🇪🇨 Ecuador
Orellana
- Hauptstadt: Puerto Francisco de Orellana
- Einwohner: 182.166
- Fläche: 21.675 km²
- Typ: Die Provinzen
Orellana ist Ecuadors jüngste Provinz — 1998 aus Napo herausgelöst — und mit 182.166 Einwohnern auf rund 21.700 Quadratkilometern eine der leersten. Sie ist zugleich der Ort, an dem sich zwei Dinge treffen, die schwerer zusammenpassen als irgendwo sonst im Land: Erdöl und einer der artenreichsten Flecken der Erde.
Der Nationalpark Yasuní gilt Biologen als eines der biodiversesten Gebiete des Planeten. Auf einem einzigen Hektar wachsen mehr Baumarten als in ganz Nordamerika. Er ist zugleich Rückzugsgebiet der Tagaeri und Taromenane, zweier Gruppen, die in freiwilliger Isolation leben — ohne Kontakt zur übrigen Gesellschaft.
Unter dem Park liegt Erdöl. Bei der Volksabstimmung vom 20. August 2023 hat eine Mehrheit der Ecuadorianer für die Einstellung der Förderung im Block 43-ITT gestimmt. Die Umsetzung zieht sich hin und wird bis heute politisch und juristisch ausgefochten — wer sich für diese Region interessiert, sollte den aktuellen Stand prüfen.
Die Hauptstadt heißt offiziell Puerto Francisco de Orellana, wird aber von allen „El Coca" genannt. Sie liegt am Zusammenfluss von Napo, Coca und Payamino und ist die Basis für alles, was flussabwärts geschieht — Ölarbeit, Forschung, Reisen in den Yasuní.
Für Zugezogene ist Orellana kein Wohnziel. Es ist eine Arbeitsregion und ein Naturgebiet von Weltrang, und für beides fährt man hin, ohne zu bleiben.
Charakter
Amazonasprovinz zwischen Ölfeldern und dem Yasuní — einem der artenreichsten Gebiete der Erde und Rückzugsraum zweier unkontaktierter Völker.
Klima
Tropisch feucht das ganze Jahr, auf rund 250 Metern über dem Meer. Tageswerte von 27 bis 33 Grad, nachts kaum unter 21, mit sehr hoher Luftfeuchte. Regen fällt in jedem Monat, am meisten zwischen März und Juli. Eine Trockenzeit gibt es nicht. Ohne Klimaanlage oder Ventilator ist das Wohnen hier beschwerlich, und Schimmel ist in jeder Wohnung ein Dauerthema.
Budget & Lebenshaltung
Die Lebenshaltung ist niedrig, die Wohnkosten in El Coca allerdings höher, als die Größe der Stadt vermuten ließe — die Ölindustrie treibt die Mieten. Wohnungen liegen bei 200 bis 400 Dollar. Vieles muss aus Quito herangeschafft werden und ist entsprechend teurer als im Hochland. Ein Paar käme mit 950 bis 1.300 Dollar im Monat aus.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde im üblichen Sinn gibt es nicht. Ausländer sind hier fast ausschließlich Fachleute der Ölindustrie, Forschende an den Feldstationen im Yasuní oder Mitarbeitende von Umwelt- und Menschenrechtsorganisationen — meist befristet. Prägend sind die Kichwa- und Waorani-Gemeinden, deren Verhältnis zur Ölförderung seit Jahrzehnten konfliktreich ist.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Der Nationalpark Yasuní, UNESCO-Biosphärenreservat
[*]Die Lagune von Limoncocha mit ihren Kaimanen und Vögeln
[*]Der Zusammenfluss von Napo, Coca und Payamino in El Coca
[*]Die Papageien-Lecken am Napo, an denen sich täglich Hunderte Vögel sammeln
[*]Die Forschungsstationen im Yasuní mit ihren Aussichtstürmen über dem Kronendach
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Feste & Traditionen
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[*]Provinztag von Orellana am 30. Juli
[*]Fiestas de El Coca am 30. April
[*]Der Tag des Amazonasgebiets am 12. Februar
[*]Die Chonta-Ernte im Frühjahr mit ihren Festen in den Gemeinden
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Wirtschaft & Chancen
Orellana lebt in erster Linie vom Erdöl, daneben von Landwirtschaft, Holz und in kleinem Umfang vom Tourismus. Für Zugezogene gibt es außerhalb der Ölindustrie und der Forschung praktisch keine Möglichkeiten, und beide Bereiche stellen im Regelfall über Verträge aus Quito ein. Wer aus Umwelt- oder Entwicklungsarbeit kommt, findet hier ein Betätigungsfeld — mit dem klaren Hinweis, dass die Konflikte um Land und Öl real sind und Außenstehende schnell zwischen die Fronten geraten.
Tipp
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[*]Für Fachärzte fliegt oder fährt man nach Quito — rund sieben Stunden über die Straße, gut eine halbe Stunde mit dem Flugzeug ab El Coca
[*]Die Gelbfieberimpfung ist für diese Provinz dringend empfohlen und muss mindestens zehn Tage vor der Reise erfolgt sein
[*]Reisen in den Yasuní laufen über zugelassene Lodges und Führer. Gebiete der unkontaktiert lebenden Gruppen sind gesperrt und dürfen unter keinen Umständen betreten werden
[*]Prüfe den aktuellen Stand der Volksabstimmung von 2023 zum Ölblock 43-ITT, wenn du dich für die Lage in der Region interessierst
[*]Malaria kommt hier vor. Sprich vor der Reise mit einem Tropenmediziner
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