🇪🇨 Ecuador
Napo
- Hauptstadt: Tena
- Einwohner: 131.675
- Fläche: 12.513 km²
- Typ: Die Provinzen
Napo ist der Übergang: Auf wenigen Autostunden fällt das Land von den vergletscherten Andengipfeln in den Regenwald des Amazonasbeckens. 131.675 Menschen leben auf 12.513 Quadratkilometern — gut zehn je Quadratkilometer.
Es ist die indigenste Provinz Ecuadors. Über die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als indigen, überwiegend als Kichwa des Tieflands, und in vielen Gemeinden ist Kichwa die erste Sprache. Die Guayusa, ein koffeinhaltiges Blatt, das hier seit Jahrhunderten vor Sonnenaufgang als Aufguss getrunken wird, kommt aus dieser Provinz und hat inzwischen den Weg nach Europa gefunden.
Die Hauptstadt Tena liegt auf 510 Metern am Zusammenfluss von Tena und Pano und ist das Tor zum ecuadorianischen Amazonasgebiet. Sie gilt als Hauptstadt des Wildwassersports — die Flüsse Jatunyacu, Misahuallí und Quijos ziehen Kajakfahrer aus aller Welt an.
Im Nordwesten liegt der Antisana, ein vergletscherter Vulkan von 5.704 Metern, dessen Schutzgebiet einen Teil des Trinkwassers für Quito liefert. Und über Baeza und den Quijos-Pass führt die Straße, auf der viele Zugezogene zum ersten Mal die Anden in Richtung Regenwald überqueren.
Für Zugezogene ist Napo als Wohnort kaum geeignet — feuchtheiß, abgelegen, mit begrenzter medizinischer Versorgung. Als Ziel für eine Woche im Regenwald ist es dagegen die naheliegendste Wahl von Quito aus.
Charakter
Wo die Anden in den Regenwald fallen: Kichwa-Land, Wildwasserflüsse und der vergletscherte Antisana — die indigenste Provinz des Landes.
Klima
Feuchtwarm und regenreich das ganze Jahr, ohne echte Trockenzeit. In Tena auf 510 Metern liegen die Tageswerte bei 26 bis 32 Grad, nachts bei 19 bis 21, bei sehr hoher Luftfeuchte. Niederschlag fällt in jedem Monat, am meisten zwischen April und Juli. Im Nordwesten, um Baeza und Papallacta auf über 2.000 Metern, ist es dagegen kühl, neblig und nass — dort ist es dieselbe Provinz und ein völlig anderes Klima.
Budget & Lebenshaltung
Sehr günstig, mit den Einschränkungen einer abgelegenen Provinz. Wohnungen in Tena liegen bei 150 bis 300 Dollar, ein Paar käme mit 850 bis 1.150 Dollar im Monat aus. Vieles muss allerdings aus Quito oder Ambato herangebracht werden, und die Auswahl ist begrenzt. Wer aufs Land zieht, sollte lange Fahrten und eine gewisse Selbstversorgung einplanen.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es nicht. Ausländer leben hier fast ausschließlich im Umfeld von Öko-Lodges, Naturschutzprojekten oder Forschung. Prägend sind die Kichwa-Gemeinden des Tieflands mit eigenen Strukturen und einer wachsenden Zahl an Gemeinschaftsprojekten im Tourismus. Wer hierherkommt, braucht Spanisch, und Kichwa öffnet Türen, die Spanisch allein nicht öffnet.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Das Naturschutzgebiet Antisana mit dem vergletscherten Vulkan
[*]Die Thermalquellen von Papallacta auf 3.300 Metern
[*]Der Nationalpark Sumaco Napo-Galeras
[*]Die Wildwasserflüsse Jatunyacu und Quijos
[*]Der Tiergarten AmaZOOnico bei Misahuallí, eine Auffangstation für beschlagnahmte Wildtiere
[*]Die Kichwa-Gemeinden mit ihren Gemeinschaftsprojekten und dem Guayusa-Anbau
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Feste & Traditionen
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[*]Das Guayusa-Ritual vor Sonnenaufgang in den Kichwa-Gemeinden
[*]Provinztag von Napo am 12. Februar, zugleich Tag des Amazonasgebiets
[*]Fiestas de Tena am 15. November
[*]Die Chonta-Ernte im Frühjahr mit ihren Festen
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Wirtschaft & Chancen
Napo lebt von Landwirtschaft, Kakao, Guayusa, Holz und Tourismus. Für Zugezogene ist Öko- und Gemeinschaftstourismus das einzige Feld mit echter Perspektive — Lodges, Führungen, Wildwasser —, und das funktioniert nur in Zusammenarbeit mit den Kichwa-Gemeinden. Interessant ist außerdem die Guayusa: Sie hat in Europa einen wachsenden Markt, und die Erzeugerorganisationen suchen Zugang zu Abnehmern und Zertifizierung.
Tipp
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[*]Für Fachärzte fährt man nach Quito, rund fünf Stunden über den Pass. Tena hat ein Krankenhaus für Alltägliches
[*]Die Thermalquellen von Papallacta liegen auf halbem Weg nach Quito und sind der angenehmste Zwischenstopp, den Ecuador zu bieten hat
[*]Gegen Mücken und Feuchtigkeit vorsorgen: Netz, Mittel, Luftentfeuchter. Und die Gelbfieberimpfung gehört für Reisen in diese Provinz dazu
[*]Wer Kichwa-Gemeinden besuchen will, tut das über anerkannte Gemeinschaftsprojekte, nicht auf eigene Faust
[*]Die Straße von Quito über Papallacta nach Tena ist gut ausgebaut, aber bei Nebel anspruchsvoll — nicht nachts fahren
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