🇪🇨 Ecuador
Zamora Chinchipe
- Hauptstadt: Zamora
- Einwohner: 110.973
- Fläche: 10.559 km²
- Typ: Die Provinzen
Zamora Chinchipe liegt im äußersten Südosten an der peruanischen Grenze und ist mit 110.973 Einwohnern nach Galápagos die zweitkleinste Provinz Ecuadors — auf 10.559 Quadratkilometern, also gut zehn Menschen je Quadratkilometer.
Sie unterscheidet sich von den anderen Amazonasprovinzen: Statt flachem Tiefland ist sie gebirgig. Die Cordillera del Cóndor zieht sich hier entlang der Grenze, ein eigenständiges Gebirge mit Tafelbergen aus Sandstein und einer Pflanzenwelt, die nirgendwo sonst vorkommt. Biologen zählen die Region zu den botanisch reichsten der Erde.
Die Hauptstadt Zamora liegt auf 970 Metern am Zusammenfluss von Zamora und Bombuscaro, gegründet 1549 und damit eine der ältesten Städte des Landes. Sie nennt sich „Stadt der Vögel und der Wasserfälle" und steht am östlichen Eingang des Nationalparks Podocarpus. Größere Stadt und Handelszentrum ist allerdings Yantzaza im Norden.
In Palanda, im Süden der Provinz, wurde 2002 die Fundstätte Santa Ana-La Florida ausgegraben. Sie hat die Geschichte des Kakaos umgeschrieben: Hier wurde er vor rund 5.300 Jahren verwendet — anderthalb Jahrtausende früher als in Mittelamerika, wohin man den Ursprung bis dahin verortet hatte.
Und dann der Konflikt, der die Provinz prägt: In der Cordillera del Cóndor liegen große Kupfer- und Goldvorkommen. Der Bergbau ist zum größten Wirtschaftsfaktor geworden und zugleich zum härtesten Streitthema zwischen Unternehmen, Regierung, Shuar-Gemeinden und Umweltschutz.
Für Zugezogene ist die Provinz kein Wohnziel — aber sie ist von Loja aus in gut anderthalb Stunden erreichbar und damit die am leichtesten zugängliche Amazonasregion Ecuadors.
Charakter
Bergiges Amazonasgebiet an der peruanischen Grenze: Tafelberge der Cordillera del Cóndor, die botanisch reichste Ecke des Landes — und der Ort, an dem der Kakao seinen Ursprung hat.
Klima
Feuchtwarm, aber wegen der Höhenlage milder als die übrigen Amazonasprovinzen. In Zamora auf 970 Metern liegen die Tageswerte bei 22 bis 28 Grad, nachts bei 16 bis 19. Niederschlag fällt in jedem Monat, eine echte Trockenzeit gibt es nicht; am nassesten ist es zwischen März und Juli. In den höheren Lagen der Cordillera del Cóndor wird es deutlich kühler und nebliger, im Norden um Yantzaza wärmer.
Budget & Lebenshaltung
Sehr günstig. Wohnungen in Zamora oder Yantzaza liegen bei 150 bis 300 Dollar, ein Paar käme mit 850 bis 1.150 Dollar im Monat aus. Die Auswahl an Waren ist begrenzt, für vieles fährt man nach Loja. In den Bergbauorten sind die Preise durch die Löhne der Minen spürbar höher als im Rest der Provinz.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es nicht. Ausländer sind hier fast ausschließlich Fachleute der Bergbauunternehmen, Forschende oder Mitarbeitende von Umweltorganisationen. Prägend sind die Shuar-Gemeinden im Osten und die Saraguro, die aus dem benachbarten Loja hierher gesiedelt sind und ihre Tracht und Sprache bewahrt haben. Der Alltag läuft auf Spanisch.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Der Nationalpark Podocarpus mit dem Eingang Bombuscaro bei Zamora
[*]Die Tafelberge der Cordillera del Cóndor
[*]Die Fundstätte Santa Ana-La Florida in Palanda, älteste bekannte Kakaokultur der Welt
[*]Die Wasserfälle rund um Zamora
[*]Das Naturschutzgebiet Tapichalaca mit seinen seltenen Vogelarten
[*]Der Río Nangaritza mit seinen Schluchten
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Feste & Traditionen
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[*]Provinztag von Zamora Chinchipe am 10. November
[*]Fiestas de Zamora am 6. Oktober, Gründungstag von 1549
[*]Die Chonta-Ernte im Frühjahr in den Shuar-Gemeinden
[*]Inti Raymi im Juni bei den zugewanderten Saraguro
[*]Die Kakaomesse in Palanda
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Wirtschaft & Chancen
Zamora Chinchipe lebt vom Bergbau, von Landwirtschaft, Viehzucht, Kaffee und Kakao. Für Zugezogene gibt es außerhalb des Bergbaus kaum Möglichkeiten — der stellt über Verträge aus Quito ein. Wo eine echte Lücke liegt, ist der Kaffee: Die Bohnen aus Palanda und Chinchipe gehören zu den besten Ecuadors, mehrfach ausgezeichnet, und die Erzeugergenossenschaften suchen Zugang zu europäischen Röstern und Zertifizierungen. Dasselbe gilt für den Kakao aus der Ursprungsregion.
Tipp
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[*]Von Loja aus sind es nur gut anderthalb Stunden über den Pass — die einfachste Art, das ecuadorianische Amazonasgebiet kennenzulernen
[*]Für Fachärzte fährt man nach Loja. Zamora hat ein Krankenhaus für Alltägliches
[*]Die Gelbfieberimpfung ist für diese Provinz empfohlen und muss mindestens zehn Tage vorher erfolgt sein
[*]Der Bergbau ist hier ein offener Konflikt. Wer die Region bereist, sollte sich der Lage bewusst sein und Gemeinden nicht ungefragt fotografieren
[*]Der Nationalpark Podocarpus hat zwei Eingänge — den kühlen bei Loja und den warmen bei Zamora. Beide lohnen, und sie zeigen völlig verschiedene Landschaften
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