvölkert und im Winter anspruchsvoll.
Zwei Punkte, die du früh klären solltest:
Erstens die Erdbebenlage des konkreten Gebäudes. Nach 1997 und 2016 gibt es viele Objekte mit Vorgeschichte, und die Bandbreite reicht von vollständig ertüchtigt bis notdürftig gesichert. Ein ortskundiger ingegnere und die Papiere – Schadenserfassung, Bewohnbarkeitserklärung, Nachweise über die Arbeiten – gehören vor jede Unterschrift.
Zweitens die Erreichbarkeit. Umbrien hat keinen großen Flughafen; Perugia ist klein, und die meisten Verbindungen laufen über Rom oder Florenz. Für Familienbesuche machbar, aber rechne es nüchtern durch.
Und der Punkt, der Umbrien von der Toskana unterscheidet, wenn man beide bereist hat: Umbrien ist stiller. Es gibt keinen Ort, der von Reisebussen überrannt wird, außer Assisi im Sommer. Man kann hier in einer Hügelstadt sitzen und wirklich allein sein. Wer das sucht, findet in Italien wenig Besseres. Wer Trubel und internationales Umfeld braucht, sollte weiterziehen.