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🇬🇷 Griechenland

Korfu (Κέρκυρα)

Korfu (Κέρκυρα)

Korfu liegt im Ionischen Meer, im Norden nur wenige Kilometer von Albanien entfernt. Die Einwohnerzahl oben ist die des Regionalbezirks; darin sind Paxos, Antipaxos und die Diapontischen Inseln enthalten.

Die Insel unterscheidet sich deutlich vom Ägäis-Bild: Sie ist grün, hügelig und von rund vier Millionen Olivenbäumen bewachsen, viele davon von den Venezianern gepflanzt. Es regnet hier mehr als fast überall sonst in Griechenland, und genau davon lebt die Landschaft.

Korfu-Stadt ist UNESCO-Welterbe: hohe venezianische Häuserzeilen, zwei Festungen, Arkaden und ein Straßenbild, das mehr an Italien erinnert als an Griechenland. Die Insel war nie osmanisch besetzt — das prägt Architektur, Musik und Selbstverständnis bis heute.

Der Nordosten zwischen Nissaki und Kassiopi ist die teure Ecke mit den Villen am Hang. Der Norden um Sidari und Acharavi ist Pauschaltourismus. Der Westen hat die spektakulären Buchten — Paleokastritsa, Porto Timoni —, und der Süden ab Lefkimmi ist flach, landwirtschaftlich und ruhig.

Praktisch für Zugezogene: Der Flughafen liegt direkt an der Stadt, es gibt ein Krankenhaus, eine Universitätsabteilung und mit den Fähren nach Igoumenitsa und nach Italien gute Verbindungen.

Charakter

Die grünste Insel Griechenlands: venezianische Altstadt, Zypressen und Olivenhaine — und die längste deutschsprachige Auswanderergeschichte des Landes.

Klima

Mild und feucht. Die niederschlagsreichste Insel Griechenlands, mit einem nassen Winter von November bis März und Tageswerten um 14 Grad. Sommer heiß, aber durch die Vegetation und die Nähe zum Festland weniger ausgedörrt als in der Ägäis. Frost gibt es praktisch nicht, Schimmel in schlecht gelüfteten Häusern dagegen schon.

Budget & Lebenshaltung

Der Nordosten und die Umgebung von Korfu-Stadt sind teuer, teils sehr teuer. Im Süden, im Landesinneren und in den Bergdörfern des Nordens bekommst du alte Steinhäuser deutlich günstiger — oft mit erheblichem Sanierungsbedarf. Mieten in der Stadt sind ganzjährig knapp, weil viel in die Kurzzeitvermietung geht.

Deutschsprachige Community

Eine der ältesten und größten Auswanderergemeinschaften des Landes, historisch stark britisch geprägt, daneben deutschsprachig gewachsen. Es gibt Vereine, Stammtische, deutschsprachige Ärzte und Handwerker, und in manchen Dörfern des Nordostens wohnen mehr Nordeuropäer als Griechen. Für den Einstieg ist das komfortabel — die Gefahr, nie Griechisch zu lernen, ist hier real.

Sehenswürdigkeiten

Die Altstadt mit Alter und Neuer Festung und der Liston-Arkade · Achilleion, das Schloss der Kaiserin Elisabeth · Paleokastritsa mit dem Kloster über den Buchten · Kanoni und die Mäuseinsel Pontikonisi · Angelokastro auf seinem Felsen im Westen · der Pantokrator, höchster Berg der Insel mit Blick bis Albanien · das alte Kanalstädtchen Lefkimmi · Paxos und Antipaxos als Tagesausflug

Feste & Traditionen

Ostern auf Korfu ist berühmt: Am Karsamstag werden vormittags Tonkrüge von den Balkonen auf die Straße geworfen, danach spielen die Blasorchester der Insel — Korfu hat eine Musiktradition mit eigenen Philharmonien, gewachsen aus der venezianischen Zeit. Am 12. August und mehrmals im Jahr wird der Reliquienschrein des heiligen Spyridon durch die Stadt getragen. Und die Kumquat-Likörherstellung ist eine korfiotische Eigenheit.

Wirtschaft & Chancen

Tourismus mit langer Tradition und einer Saison von Mai bis Oktober, dazu Olivenöl, Kumquat-Produkte, Wein und Fischerei. Der Hafen ist Kreuzfahrt- und Fährdrehscheibe. Für Deutschsprachige realistisch: Ferienhausvermietung und -verwaltung, Gastronomie, Bootsvermietung, Handwerk für die zugezogene Gemeinschaft, Reiseleitung. Im Winter ist auf der Insel wirtschaftlich wenig los — kalkuliere die Saison als das, was das Jahr trägt.

Tipp

Wenn du Korfu ernsthaft prüfst, wohn im Februar eine Woche dort. Grün wird die Insel durch Regen — und ein Steinhaus ohne Heizung und Lüftung ist im Winter klamm. Für den Alltag ist der Süden zwischen Messonghi und Lefkimmi die vernünftigste Wahl: ganzjährig bewohnt, günstiger, dreißig bis vierzig Minuten in die Stadt. Der Nordosten ist schön und im Winter fast menschenleer.