🇬🇷 Griechenland
Saronische Inseln (Σαρωνικός)
- Hauptstadt: Ägina
- Einwohner: 62.172
- Fläche: 301 km²
- Typ: Inselgruppen
Die Saronischen Inseln liegen im Golf zwischen Attika und der Peloponnes. Verwaltungsmäßig gehören sie zur Region Attika, was sie zu den am besten angebundenen Inseln Griechenlands macht: Schnellfähren ab Piräus brauchen je nach Ziel vierzig Minuten bis zwei Stunden.
Salamina ist die größte und mit Abstand am dichtesten besiedelte Insel Griechenlands — faktisch ein Vorort von Piräus, mit einer Fähre, die im Viertelstundentakt fährt. Als Wohnort für Auswanderer eher unbekannt, aber praktisch und günstig.
Ägina ist die klassische Wochenendinsel der Athener: Pistazien, ein Fischerhafen, der Aphaia-Tempel und das aufgegebene Bergstädtchen Paleachora mit über dreißig Kapellen. Angistri liegt gleich daneben, klein und bewaldet.
Poros ist durch eine schmale Meerenge vom Festland getrennt — man sieht von der Uferpromenade auf die Zitronenwälder der Peloponnes gegenüber.
Hydra ist der Sonderfall: Auf der Insel sind Autos verboten. Transportiert wird mit Eseln und Booten, die Stadt ist ein geschlossenes Ensemble aus Kapitänshäusern am Amphitheater über dem Hafen, denkmalgeschützt bis ins Detail.
Spetses hat ebenfalls stark eingeschränkten Autoverkehr, Pferdekutschen im Ortsbild und eine wohlhabende, seefahrergeprägte Geschichte.
Für Zugezogene ist das eine oft übersehene Möglichkeit: Insel leben, ohne die Nachteile der Abgeschiedenheit — Athens Fachärzte und der Flughafen sind am selben Tag erreichbar.
Charakter
Inseln vor der Haustür von Athen: mit der Fähre in einer bis zwei Stunden erreichbar — Hydra ohne Autos, Spetses mit Kutschen, Ägina mit Pistazien.
Klima
Mild und trocken, dem Klima Attikas sehr ähnlich: heiße Sommer, Winter um 13 bis 15 Grad mit Regen zwischen November und März, kein Frost an der Küste. Weniger Wind als in der offenen Ägäis, weil der Golf geschützt liegt.
Budget & Lebenshaltung
Hydra und Spetses sind teuer, weil das Angebot streng begrenzt und die Athener Nachfrage hoch ist. Ägina liegt im Mittelfeld, Angistri und Poros darunter. Salamina ist mit Abstand am günstigsten — dort bekommst du für Athener Verhältnisse sehr viel Haus fürs Geld, allerdings ohne Postkartenkulisse und mit Industrie in Sichtweite.
Deutschsprachige Community
Hydra hat seit den fünfziger Jahren eine internationale Künstler- und Zugezogenengemeinschaft, Spetses eine wohlhabende griechisch-internationale. Auf Ägina leben viele Athener dauerhaft, dazu einzelne Ausländer. Eine organisierte deutschsprachige Struktur gibt es nirgends — der Anschluss läuft über Athen.
Sehenswürdigkeiten
Der Aphaia-Tempel auf Ägina und das verlassene Paleachora mit seinen Kapellen · der Hafen und die Kapitänshäuser von Hydra, autofrei und denkmalgeschützt · die Uferpromenade von Poros mit Blick auf die Zitronenwälder gegenüber · die Dapia und die alten Villen von Spetses · das Kloster Faneromeni auf Salamina · die Pinienwälder und Buchten von Angistri · die Klosterinsel und die Werften rund um den Golf
Feste & Traditionen
Auf Spetses wird Anfang September die Armata gefeiert — die Seeschlacht von 1822 wird im Hafen mit einem brennenden Schiffsnachbau nachgestellt. Ägina feiert im Herbst das Pistazienfest, seine Pistazie trägt eine geschützte Herkunftsbezeichnung. Auf Hydra ziehen zu Ostern die Fischer die Christusbahre ins Meer. Und der Karneval von Poros lockt am Wochenende halb Athen an.
Wirtschaft & Chancen
Tourismus, allerdings anders als sonst: viel Tages- und Wochenendgeschäft aus Athen, verteilt über das ganze Jahr statt konzentriert auf den Sommer. Dazu Pistazien auf Ägina, Fischerei, Bootsservice und Werften. Für Deutschsprachige realistisch: Ferienvermietung, Gastronomie, Bootsdienste — und vor allem Fernarbeit, weil die Anbindung an Athen den entscheidenden Unterschied macht.
Tipp
Wenn du in Griechenland auf einer Insel leben, aber nie auf medizinische Versorgung verzichten willst, ist der Saronische Golf die naheliegendste Antwort — sieh dir Ägina und Poros zuerst an. Auf Hydra und Spetses solltest du wissen, was der eingeschränkte Autoverkehr im Alltag bedeutet: Jede Waschmaschine kommt mit dem Boot und dann mit dem Esel. Für manche ist genau das der Grund zu bleiben.