Haustiere & Einreise
Mit Hund und Katze nach Frankreich: Was gilt und was verboten ist
Chip, Tollwutimpfung, EU-Heimtierausweis — mehr braucht es für Hund und Katze nicht. Warum manche Hunde gar nicht einreisen dürfen, welche Auflagen für Kategorie 2 gelten und was Leishmaniose im Süden bedeutet.
Hund, Katze und Frettchen reisen innerhalb der EU unkompliziert nach Frankreich — vorausgesetzt, drei Dinge stimmen: Chip, Impfung und Ausweis. Bei allen anderen Tieren wird es schnell kompliziert.
Die drei Pflichten für Hund, Katze und Frettchen
Erstens der Mikrochip, der vor der Tollwutimpfung gesetzt sein muss — wurde zuerst geimpft und danach gechipt, gilt die Impfung nicht. Zweitens die gültige Tollwutimpfung: Sie muss mindestens 21 Tage vor der Einreise erfolgt sein und darf nicht abgelaufen sein. Und drittens der EU-Heimtierausweis, ausgestellt von einem ermächtigten Tierarzt, in dem Chipnummer und Impfung eingetragen sind.
Damit ist die Einreise erledigt. Es gibt keine Quarantäne, keine Anmeldung und keine Grenzkontrolle für dein Tier — aber es kann kontrolliert werden, und wer ohne gültigen Ausweis unterwegs ist, riskiert die Rückweisung.
Für Welpen gilt: Ohne gültige Tollwutimpfung ist keine Einreise möglich, und geimpft werden darf frühestens mit zwölf Wochen. Rechnerisch sind Welpen also erst ab etwa fünfzehn Wochen reisefähig.
Bei mehr als fünf Tieren
Reist du mit mehr als fünf Tieren, gilt die Reise nicht mehr als privat. Dann brauchst du eine Veterinärbescheinigung und musst über eine Grenzkontrollstelle einreisen. Ausnahmen gibt es für Wettbewerbe und Ausstellungen mit entsprechendem Nachweis.
Kategorien: nicht jeder Hund darf einfach mit
Frankreich teilt bestimmte Hunde in zwei Kategorien ein. Kategorie 1 umfasst Tiere vom Typ Pitbull, Boerbull und Tosa ohne Papiere — diese Hunde dürfen nicht nach Frankreich eingeführt werden, auch nicht vorübergehend. Kategorie 2 umfasst American Staffordshire Terrier, Rottweiler und Tosa mit Abstammungsnachweis; sie dürfen einreisen, unterliegen aber Auflagen.
Für Kategorie-2-Hunde gilt: Maulkorb und Leine im öffentlichen Raum, eine eigene Haftpflichtversicherung, ein Verhaltensgutachten, ein Sachkundenachweis des Halters und eine Erlaubnis der Gemeinde. Ohne diese Papiere drohen Bußgeld und Beschlagnahme. Wer einen solchen Hund hat, klärt das vor dem Umzug — die Einordnung richtet sich nach dem Erscheinungsbild, nicht nur nach dem Papier, und ein Amtstierarzt entscheidet.
Was am Zielort auf dich zukommt
Eine allgemeine Hundesteuer gibt es nicht. Dafür verlangen viele Gemeinden eine Registrierung, und in Gebieten mit Weidevieh sind die Regeln zum Freilauf streng. Die Tollwutimpfung muss laufend aufgefrischt werden, sonst wird der Ausweis ungültig — wichtig, wenn du zwischendurch in die alte Heimat fährst.
Tierärzte sind gut verteilt und arbeiten auf hohem Niveau; die Preise liegen etwas unter deutschen. Eine Tierkrankenversicherung ist verbreitet und lohnt sich bei jungen Tieren. Denk außerdem an die Parasitenvorsorge: In Südfrankreich sind Leishmaniose durch Sandmücken, Herzwurm und die Prozessionsspinner ein reales Risiko. Gegen Leishmaniose gibt es Impfung und Repellenthalsbänder, gegen Prozessionsspinner hilft nur Vorsicht im Frühjahr — der Kontakt kann für einen Hund tödlich enden.
Andere Tiere
Für Vögel, Nagetiere, Reptilien und Fische gelten je nach Art eigene Regeln, teils mit Gesundheitszeugnis und Herkunftsnachweis. Bei geschützten Arten kommt das Washingtoner Artenschutzabkommen ins Spiel; ohne die passenden Papiere ist die Mitnahme verboten, auch wenn das Tier seit Jahren bei dir lebt. Kläre das früh, die Bescheinigungen brauchen Vorlauf.
Pferde reisen mit eigenem Pass und Gesundheitszeugnis; für den dauerhaften Aufenthalt ist eine Registrierung beim französischen Pferdeverband nötig.
Der Transport selbst
Mit dem Auto ist es am einfachsten: Pausen einplanen, Wasser mitnehmen, das Tier nie im geparkten Wagen lassen. Im Flugzeug hängt alles von der Fluggesellschaft ab, kleine Tiere dürfen oft in die Kabine, größere in den Frachtraum; erkundige dich früh, die Plätze sind je Flug begrenzt. Der Zug ist entspannt: In französischen Fernzügen dürfen Hunde gegen einen kleinen Aufpreis mitfahren, kleine Tiere in der Tasche kostenlos oder für wenige Euro.
Wenn das Tier in Frankreich stirbt
Ein Punkt, an den niemand denken will, der aber praktisch ist: Die Beisetzung im eigenen Garten ist unter Bedingungen erlaubt, Tierkrematorien gibt es in allen größeren Städten. Der Tierarzt meldet den Tod, damit der Chip aus dem Register genommen wird — sonst tauchen später Erinnerungen an fällige Impfungen auf.
Katzen müssen gekennzeichnet sein
In Frankreich gilt eine Kennzeichnungspflicht: Katzen, die nach 2012 geboren wurden, müssen gechipt und in der nationalen Datenbank registriert sein, Hunde ohnehin. Nach dem Umzug lässt du die Halterdaten dort auf deine französische Adresse umschreiben — das geht online und ist der Unterschied zwischen einem Tier, das zurückkommt, und einem, das verschwindet. Ohne Kennzeichnung darf ein Tier weder verkauft noch verschenkt werden.
Jagd und freilaufende Hunde
Die Jagd hat in Frankreich einen anderen Stellenwert als in Deutschland, und die Saison läuft je nach Département von September bis Februar, meist an bestimmten Wochentagen. In dieser Zeit gehört der Hund in Waldnähe an die Leine, und eine Signalweste für Mensch und Tier ist keine Übervorsicht. Die Termine hängen an der mairie aus.
Frei laufende Hunde in der Nähe von Weidevieh sind ein ernstes Thema: Der Halter haftet, und in Regionen mit Schafhaltung sind Herdenschutzhunde unterwegs, die ihre Aufgabe ernst nehmen. Umgehen statt durchqueren.
Ein Tier vor Ort aufnehmen
Tierheime und Vereine vermitteln viele Hunde und Katzen, und die Zahl der Fundtiere steigt jeden Sommer. Die Vermittlung läuft unbürokratisch, verlangt aber einen Wohnnachweis und oft einen Besuch. Wer noch nicht sicher ist, ob er bleibt, sollte es lassen — eine Rückführung ist aufwendiger als die Aufnahme.
Zurück in die alte Heimat
Für Besuche gilt dasselbe in umgekehrter Richtung: gültige Tollwutimpfung, Chip, EU-Heimtierausweis. Achte auf das Ablaufdatum der Impfung, es richtet sich nach dem eingetragenen Impfstoff und nicht nach dem Kalenderjahr. Für Reisen nach Großbritannien, Irland, Finnland, Norwegen und Malta kommt eine Bandwurmbehandlung durch den Tierarzt hinzu, die ein bis fünf Tage vor der Einreise eingetragen sein muss.
Der Tierarzt vor Ort
Such ihn dir früh und nicht erst im Notfall. Es gibt einen Bereitschaftsdienst, aber die Nummern hängen an der Praxistür und stehen selten im Netz. Bring beim ersten Besuch den Impfpass und, wenn vorhanden, den Behandlungsverlauf mit — französische Tierärzte arbeiten gründlich und stellen ohne Vorgeschichte viele Fragen.