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🇨🇱 Chile

Aysén

Aysén

Aysén ist die Region mit den wenigsten Einwohnern Chiles und zugleich die zweitgrößte nach Fläche — im Schnitt weniger als ein Mensch pro Quadratkilometer. Es ist Patagonien: Fjorde, Gletscher, Regenwald, türkisfarbene Flüsse und Berge ohne Namen. Die Hauptstadt Coyhaique liegt im Landesinneren in einem Talkessel, dazu kommen Puerto Aysén als Hafen und eine Handvoll kleiner Orte entlang der Carretera Austral, jener Schotter- und Asphaltstraße, die erst in den achtziger Jahren gebaut wurde und die Region überhaupt erst mit dem Rest des Landes verband. Bis heute ist die Verbindung fragil: Wer nach Aysén will, fliegt nach Balmaceda, nimmt eine mehrtägige Fährfahrt oder fährt über Argentinien. Der Lago General Carrera, der zweitgrößte See Südamerikas, liegt hier mit den ausgewaschenen Marmorhöhlen; im Süden beginnt das nördliche patagonische Eisfeld. Für Zugezogene ist Aysén etwas für Menschen, die Abgeschiedenheit wirklich wollen — und die wissen, dass ein Facharzttermin einen Flug bedeutet.

Charakter

Patagonien pur — Gletscher, Fjorde und eine Straße, die erst vor vierzig Jahren kam.

Klima

Kühl und wechselhaft mit starkem Wind. Sommer um 17 Grad, Winter um 4 Grad tagsüber mit Frost und Schnee. An der Küste und in den Fjorden fällt sehr viel Regen, im Landesinneren östlich der Berge ist es deutlich trockener. Die Tage sind im Sommer sehr lang und im Winter kurz.

Budget & Lebenshaltung

Grundstücke sind günstig, das tägliche Leben nicht: Alles, was hier verkauft wird, musste weit transportiert werden, und das schlägt auf Lebensmittel, Baumaterial und Kraftstoff durch. Es gibt Zonenzuschüsse für Bewohner. Der größte Posten ist das Heizen — die Heizperiode dauert praktisch das ganze Jahr.

Deutschsprachige Community

Sehr kleine, eng vernetzte Ortsgemeinschaften mit starkem Zusammenhalt. Eine überschaubare Zahl europäischer Zugezogener, vor allem im Tourismus und in der Landwirtschaft. Deutschsprachige Vereine oder Schulen gibt es hier nicht.

Sehenswürdigkeiten

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[*]Carretera Austral — die Straße durch Fjorde, Wälder und Gletschertäler
[*]Capillas de Mármol — die Marmorhöhlen am Lago General Carrera
[*]Parque Nacional Laguna San Rafael mit dem Gletscher, der ins Meer kalbt
[*]Parque Nacional Patagonia im Valle Chacabuco
[*]Caleta Tortel mit seinen Stegen aus Zypressenholz statt Straßen
[*]Río Baker — der wasserreichste Fluss Chiles in leuchtendem Türkis
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Feste & Traditionen

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[*]Rodeo und Fiesta Costumbrista in Coyhaique im Januar und Februar
[*]Fiesta de la Trashumancia — der Almauftrieb der Viehzüchter
[*]Festival Costumbrista in Puerto Aysén
[*]Fiestas Patrias um den 18. September
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Wirtschaft & Chancen

Viehzucht, Lachszucht in den Fjorden, Fischerei, Forst und ein wachsender Naturtourismus. Für Zugezogene ist der Tourismus mit Unterkunft, Führungen und Gastronomie praktisch der einzige realistische Weg — dafür sind Fremdsprachen hier ein klarer Vorteil.

Tipp

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[*]Klär die medizinische Frage vor allem anderen: Für Fachärzte und größere Eingriffe geht es nach Puerto Montt oder Santiago, und das heißt fliegen
[*]Rechne mit deutlich höheren Lebenshaltungskosten als im übrigen Chile — Transport bestimmt hier jeden Preis
[*]Coyhaique hat im Winter eine der höchsten Feinstaubbelastungen Südamerikas; ein zugelassenes, sauberes Heizgerät ist Pflicht und Vernunft zugleich
[*]Plan Vorräte und Reserven ein: Bei Sturm oder Erdrutsch kann die Carretera Austral tagelang unterbrochen sein
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