🇦🇷 Argentinien
Tucumán
- Hauptstadt: San Miguel de Tucumán
- Einwohner: 1.694.656
- Fläche: 22.524 km²
- Typ: Die Provinzen
Tucumán ist mit rund 1,69 Millionen Einwohnern die kleinste Provinz Argentiniens nach Fläche und zugleich die am dichtesten besiedelte außerhalb des Großraums Buenos Aires — daher der Beiname "Jardín de la República", Garten der Republik. Auf engem Raum treffen Zuckerrohrfelder, subtropischer Bergnebelwald und Hochtäler auf über 3.000 Metern aufeinander. In der Hauptstadt San Miguel de Tucumán wurde am 9. Juli 1816 die argentinische Unabhängigkeit erklärt; das Haus, in dem das geschah, steht bis heute. Die Provinz lebt von Zuckerrohr, Zitrusfrüchten — sie ist einer der größten Zitronenproduzenten der Welt — und von einer starken Universität.
Charakter
Grün, dicht und lebendig. Die Hauptstadt ist eine echte Stadt mit Verkehr, Studenten und Nachtleben, umgeben von Zuckerrohr bis an die Ausfallstraßen. Hinter Yerba Buena steigt der Berg auf, und binnen einer Stunde ist man im Nebelwald oder im Hochtal von Tafí, wo es zwanzig Grad kühler ist. Der Ton ist nordwestlich — herzlich, musikalisch, religiös — aber mit dem Tempo einer Universitätsstadt statt eines Dorfes.
Klima
Subtropisch im Tiefland, deutlich kühler in den Bergen. In der Hauptstadt Sommer von Dezember bis Februar mit 32 bis 36 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, Winter mild und trocken bei 22 bis 25 Grad am Tag. Im Nebelwald an den Hängen fällt sehr viel Regen, in Tafí del Valle auf 2.000 Metern ist es ganzjährig zwanzig Grad kühler als unten, mit Nachtfrost im Winter. Der Niederschlag konzentriert sich fast vollständig auf den Sommer.
Budget & Lebenshaltung
Günstig bei guter Versorgung. Die Hauptstadt hat Kliniken, Universitäten und einen Flughafen, die Preise für Mieten und Immobilien liegen deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Teurer wird es in Yerba Buena, dem gehobenen Vorort am Berghang, und in Tafí del Valle, das als Sommerfrische gefragt ist. Heizung braucht man kaum, Klimaanlage im Tiefland den ganzen Sommer. Für eine europäische Rente reicht es hier weit.
Deutschsprachige Community
Keine gewachsene deutschsprachige Gemeinschaft, aber ein deutsches Honorarkonsulat in Yerba Buena bei der Hauptstadt. Die nächsten weiteren Vertretungen sitzen in Salta, rund vier Autostunden entfernt. Eine deutsche Schule oder Vereinsstruktur gibt es nicht. Wer hierherzieht, lebt auf Spanisch; die Universität mit ihren internationalen Kontakten ist der wahrscheinlichste Ort, an dem man auf andere Europäer trifft.
Sehenswürdigkeiten
Die Casa Histórica in der Hauptstadt, in der die Unabhängigkeit erklärt wurde. Das Hochtal von Tafí del Valle mit seinen Menhiren und Käsereien. Die Ruinen von Quilmes, die größte vorspanische Siedlung Argentiniens. Der Nationalpark Campo de los Alisos und der Aconquija-Nationalpark mit Bergnebelwald. Die Ciudacita, eine Inkastätte auf über 4.000 Metern. Die Kolonialstraße Ruta 307 über den Infiernillo-Pass nach Amaicha del Valle. Und die Zuckerrohrmühlen mit ihren Industriedenkmälern.
Feste & Traditionen
Die Feiern zum Unabhängigkeitstag am 9. Juli, die in Tucumán größer begangen werden als irgendwo sonst im Land. Die Fiesta Nacional de la Empanada in Famaillá im September — die tucumanische Empanada gilt als die beste Argentiniens. Die Fiesta Nacional del Queso in Tafí del Valle im Februar, das Käsefest. Und der Zuckerrohrschnitt zwischen Mai und Oktober, der den Rhythmus des ländlichen Jahres bestimmt.
Wirtschaft & Chancen
Zuckerrohr, Zitronen und Zitrusverarbeitung tragen die Provinz — Tucumán ist einer der größten Zitronenexporteure der Welt —, dazu Blaubeeren, Textil- und Fahrzeugzulieferbetriebe und eine große Universität. Für Deutschsprachige realistisch sind Sprachunterricht im Umfeld der Universität, Tourismus rund um Tafí und die Quilmes-Ruinen sowie Fernarbeit; die Verbindung in der Hauptstadt und in Yerba Buena ist gut.
Tipp
Sieh dir die Höhenlage genau an, bevor du dich festlegst. Zwischen der Hauptstadt auf 450 Metern und Tafí del Valle auf 2.000 Metern liegt eine Autostunde und ein völlig anderes Klima — feuchtwarm gegen kühl und trocken. Viele Zugezogene entscheiden sich für Yerba Buena am Hang, weil es dort spürbar kühler ist als unten in der Stadt und die Versorgung trotzdem vor der Tür liegt.