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🇪🇨 Ecuador

Manta und Bahía de Caráquez

Manta und Bahía de Caráquez

Die Provinz Manabí hat die längste Küste Ecuadors, und an ihr liegen die beiden Orte, die für Zugezogene am ehesten in Frage kommen — beide am Meer, aber grundverschieden.

Manta ist mit 271.145 Einwohnern im Kanton die größte Stadt der Provinz und der wichtigste Fischereihafen des Landes. Hier wird ein erheblicher Teil des weltweit gehandelten Thunfischs verarbeitet. Es gibt einen Flughafen, große Einkaufszentren, Kliniken, eine Universität und mit dem Playa Murciélago einen Stadtstrand, der abends voll ist. Manta ist keine hübsche Stadt, aber eine funktionierende.

Bahía de Caráquez, hundert Kilometer nördlich, ist das Gegenstück: ein Städtchen von gut zwanzigtausend Menschen auf einer schmalen Landzunge zwischen Fluss und Meer, mit einer ruhigen Promenade und dem Ruf, Ecuadors erste „Öko-Stadt" zu sein. Der Kanton Sucre, zu dem es gehört, hat 62.841 Einwohner. Über eine Brücke erreicht man San Vicente und wenige Kilometer weiter Canoa, einen bekannten Surfort.

Die Zahlen dieser Kachel sind die Summe der Kantone Manta und Sucre.

Und ein Punkt, der hierhergehört: Am 16. April 2016 traf ein Erdbeben der Stärke 7,8 genau diese Küste. Manta, Portoviejo und Bahía wurden schwer getroffen, Hunderte Menschen starben. Der Wiederaufbau ist weit fortgeschritten, aber wer hier baut oder kauft, sollte die Bauweise prüfen lassen und eine Gebäudeversicherung mit ausdrücklicher Erdbebendeckung abschließen.

Charakter

Ein arbeitender Fischereihafen mit Stadtstrand und ein stilles Küstenstädtchen auf einer Landzunge. Warm, günstig, ecuadorianisch — und auf Meereshöhe.

Klima

Warm das ganze Jahr, auf Meereshöhe. Von Januar bis April ist Regenzeit mit 28 bis 33 Grad und hoher Luftfeuchte, von Juni bis November ist es mit 23 bis 28 Grad kühler und deutlich trockener, dafür liegt dann häufig eine graue Wolkendecke über der Küste. Eine Heizung braucht hier niemand, eine Klimaanlage oder wenigstens ein Deckenventilator dagegen fast jeder. Die Luftfeuchte setzt Textilien, Leder und Elektronik zu — ein Luftentfeuchter im Schlafzimmer ist keine Übertreibung.

Budget & Lebenshaltung

Einer der günstigsten Küstenabschnitte des Landes. Ein Paar lebt hier mit 1.000 bis 1.400 Dollar im Monat gut. Wohnungen in Manta liegen bei 250 bis 500 Dollar, mit Meerblick darüber; in Bahía sind sie ähnlich, in den kleineren Orten günstiger. Fisch, Obst und Gemüse sind hier billiger als irgendwo sonst in Ecuador. Der größte Einzelposten ist die Klimaanlage — an dieser Küste läuft sie viele Monate im Jahr.

Deutschsprachige Community

Bahía de Caráquez hat für seine Größe eine erstaunlich internationale Bevölkerung, überwiegend nordamerikanisch, mit einem Umfeld aus Umwelt- und Gesundheitsprojekten. In Manta ist die Zahl der Zugezogenen kleiner, dafür gibt es durch den Hafen und die Fischindustrie viele internationale Kontakte. Deutschsprachige gibt es einzeln, weder Verein noch Schule — wer hier lebt, tut das auf Spanisch. In Canoa und Puerto López weiter südlich ist das Publikum jünger und stärker vom Tourismus geprägt.

Sehenswürdigkeiten

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[*]Playa Murciélago, der Stadtstrand von Manta
[*]Die Uferpromenade und die Landzunge von Bahía de Caráquez
[*]Die Vogelinsel Isla Corazón im Mündungsgebiet des Río Chone
[*]Der Surfort Canoa mit seinem kilometerlangen Strand
[*]Montecristi, wo die echten Panamahüte geflochten werden — die Stadt liegt zwanzig Minuten von Manta
[*]Der Nationalpark Machalilla und die Isla de la Plata bei Puerto López, südlich davon
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Feste & Traditionen

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[*]Karneval im Februar, an dieser Küste besonders ausgelassen
[*]Fiestas de Manta am 4. November, Gründungstag des Kantons
[*]Die Walbeobachtungssaison von Juni bis September, wenn die Buckelwale vor der Küste kalben
[*]Der 12. Oktober, an dem in Portoviejo und Umgebung die Provinz gefeiert wird
[*]Semana Santa mit Fanesca und Prozessionen
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Wirtschaft & Chancen

Manta lebt vom Fisch — Fang, Verarbeitung, Export — dazu vom Hafen, vom Handel und in geringerem Maß vom Tourismus. Bahía und die kleineren Orte leben von Landwirtschaft, Garnelenzucht und Reisenden. Für Zugezogene sind Pensionen, Gastronomie und Ferienvermietung der naheliegende Weg, mit derselben Einschränkung wie überall an der Küste: Das Geschäft ist saisonal. Interessanter ist alles, was mit Export zu tun hat — wer europäische Handelswege kennt, findet in Manabí Erzeuger, denen genau das fehlt. Fernarbeit funktioniert in Manta gut, in den kleineren Orten sollte die Verbindung vorher geprüft werden.

Tipp

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[*]Lass bei jedem Haus- oder Wohnungskauf die Bauweise prüfen. Das Beben von 2016 hat gezeigt, welche Gebäude an dieser Küste standhalten und welche nicht
[*]Schließe eine Gebäudeversicherung mit ausdrücklicher Erdbebendeckung ab und lies den Selbstbehalt — er ist meist ein Prozentsatz der Versicherungssumme
[*]Für Fachärzte fährt man nach Portoviejo oder Guayaquil. Manta hat Kliniken, aber nicht jede Fachrichtung
[*]Besichtige zwischen Juli und Oktober, nicht nur im Februar — die graue Jahreszeit gehört zum Bild dazu
[*]Zum internationalen Flughafen Guayaquil sind es rund drei Autostunden; Mantas eigener Flughafen fliegt vor allem innerhalb Ecuadors
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