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🇬🇷 Griechenland

Mykonos (Μύκονος)

Mykonos (Μύκονος)

Mykonos liegt mitten in den Kykladen und war eine der ersten griechischen Inseln, die touristisch groß wurden — schon in den sechziger Jahren kamen die Besucher in Scharen.

Landschaftlich ist die Insel nüchtern: hügelig, felsig, fast baumlos, geprägt von Wind und trockenen Steinmauern. Die Schönheit liegt in der Chora, einem der klarsten Beispiele kykladischer Architektur überhaupt — weiße Würfelhäuser, enge Gassen, die Windmühlen über dem Hafen, die Kirche Paraportiani und das Viertel Klein-Venedig am Wasser.

Nebenan liegt Delos, die unbewohnte Ausgrabungsinsel, in der Antike religiöses Zentrum der Ägäis und heute UNESCO-Welterbe — für viele der eindrucksvollste Ort der Kykladen.

Die Realität für Bewohner: Mykonos ist teuer wie kein anderer Ort in Griechenland. Wohnraum für Angestellte ist im Sommer kaum zu finden, Preise für Alltägliches liegen weit über dem Landesschnitt, und Wasser kommt aus Entsalzungsanlagen. Von November bis März schließt der größte Teil der Insel; dann leben hier gut zehntausend Menschen sehr ruhig.

Angebunden ist Mykonos hervorragend — Flughafen mit Direktflügen aus ganz Europa, Schnellfähren nach Piräus und Rafina, Verbindungen zu allen Nachbarinseln.

Charakter

Kahl, windig und weltberühmt: die teuerste Insel Griechenlands, seit den Sechzigern international, mit einem Winter, der so leer ist wie der Sommer voll.

Klima

Trocken, sonnig und sehr windig — der Meltemi bläst im Sommer teils tagelang kräftig und legt gelegentlich den Fährverkehr lahm. Milde Winter um 14 Grad mit Regen zwischen November und Februar. Kaum Schatten und kaum Süßwasser.

Budget & Lebenshaltung

Die teuerste Insel des Landes. Immobilienpreise haben mit dem übrigen Griechenland nichts gemein, und auch Mieten sind — wenn überhaupt verfügbar — sehr hoch. Für Auswanderer mit begrenztem Budget ist Mykonos kein realistischer Wohnort; als Arbeitsort für eine Saison dagegen sehr wohl.

Deutschsprachige Community

Stark international, hoch fluktuierend, überwiegend saisonal. Mykonos ist seit Jahrzehnten ein wichtiger Ort für die queere Community in Europa und wird entsprechend offen und liberal gelebt. Eine ansässige deutschsprachige Gemeinschaft im klassischen Sinn gibt es nicht.

Sehenswürdigkeiten

Die Windmühlen über der Chora und das Viertel Klein-Venedig · die Kirche Panagia Paraportiani · Delos mit Löwenterrasse, Theater und Wohnvierteln · das Bergdorf Ano Mera mit dem Kloster Panagia Tourliani · die Strände Agios Sostis und Fokos im ruhigen Norden · Psarou und Paradise als das andere Extrem · das archäologische Museum am Hafen

Feste & Traditionen

Trotz allem hat die Insel eine eigene, ältere Seite: Panigiria in Ano Mera, Fischerei im Hafen und eine Tradition der Seefahrt. Der Pelikan als Maskottchen der Insel geht auf einen verletzten Vogel aus den fünfziger Jahren zurück, und seither hat die Chora immer einen. Zu Ostern ist Mykonos griechisch, nicht international — das ist der Zeitpunkt, um die Insel kennenzulernen.

Wirtschaft & Chancen

Tourismus, und zwar im gehobenen bis Luxussegment: Hotellerie, Gastronomie, Beach Clubs, Yachtservice, Events und Hochzeiten. Für Deutschsprachige gibt es in der Saison viele Stellen, oft gut bezahlt, aber mit dem bekannten Problem der Unterkunft. Ganzjährige Perspektiven abseits des Tourismus gibt es kaum. Wer hier gründet, gründet für fünf Monate.

Tipp

Für die meisten Auswanderer ist Mykonos kein Wohnort, sondern ein Arbeitsplatz. Wenn du für eine Saison herkommst, kläre die Unterkunft schriftlich, bevor du zusagst — das ist hier der entscheidende Punkt, nicht der Lohn. Und wenn dich kykladische Architektur reizt, ohne dass du sie teuer bezahlen willst: Sieh dir Naxos, Paros oder Syros an.