🇪🇨 Ecuador
Chimborazo
- Hauptstadt: Riobamba
- Einwohner: 471.933
- Fläche: 5.999 km²
- Typ: Die Provinzen
Chimborazo trägt den Namen des Berges, der die Provinz beherrscht — und der eine Besonderheit hat, die kaum jemand kennt: Weil die Erde am Äquator ausgebeult ist, liegt sein Gipfel auf 6.263 Metern weiter vom Erdmittelpunkt entfernt als jeder andere Punkt der Erde, auch als der Mount Everest.
Die Provinz hat 471.933 Einwohner auf 5.999 Quadratkilometern und ist eine der am stärksten indigen geprägten Ecuadors: Rund ein Viertel der Bevölkerung bezeichnet sich als indigen, Kichwa ist auf den Märkten Alltagssprache. Wer die Dörfer der Puruhá kennenlernen will, ist hier richtig.
Die Hauptstadt Riobamba liegt auf 2.750 Metern und hat gut 177.000 Einwohner. Sie war 1830 für kurze Zeit Sitz der ersten ecuadorianischen Verfassunggebenden Versammlung und wird deshalb bis heute „Sultana de los Andes" genannt. Sie hat eine ordentliche Infrastruktur, Universitäten und Kliniken, und sie liegt an der Fernstraße zwischen Quito und Cuenca.
Von Riobamba aus startete früher die berühmteste Bahnstrecke Südamerikas über die Nariz del Diablo, die Teufelsnase. Der reguläre Betrieb ist seit 2020 eingestellt; wer den Streckenabschnitt fahren will, sollte vorher prüfen, ob und in welcher Form er gerade angeboten wird.
Für Zugezogene ist Chimborazo eine ernsthafte, aber selten gewählte Möglichkeit: günstig, gut angebunden, mit Bergen vor der Haustür — aber ohne jede Ausländergemeinde.
Charakter
Das indigene Herz der Anden, überragt vom höchsten Berg Ecuadors — und mit Riobamba eine kleine Provinzhauptstadt an der Hauptachse des Landes.
Klima
Kühles Hochlandklima ohne Jahreszeiten. In Riobamba auf 2.750 Metern tagsüber 15 bis 20 Grad, nachts 5 bis 9 — nachts kälter als in Quito oder Cuenca. Auf dem Páramo rund um den Chimborazo über 4.000 Metern ist es frostig und windig, oberhalb von 4.800 Metern liegt ganzjährig Schnee. Regenzeit von Oktober bis Mai. Heizungen gibt es nicht, und in Riobamba merkt man das deutlicher als weiter südlich.
Budget & Lebenshaltung
Günstig. Ein Paar lebt hier mit 900 bis 1.200 Dollar im Monat gut. Wohnungen in Riobamba liegen bei 180 bis 350 Dollar, auf dem Land darunter. Die Provinz gehört zu den preiswertesten des Hochlands, und der Markt von Riobamba am Samstag ist einer der günstigsten des Landes.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es hier nicht, wohl aber ein spürbares Kommen und Gehen: Riobamba ist Ausgangspunkt für Bergsteiger, und rund um die Universitäten gibt es Austauschprogramme. Deutschsprachige leben einzeln, meist im Umfeld von Bergsport oder Entwicklungsprojekten. Der Alltag läuft auf Spanisch, auf den Märkten oft auf Kichwa.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Der Chimborazo mit dem Naturschutzgebiet und seinen Vikunja-Herden
[*]Die Nariz del Diablo, die Serpentinenstrecke der alten Andenbahn
[*]Der Samstagsmarkt von Riobamba, einer der größten des Hochlands
[*]Die Lagune von Colta mit der ältesten Kirche Ecuadors, Balbanera
[*]Der Nationalpark Sangay im Osten der Provinz
[*]Die Textildörfer Guamote und Cacha
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Feste & Traditionen
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[*]Fiestas de Riobamba am 21. April, zur Schlacht von Tapi
[*]Inti Raymi im Juni in den Kichwa-Gemeinden
[*]Die Fiesta del Niño Rey de Reyes im Januar mit tagelangen Umzügen
[*]Karneval im Februar, in den Dörfern mit eigenen Tanzgruppen
[*]Corpus Christi im Juni
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Wirtschaft & Chancen
Chimborazo lebt von Landwirtschaft, Viehzucht, Textilhandwerk und den Universitäten in Riobamba. Für Zugezogene ist der Bergtourismus das naheliegende Feld — Führungen, Unterkünfte, Ausrüstung —, allerdings mit starker örtlicher Konkurrenz. Interessanter ist die Vermarktung: Quinoa, Wolle und Textilien aus den Puruhá-Gemeinden haben Qualität und keinen Zugang zu europäischen Käufern. Fernarbeit funktioniert in Riobamba, auf dem Land ist die Verbindung vorher zu prüfen.
Tipp
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[*]Riobamba ist nachts spürbar kälter als Cuenca oder Quito. Wer im Hochland ohnehin friert, sollte das vor einer Entscheidung ausprobieren
[*]Für Fachärzte reicht Riobamba in vielen Fällen; für Schwierigeres fährt man nach Quito, rund vier Stunden nördlich
[*]Der Donnerstagsmarkt in Guamote ist einer der ursprünglichsten Indígena-Märkte des Landes und lohnt die frühe Anfahrt
[*]Wenn dich die Bahnstrecke über die Teufelsnase reizt, erkundige dich vorher nach dem aktuellen Betrieb — der reguläre Verkehr wurde 2020 eingestellt
[*]Zum Flughafen Quito sind es rund vier Stunden über die Panamericana
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