🇪🇨 Ecuador
Pastaza
- Hauptstadt: Puyo
- Einwohner: 111.915
- Fläche: 29.068 km²
- Typ: Die Provinzen
Pastaza ist mit 29.068 Quadratkilometern die größte Provinz Ecuadors — größer als Belgien — und mit 111.915 Einwohnern zugleich eine der leersten. Vier Menschen je Quadratkilometer; der überwiegende Teil der Provinz ist unerschlossener Regenwald ohne Straßen.
Die Hauptstadt Puyo liegt auf 950 Metern dort, wo die Anden endgültig in das Tiefland übergehen, und ist mit rund 40.000 Einwohnern das Eingangstor zum südlichen Amazonasgebiet. Von hier aus starten die kleinen Flugzeuge in Gemeinden, die anders gar nicht erreichbar sind.
Sieben indigene Nationalitäten leben in Pastaza — Kichwa, Shuar, Achuar, Shiwiar, Zápara, Andoa und Waorani. Die Zápara-Kultur mit ihrer mündlichen Überlieferung steht auf der UNESCO-Liste des immateriellen Kulturerbes; ihre Sprache haben nur noch wenige Menschen.
Der Vulkan Sangay im Westen und der Río Pastaza, der über die Anden hereinkommt, prägen die Landschaft. Zwischen Baños und Puyo führt die Straße der Wasserfälle, die Ruta de las Cascadas — eine der eindrucksvollsten Strecken des Landes.
Für Zugezogene ist Pastaza kein Wohnziel, sondern das Gegenteil: der Ort, an den man fährt, um zu sehen, wie groß und wie unberührt Ecuador noch ist.
Charakter
Die größte und leerste Provinz des Landes: sieben indigene Nationalitäten, weglose Regenwaldflächen und die Straße der Wasserfälle als Zugang.
Klima
Feuchtwarm und außerordentlich regenreich. In Puyo auf 950 Metern liegen die Tageswerte bei 24 bis 29 Grad, nachts bei 17 bis 19. Puyo gilt als einer der regenreichsten Orte Ecuadors — Niederschlag fällt an den meisten Tagen des Jahres, eine Trockenzeit gibt es nicht. Weiter östlich im Tiefland wird es wärmer, weiter westlich am Andenhang kühler und nebliger. Die Luftfeuchte liegt dauerhaft sehr hoch.
Budget & Lebenshaltung
Günstig. Wohnungen in Puyo liegen bei 150 bis 300 Dollar, ein Paar käme mit 850 bis 1.150 Dollar im Monat aus. Die Auswahl an Waren ist begrenzt, vieles kommt über Ambato und Baños. Wer weiter draußen wohnt, ist auf kleine Flugzeuge oder Boote angewiesen — das verändert jede Kostenrechnung grundlegend.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es nicht. Ausländer leben hier fast ausschließlich im Umfeld von Missionen, Naturschutz, Forschung und Gemeinschaftstourismus, meist befristet. Prägend sind die indigenen Nationalitäten mit eigenen Organisationen und einer starken politischen Vertretung — Pastaza ist historisch eines der Zentren der indigenen Bewegung Ecuadors. Der Alltag läuft auf Spanisch, in den Gemeinden auf Kichwa, Shuar oder Achuar.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Die Ruta de las Cascadas zwischen Baños und Puyo mit dem Wasserfall Pailón del Diablo
[*]Der Botanische Garten Las Orquídeas bei Puyo
[*]Der Nationalpark Llanganates westlich der Provinz
[*]Das Naturschutzgebiet Yasuní an der nördlichen Grenze
[*]Die Gemeinschaftsprojekte der Achuar und Kichwa, erreichbar per Kleinflugzeug oder Boot
[*]Der Río Pastaza mit seinen Schluchten
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Feste & Traditionen
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[*]Provinztag von Pastaza am 10. November
[*]Fiestas de Puyo am 12. Mai
[*]Der Tag des Amazonasgebiets am 12. Februar
[*]Das Chonta-Fest im Frühjahr in den Kichwa- und Shuar-Gemeinden
[*]Die Feria Agrícola y Ganadera in Puyo im November
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Wirtschaft & Chancen
Pastaza lebt von Landwirtschaft, Viehzucht, Holz, kleinem Handel und Tourismus; im Norden spielt die Erdölförderung eine Rolle. Für Zugezogene ist Gemeinschaftstourismus in Zusammenarbeit mit den indigenen Nationalitäten das einzige Feld mit Perspektive — es braucht Sprache, Zeit und Vertrauen, bevor es etwas trägt. Bei Erzeugnissen wie Guayusa, Kakao und Handwerk fehlt derselbe Zugang zu europäischen Abnehmern wie in den Nachbarprovinzen.
Tipp
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[*]Für Fachärzte fährt man nach Ambato, rund drei Stunden westlich. Puyo hat ein Krankenhaus für Alltägliches
[*]Die Gelbfieberimpfung ist für diese Provinz dringend empfohlen und muss mindestens zehn Tage vorher erfolgt sein
[*]Reisen in die entlegenen Gemeinden laufen über anerkannte Gemeinschaftsprojekte, oft mit Kleinflugzeug. Das braucht Vorlauf und lässt sich nicht spontan machen
[*]Bring Regensachen mit, nicht nur eine Jacke. In Puyo regnet es an den meisten Tagen des Jahres
[*]Die Ruta de las Cascadas fährt man am besten mit dem Fahrrad bergab von Baños aus — Räder werden dort vermietet, der Rücktransport ist organisiert
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