🇪🇨 Ecuador
Morona Santiago
- Hauptstadt: Macas
- Einwohner: 192.508
- Fläche: 25.690 km²
- Typ: Die Provinzen
Morona Santiago ist mit 25.690 Quadratkilometern die zweitgrößte Provinz Ecuadors und mit 192.508 Einwohnern zugleich eine der am dünnsten besiedelten — knapp acht Menschen je Quadratkilometer. Sie liegt im südlichen Amazonasgebiet, zwischen der Ostflanke der Anden und dem Tiefland an der peruanischen Grenze.
Prägend ist das Volk der Shuar. Über die Hälfte der Bevölkerung bezeichnet sich als indigen, und die Shuar-Sprache ist neben Kichwa im Alltag lebendig. Die Shuar waren die einzige Ethnie Amazoniens, die weder von den Inka noch von den Spaniern dauerhaft unterworfen wurde — sie sind in Europa eher unter einem Namen bekannt, der ihnen von außen gegeben wurde und den sie selbst nicht verwenden.
Die Hauptstadt Macas liegt auf rund 1.000 Metern am Rand des Tieflands und ist mit gut 25.000 Einwohnern eine kleine, freundliche Stadt mit einem der besten Aussichtspunkte auf den Vulkan Sangay. Der Sangay ist einer der aktivsten Vulkane der Welt und Namensgeber eines Nationalparks, der seit 1983 UNESCO-Welterbe ist.
Für Zugezogene ist Morona Santiago kein Wohnziel: kein Anschluss, keine Gemeinde, feuchtheißes Klima, weite Wege. Als Reiseziel ist es dagegen eines der wenigen Gebiete, in denen man den Übergang von den Anden in den Regenwald an einem Tag erlebt.
Charakter
Südliches Amazonasgebiet: Shuar-Land, Nebelwald am Andenrand, der aktive Vulkan Sangay — weit, grün und dünn besiedelt.
Klima
Feuchtwarm und regenreich das ganze Jahr, ohne echte Trockenzeit. In Macas auf rund 1.000 Metern liegen die Tageswerte bei 24 bis 30 Grad, nachts bei 18 bis 20. Weiter östlich im Tiefland wird es wärmer und feuchter, weiter westlich am Andenhang kühler. Niederschlag fällt in jedem Monat, mit einem Maximum zwischen April und Juli. Die Luftfeuchte liegt dauerhaft hoch — Schimmel ist hier das größte Problem jeder Wohnung.
Budget & Lebenshaltung
Sehr günstig, aber mit Einschränkungen. Wohnungen in Macas liegen bei 150 bis 300 Dollar, ein Paar käme mit 850 bis 1.150 Dollar im Monat aus. Was hier fehlt, sind Auswahl und Versorgung: Vieles muss aus Cuenca oder Riobamba kommen, und die Fahrt dorthin dauert. Wer aufs Land zieht, sollte Selbstversorgung und lange Anfahrten einplanen.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es nicht. Ausländer leben hier fast ausschließlich im Umfeld von Missionen, Naturschutzprojekten oder Forschung. Die Provinz ist stark von den Shuar geprägt, die eigene Gemeindestrukturen und eine eigene politische Vertretung haben. Wer hierherkommt, braucht Spanisch und Geduld — und bewegt sich in einem kulturellen Umfeld, das mit dem ecuadorianischen Hochland wenig gemein hat.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Der Nationalpark Sangay, seit 1983 UNESCO-Welterbe
[*]Die Aussicht auf den Vulkan Sangay von Macas aus
[*]Die Höhlen von Cueva de los Tayos
[*]Die Wasserfälle und Nebelwälder um Nueva Tarqui
[*]Die Shuar-Gemeinden mit ihren Gemeinschaftsprojekten
[*]Der Fluss Upano und seine Schluchten
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Feste & Traditionen
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[*]Das Shuar-Fest Uwí zur Zeit der Chontaduro-Ernte
[*]Provinztag von Morona Santiago am 24. Februar
[*]Fiestas de Macas am 29. Mai
[*]Die Feier zur Gründung von Sucúa im Dezember
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Wirtschaft & Chancen
Die Provinz lebt von Landwirtschaft, Viehzucht, Holz, Fischzucht und in Teilen vom Bergbau, der örtlich stark umstritten ist. Für Zugezogene gibt es hier keinen Markt für Dienstleistungen an Ausländern. Was funktioniert, ist Gemeinschaftstourismus in Zusammenarbeit mit den Shuar-Gemeinden und die Vermarktung von Erzeugnissen wie Guayusa, Kakao und Chontaduro — beides braucht Zeit, Vertrauen und Sprachkenntnisse, bevor es etwas trägt.
Tipp
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[*]Für Fachärzte fährt man nach Cuenca, rund fünf Stunden über die Anden. Macas hat ein Krankenhaus für Alltägliches
[*]Die Straße von Cuenca nach Macas führt über einen Pass auf über 3.000 Meter und ist bei Nebel und Regen anspruchsvoll — fahr sie nicht nachts
[*]Wer Shuar-Gemeinden besuchen will, tut das über anerkannte Gemeinschaftsprojekte und nicht auf eigene Faust
[*]Gegen Mücken und Feuchtigkeit gehört hier vorgesorgt: Netz, Mittel und ein Luftentfeuchter
[*]Zum Flughafen Quito sind es rund acht Stunden über die Straße
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