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Heizen

Heizen in Georgien: Winter in Tiflis, Batumi, Bergen

In Tiflis liegt der Januar um null Grad, an der Küste bei Batumi ist es mild, aber feucht. Entscheidend ist die Gastherme — lass dir vor dem Vertrag die Rechnungen des letzten Januars zeigen.

8 Min. Lesezeit · 🇬🇪 Georgien

Heizen in Georgien: Winter in Tiflis, Batumi, Bergen

Georgien liegt auf der Höhe von Rom, und doch wird es im Winter kalt — nicht überall gleich, aber fast überall kälter, als man es von einem Land mit Weinbergen und Palmen erwartet. Wie gut du durch den Winter kommst, entscheidet sich nicht am Thermometer, sondern an der Wohnung: an der Heizung, an den Fenstern und an der Frage, ob das Haus je gedämmt wurde.

Drei Klimazonen, drei Winter

In Tiflis liegen die Temperaturen im Januar um null Grad, an klaren Tagen scheint die Sonne, in manchen Nächten friert es kräftig. Schnee fällt selten und bleibt kaum liegen. Der Winter ist kurz, aber er kommt.

An der Schwarzmeerküste um Batumi und Kobuleti ist es milder, dafür nass. Frost ist selten, der Regen dagegen häufig, und die Luftfeuchtigkeit bleibt monatelang hoch. Das eigentliche Problem an der Küste ist nicht die Kälte, sondern die Feuchtigkeit in den Wänden.

In den Bergen — in Bakuriani, Kasbegi, Swanetien, aber auch in den höheren Dörfern Kachetiens — ist der Winter lang, schneereich und kalt. Wer dort wohnt, heizt von Oktober bis April.

Womit geheizt wird

In den Städten ist Gas der Normalfall. Die meisten Wohnungen haben eine eigene Gastherme, die Heizkörper und Warmwasser versorgt. Eine zentrale Fernwärme wie in manchen deutschen Städten gibt es praktisch nicht mehr; jede Wohnung heizt für sich. Das ist günstig und zuverlässig, solange die Therme gewartet ist.

In vielen Neubauten, besonders in Batumi, gibt es dagegen keinen Gasanschluss in der Wohnung. Dort wird mit Klimaanlagen und Elektroöfen geheizt. Moderne Klimageräte arbeiten als Wärmepumpe und sind in der Übergangszeit sparsam. Elektroöfen dagegen treiben die Stromrechnung in die teuerste Tarifstufe, weil Strom in Georgien umso mehr kostet, je mehr du verbrauchst.

Auf dem Land wird mit Holz geheizt, oft in einem gusseisernen Ofen, der auch zum Kochen dient. Brennholz kauft man im Herbst bei Händlern im Ort, und wer spät bestellt, zahlt mehr oder bekommt feuchtes Holz. Gas kommt dort teils in Flaschen, in manchen Dörfern auch über das Netz.

Die Häuser

Ein großer Teil der Wohnungen steckt in Plattenbauten aus der Sowjetzeit, dazu kommen die vielen Neubauten der letzten zwanzig Jahre. Beide sind selten gut gedämmt. Einfache Fenster, Wärmebrücken an den Balkonen und undichte Türen sind die Regel, nicht die Ausnahme. In den Altstadthäusern von Tiflis mit ihren Holzbalkonen ist es charmant und im Januar zugig.

Frag bei jeder Wohnung nach den Fenstern. Doppelt verglaste Kunststofffenster machen den größten Unterschied, und eine Nachrüstung ist in Georgien nicht teuer. Ein Eckzimmer über einer offenen Durchfahrt oder direkt unter dem Dach ist im Winter kalt, egal wie gut die Heizung ist.

Feuchtigkeit und Schimmel

An der Küste ist Schimmel das häufigste Wohnproblem. Die Luft ist feucht, die Wände kühlen ab, und hinter Schränken und in Bädern ohne Fenster setzt sich der Schimmel fest. Ein Luftentfeuchter kostet wenig und rettet Möbel, Kleidung und die Gesundheit. Lüfte kurz und kräftig, auch wenn es draußen regnet, und stell Schränke nicht dicht an Außenwände.

Sieh dir bei der Besichtigung die Ecken der Außenwände an, die Fensterlaibungen und die Decke im Bad. Frisch gestrichene Stellen in einer sonst alten Wohnung verraten oft mehr, als der Vermieter sagt.

Was der Winter kostet

Eine Wohnung mit Gastherme und ordentlichen Fenstern ist im Winter günstig zu heizen. Eine Wohnung mit Elektroöfen und einfachen Fenstern kann im Januar ein Mehrfaches kosten, weil jede Kilowattstunde über der zweiten Verbrauchsstufe teurer wird. Der Unterschied zwischen zwei gleich großen Wohnungen im selben Viertel ist oft größer als der Unterschied in der Miete.

Lass dir deshalb vor dem Mietvertrag oder Kauf die Rechnungen des letzten Januars zeigen, für Gas und für Strom. Ein Vermieter, der sie nicht zeigen will, hat meist einen Grund.

Die Klimaanlage richtig nutzen

Eine moderne Klimaanlage heizt im Herbst und Frühling sparsamer als jede andere elektrische Lösung. Stell sie auf eine gleichmäßige Temperatur, statt sie bei Kälte auf volle Leistung zu drehen und dann wieder abzuschalten, und reinige die Filter regelmäßig. In der Übergangszeit, wenn nachts nur wenige Grad fehlen, reicht das Gerät oft ganz. Für den Januar in Tiflis ist es in einer schlecht gedämmten Wohnung dagegen meist zu schwach.

Was im Mietvertrag stehen sollte

Kläre schriftlich, wer die Wartung der Therme bezahlt und wer eine defekte Heizung ersetzt. In Georgien ist das Verhandlungssache, und im Winter ist nicht die Zeit, darüber zu streiten. Steht nichts im Vertrag, hält sich mancher Vermieter an das Prinzip, dass der Mieter alles bezahlt, was während der Mietzeit kaputtgeht.

Die Gastherme

Eine Gastherme braucht Wartung. Lass sie vor dem ersten Winter von einem Fachmann prüfen, und achte darauf, dass der Abzug frei ist und die Wohnung gelüftet wird. Kohlenmonoxid ist geruchlos. Ein Kohlenmonoxidmelder kostet wenig und gehört in jede Wohnung mit Gasgerät, besonders in Altbauten, in denen jemand irgendwann selbst etwas umgebaut hat.

Fällt die Therme im Winter aus, ist ein Handwerker in den Städten meist schnell da. Frag den Vermieter, wen er dafür anruft, bevor es so weit ist.

Stromausfälle

Im Winter, wenn Georgien Strom einführen muss und das Netz am stärksten belastet ist, fällt der Strom häufiger aus als im Sommer, auf dem Land öfter als in der Stadt. Die Versorger investieren derzeit viel in das Netz, die Lage wird besser, aber sie ist nicht deutsch. Eine Gastherme braucht Strom für die Pumpe; bei einem Ausfall wird es auch mit Gas kalt. Wer in einem Haus auf dem Land lebt, hat deshalb einen Holzofen als Rückfall.

In den Bergen

Wer nach Bakuriani, Kasbegi oder Swanetien zieht, lebt mit Schnee, geschlossenen Pässen und langen Wintern. Brennholz für einen ganzen Winter ist eine beträchtliche Menge, und es muss trocken gelagert werden. Straßen werden geräumt, aber nicht sofort. Plane Vorräte ein, besonders Medikamente, und frag die Nachbarn, wie oft der Ort im letzten Winter abgeschnitten war.

Unser Rat

Zieh im Frühling oder Sommer ein, aber entscheide dich für eine Wohnung so, als wäre Januar. Die wichtigsten Fragen sind immer dieselben: Gas oder Strom, welche Fenster, und was hat der letzte Januar gekostet. Und verbring deinen ersten Winter zur Miete — dann weißt du, wie sich Georgien anfühlt, wenn es nicht Weinlese ist.

Stand: 10.9.2026

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