🇪🇨 Ecuador
Bolívar
- Hauptstadt: Guaranda
- Einwohner: 199.078
- Fläche: 4.148 km²
- Typ: Die Provinzen
Bolívar ist eine der stillsten Provinzen Ecuadors: 199.078 Einwohner auf 4.148 Quadratkilometern, zwischen der Westflanke des Chimborazo und dem Abstieg zur Küstenebene.
Die Hauptstadt Guaranda liegt auf 2.668 Metern und wird die „Stadt der sieben Hügel" genannt. Sie hat gut vierzigtausend Einwohner und einen Ruf, der weit über ihre Größe hinausreicht — der Karneval von Guaranda gilt als der bekannteste Ecuadors, mit einem Umzug, für den die halbe Region anreist, und mit dem Zuckerrohrschnaps Pájaro Azul, den es sonst nirgends gibt.
Berühmter als die Hauptstadt ist ein Dorf: Salinas de Guaranda, auf 3.550 Metern. In den siebziger Jahren begann dort ein Genossenschaftsprojekt, aus dem heute Käsereien, eine Schokoladenmanufaktur, Wollverarbeitung und Pilzzucht hervorgegangen sind. Salinas gilt als eines der erfolgreichsten Gemeinschaftsprojekte Lateinamerikas, und seine Käse stehen in Supermärkten im ganzen Land.
Für Zugezogene ist Bolívar kein naheliegendes Ziel — es gibt keine internationale Gemeinde, wenig Infrastruktur und weite Wege. Wer aber ländliches Ecuador sucht, wie es wirklich ist, und wer Spanisch spricht, findet hier eine der günstigsten und freundlichsten Ecken des Landes.
Charakter
Stilles Andenhochland an der Westflanke des Chimborazo, mit dem berühmtesten Karneval Ecuadors und einem Bergdorf, das Käse in die ganze Republik liefert.
Klima
Hochlandklima ohne Jahreszeiten. In Guaranda auf 2.668 Metern tagsüber 15 bis 20 Grad, nachts 6 bis 10. In Salinas auf 3.550 Metern ist es deutlich kälter, mit Nachtfrost und häufigem Nebel. Im Westen fällt die Provinz zur Küstenebene ab, dort wird es warm und feucht. Regenzeit von Oktober bis Mai. Heizungen gibt es nirgends — in den höheren Lagen ist das spürbarer als anderswo im Land.
Budget & Lebenshaltung
Sehr günstig. Ein Paar kommt hier mit 800 bis 1.100 Dollar im Monat aus. Wohnungen in Guaranda liegen bei 150 bis 300 Dollar, Häuser auf dem Land darunter. Die Provinz gehört zu den ärmsten des Landes, und die Preise entsprechen dem. Rechne dafür Fahrten ein: Für vieles, was man nicht vor Ort bekommt, fährt man nach Ambato oder Riobamba.
Deutschsprachige Community
Eine internationale Gemeinde gibt es hier nicht. Deutschsprachige leben in Bolívar allenfalls einzeln, meist im Umfeld von Entwicklungsprojekten. Wer hierherzieht, lebt unter Ecuadorianern und braucht Spanisch vom ersten Tag an. Dafür ist die Aufnahme in eine Dorfgemeinschaft hier leichter als in jeder Stadt — wer sich beteiligt, gehört nach einem Jahr dazu.
Sehenswürdigkeiten
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[*]Salinas de Guaranda mit Käserei, Schokoladenmanufaktur und Wollwerkstätten
[*]Der Aussichtspunkt El Indio Guaranga über der Hauptstadt
[*]Die Westflanke des Chimborazo mit dem Naturschutzgebiet
[*]Die Kolonialkirche und der Markt von Guaranda
[*]Die Höhlen von Tiagua bei Salinas
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Feste & Traditionen
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[*]Der Karneval von Guaranda im Februar, das bekannteste Karnevalsfest Ecuadors
[*]Fiestas de Guaranda am 10. November
[*]Das Fest des Zuckerrohrschnapses Pájaro Azul, der nur hier gebrannt wird
[*]Corpus Christi im Juni mit Tanzgruppen in den Dörfern
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Wirtschaft & Chancen
Bolívar lebt von Landwirtschaft und Viehzucht, dazu von der Genossenschaftsindustrie in Salinas. Für Zugezogene gibt es hier keinen Markt für Dienstleistungen an Ausländern — was funktioniert, ist alles, was Erzeugnisse aus der Region nach draußen bringt. Käse, Schokolade, Wolle und Quinoa aus Bolívar haben Qualität und kaum Zugang zu europäischen Käufern. Fernarbeit ist möglich, die Internetverbindung muss aber vor jeder Wohnungsentscheidung geprüft werden.
Tipp
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[*]Für Fachärzte fährt man nach Ambato oder Riobamba, je rund zwei Stunden. Guaranda hat ein Krankenhaus, aber nicht jede Fachrichtung
[*]Zum Karneval im Februar ist in Guaranda kein Zimmer mehr zu bekommen — wer hin will, bucht Monate vorher
[*]Die Straßen sind eng und kurvig, Nebel ist häufig. Plane für jede Strecke die doppelte Zeit ein und fahr nicht nachts
[*]Zum Flughafen Quito sind es rund fünf Stunden. Wer regelmäßig nach Europa fliegt, sollte das ehrlich einrechnen
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