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🇪🇨 Ecuador

Manabí

Manabí

Manabí hat die längste Küste Ecuadors und ist mit 1.592.840 Einwohnern auf 18.400 Quadratkilometern die drittbevölkerungsreichste Provinz des Landes. Sie ist das Herz der montubischen Kultur — so heißt die bäuerliche Bevölkerung der ecuadorianischen Küstenebene, die hier mit einundvierzig Prozent den höchsten Anteil im ganzen Land stellt, mit eigener Reitkunst, eigener Musik und eigenen Festen.

Die Hauptstadt Portoviejo ist mit 322.925 Einwohnern im Kanton die größte, gefolgt von Manta mit 271.145 und Chone mit 128.166. Manta und Bahía de Caráquez haben in dieser Liste eine eigene Kachel; ihre Zahlen sind hier mit enthalten.

Kulinarisch ist Manabí eine eigene Welt. Wer in Ecuador nach dem besten Essen fragt, bekommt fast immer diese Provinz genannt — Erdnusssauce, Kochbanane, Kokosmilch, gegrillter Fisch. Und Montecristi ist die Heimat des echten Panamahuts, der in Wahrheit ein ecuadorianischer Hut ist und dessen feinste Exemplare Monate Arbeit kosten.

Im Süden liegt der Nationalpark Machalilla mit der Isla de la Plata, die wegen ihrer Blaufußtölpel als „Galápagos für Arme" gilt, und Puerto López, von wo im Sommer die Fahrten zu den Buckelwalen starten.

Der 16. April 2016 gehört zur Geschichte dieser Provinz: Ein Erdbeben der Stärke 7,8 mit Epizentrum bei Pedernales traf Manabí schwerer als jede andere Region. Der Wiederaufbau ist weit gediehen, aber die Bauweise gehört bei jedem Kauf geprüft.

Charakter

Ecuadors längste Küste, seine beste Küche und die Heimat des echten Panamahuts — montubisch geprägt, warm und günstig.

Klima

Tropisch, auf Meereshöhe. Von Januar bis April Regenzeit mit 28 bis 33 Grad und hoher Luftfeuchte, von Juni bis November mit 23 bis 28 Grad kühler und trockener, dann liegt oft tagelang eine graue Wolkendecke über der Küste. Im Landesinneren um Portoviejo und Chone ist es trockener und heißer als direkt am Wasser. Eine Heizung braucht hier niemand, ein Luftentfeuchter dagegen fast jeder.

Budget & Lebenshaltung

Eine der günstigsten Provinzen Ecuadors. Ein Paar lebt hier mit 950 bis 1.350 Dollar im Monat gut. Wohnungen in Portoviejo oder Manta liegen bei 250 bis 500 Dollar, in den kleineren Orten darunter. Fisch, Obst und Gemüse kommen direkt aus der Region und sind entsprechend billig. Der größte Einzelposten bleibt die Klimaanlage.

Deutschsprachige Community

Kleine Gemeinden von Zugezogenen gibt es in Bahía de Caráquez, Canoa, Puerto López und Olón, überwiegend nordamerikanisch und teils saisonal. Eine deutschsprachige Struktur mit Verein oder Schule besteht nicht. Die Provinz ist stark montubisch geprägt, und der Alltag läuft ausschließlich auf Spanisch — wer hierherzieht, braucht die Sprache.

Sehenswürdigkeiten

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[*]Der Nationalpark Machalilla mit der Playa Los Frailes
[*]Die Isla de la Plata bei Puerto López mit ihren Blaufußtölpeln
[*]Montecristi, wo die echten Panamahüte geflochten werden
[*]Die Surfstrände von Canoa und Ayampe
[*]Die Vogelinsel Isla Corazón im Mündungsgebiet des Río Chone
[*]Das archäologische Museum in Manta mit Funden der Manteño-Kultur
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Feste & Traditionen

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[*]Der Rodeo Montubio am 12. Oktober, das Fest der bäuerlichen Küstenkultur
[*]Fiestas de Portoviejo am 12. März und Provinztag am 25. Juni
[*]Die Walbeobachtungssaison von Juni bis September vor Puerto López
[*]Karneval im Februar
[*]Die Hutflechter-Feste in Montecristi
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Wirtschaft & Chancen

Manabí lebt von Fischerei und Fischverarbeitung, Landwirtschaft, Kakao, Kaffee, Garnelenzucht, Hutflechterei und Tourismus. Für Zugezogene sind Pensionen und Gastronomie in den Küstenorten der naheliegende Weg, mit der bekannten Saisonabhängigkeit. Die eigentliche Lücke liegt im Export: Kakao, Kaffee und Hüte aus Manabí haben Weltniveau, und vielen Erzeugern fehlen Zertifizierung, Rückverfolgbarkeit und direkte europäische Abnehmer.

Tipp

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[*]Lass bei jedem Haus- oder Wohnungskauf die Bauweise prüfen — das Beben von 2016 hatte hier sein Epizentrum
[*]Besichtige zwischen Juli und Oktober, nicht nur im Februar. Die graue Jahreszeit gehört zum Bild dazu
[*]Für Fachärzte reichen Portoviejo und Manta in vielen Fällen; für Schwierigeres fährt man nach Guayaquil, rund drei Stunden entfernt
[*]Kauf deinen Panamahut in Montecristi und nicht in Panama. Frag nach einem „superfino" und lass dir zeigen, wie fein die Flechtung ist
[*]Zum internationalen Flughafen Guayaquil sind es je nach Ort drei bis vier Stunden
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