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Heizen

Heizen in Griechenland: der Winter ist kürzer, das Haus ist kälter

Griechische Häuser sind für den Sommer gebaut. Wer im Januar zum ersten Mal dort sitzt, versteht, warum Zugezogene über die Heizkosten reden.

6 Min. Lesezeit · 🇬🇷 Griechenland

Heizen in Griechenland: der Winter ist kürzer, das Haus ist kälter

Der Satz, den fast jeder Neuankömmling irgendwann sagt: "Ich hätte nie gedacht, dass mir in Griechenland kalt wird." Es geht nicht um die Außentemperatur — die ist mild. Es geht um die Häuser.

WARUM ES DRINNEN KÄLTER IST ALS DRAUSSEN

Griechische Häuser sind darauf gebaut, den Sommer auszuhalten. Dicke Wände, kleine Fenster, Marmor- oder Fliesenböden, oft keine Dämmung und einfach verglaste Fenster. Im August ist das ein Segen. Im Januar bleibt die Kälte im Stein.

Dazu kommt die Feuchtigkeit. Der griechische Winter ist nass, und ein ungeheiztes Steinhaus schimmelt schnell. Wer im Winter nicht da ist, kommt im Frühjahr zu klammen Wänden zurück.

Wie streng der Winter ist, hängt stark davon ab, wo du wohnst. Kreta, Rhodos und die Südküste kommen mit ein paar kühlen Wochen aus. In Nordgriechenland, in Epirus und in allen Bergregionen schneit es, und dort gilt: Ein Haus ohne ordentliche Heizung ist im Januar unbewohnbar.

WOMIT GEHEIZT WIRD

Heizöl ist der Klassiker, vor allem in Nordgriechenland und in älteren Häusern mit Zentralheizung und Tank. Heizöl wird nur in der kalten Jahreszeit zum ermäßigten Steuersatz verkauft; die Auslieferung beginnt im Herbst. Wer einen Tank hat, kauft in der Regel zwei- bis dreimal pro Winter und achtet auf den Tagespreis.

Klimaanlagen mit Wärmepumpenfunktion sind der meistgenutzte Weg im Süden. Ein moderner Inverter heizt einen Raum schnell und günstig. Der Haken: Er heizt genau diesen einen Raum, nicht das Haus.

Holz und Pellets sind auf dem Land verbreitet. Ein Kaminofen ist gemütlich und billig im Betrieb, macht aber Arbeit und heizt nur, wo er steht.

Erdgas gibt es nur in den Städten. Flüssiggas aus Flaschen oder Tank ist die Alternative dort, wo keine Leitung liegt.

Fernwärme gibt es fast nur im Norden, rund um die früheren Kraftwerksstandorte.

DER ZUSCHUSS, DEN VIELE NICHT KENNEN

Der Staat zahlt einen Heizkostenzuschuss, das επίδομα θέρμανσης. Er ist einkommens- und vermögensabhängig, und die Höhe richtet sich nach der Klimazone — im kalten Norden gibt es mehr als auf den Inseln.

Bezuschusst werden nicht nur Heizöl, sondern auch Erdgas, Flüssiggas, Brennholz, Pellets und Fernwärme.

Zwei Dinge sind dabei entscheidend: Du musst dich anmelden, und du musst die Kaufbelege einreichen. Das läuft über die AADE-Plattform myΘέρμανση beziehungsweise über gov.gr, mit deinen Taxisnet-Zugangsdaten.

Die Fristen sind streng. In der Saison 2025/26 zählten Käufe vom 1. Oktober bis zum 31. März, abgerechnet bis Mitte April, und die Daten mussten bis Ende April eingereicht sein. Wer das verpasst, bekommt nichts — auch dann nicht, wenn er anspruchsberechtigt gewesen wäre.

Also: Heb jeden Beleg auf, ab dem ersten Tank. Und kläre im Oktober, ob du dazugehörst, nicht im März.

FÖRDERUNG FÜR EINE NEUE HEIZUNG

Es gibt staatliche Programme, die den Austausch alter Anlagen bezuschussen — für Wärmepumpen, Solarwarmwasser und die energetische Sanierung von Wohnungen. Sie laufen über gov.gr mit Taxisnet-Zugang, verlangen einen zertifizierten Installateur und haben eigene Fristen und Antragsfenster.

Die Programme wechseln von Jahr zu Jahr. Wenn du sanieren willst, frag vor der Beauftragung nach dem aktuellen Stand — die Reihenfolge ist immer: erst Antrag, dann Einbau. Andersherum gibt es kein Geld.

WAS SICH IM ALTEN HAUS WIRKLICH LOHNT

Wer ein altes Dorfhaus kauft, holt am meisten aus den einfachen Dingen heraus: Fenster mit Doppelverglasung, eine gedämmte oberste Geschossdecke, dichte Türen. Das kostet einen Bruchteil einer neuen Heizanlage und wirkt jeden Winter.

Und ein Warmwasser-Solarkollektor auf dem Dach ist in Griechenland Standard, nicht Öko-Luxus. Von April bis Oktober liefert er das Warmwasser praktisch umsonst.

DER TEST, DEN DU MACHEN SOLLTEST

Bevor du ein Haus kaufst oder mietest, sieh es dir im Winter an. Nicht im Mai.

Frag den Vormieter oder die Nachbarn, was sie im Januar an Heizkosten hatten und wie sie heizen. Sieh nach, ob es einen Öltank gibt und in welchem Zustand er ist. Fass die Wände im Bad an. Und schau in die Ecken hinter den Möbeln — Schimmel zeigt sich dort zuerst.

Ein Haus, das im Sommer traumhaft ist, kann im Winter ein Elend sein. Das merkst du an genau einem Nachmittag im Februar.

(Stand: August 2026. Zuschusshöhen, Fristen und Förderprogramme ändern sich jedes Jahr. Prüfe vor der Saison den aktuellen Stand auf gov.gr.)

Stand: 6.8.2026

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