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🇦🇷 Argentinien

San Juan

San Juan

San Juan liegt im Westen Argentiniens nördlich von Mendoza an der chilenischen Grenze und zählt rund 818.000 Einwohner. Die Provinz ist zu weiten Teilen Halbwüste — über 300 Sonnentage im Jahr, kaum Regen, und alles Grün hängt am Bewässerungssystem der Flüsse San Juan und Jáchal. In diesen Oasen wächst Wein, vor allem Syrah und Bonarda, dazu Oliven, Melonen und Trauben für Rosinen. Im Nordwesten steigt die Kordillere auf über 6.000 Meter, im Nordosten liegt der Ischigualasto-Park, das "Tal des Mondes", dessen Gesteinsschichten die vollständigste Abfolge der Trias-Zeit weltweit zeigen — Weltnaturerbe.

Charakter

Sonne, Wein und Berge, aber ohne den Betrieb des Nachbarn. Die Hauptstadt wurde nach dem Erdbeben von 1944 vollständig neu gebaut — breite Straßen, niedrige Häuser, viel Beton, wenig Altstadt. Draußen liegen Weinorte unter Bewässerung, dahinter Gebirge in allen Rottönen. Der Ton ist ländlich, ruhig und traditionsbewusst; der Tourismus ist noch klein, was die Provinz für manche gerade interessant macht.

Klima

Extrem trocken und sonnig, eines der niederschlagsärmsten Klimate Argentiniens mit unter 100 Millimetern im Jahr in den Tälern. Sommer von Dezember bis Februar heiß mit 35 bis 40 Grad, aber ohne Schwüle. Winter mild und klar bei 18 bis 22 Grad am Tag mit Nachtfrost. Im Sommer geht wie in Mendoza der Zonda nieder, ein heißer Fallwind, der Temperatur und Staub in wenigen Stunden hochtreibt. In der Kordillere ist es ganzjährig kalt.

Budget & Lebenshaltung

Deutlich günstiger als das benachbarte Mendoza bei ähnlichem Klima und ähnlicher Landschaft. Mieten und Immobilienpreise liegen unter dem Landesdurchschnitt, in der Hauptstadt wie in den Weinorten. Die Versorgung in der Stadt San Juan ist ordentlich, mit Kliniken und Universität. Heizung braucht man kaum, Kühlung den ganzen Sommer. Für eine europäische Rente reicht es hier sehr weit — San Juan gilt unter Kennern als das preiswerte Mendoza.

Deutschsprachige Community

Keine deutschsprachige Gemeinschaft und keine Vertretung vor Ort. Die nächsten Ansprechpartner sitzen in Mendoza, rund zwei Autostunden entfernt, wo Deutschland, Österreich und die Schweiz je ein Honorarkonsulat unterhalten. Die Einwanderungsgeschichte ist spanisch und italienisch geprägt, wie im gesamten Weinbaugebiet. Wer hierherzieht, lebt auf Spanisch, hat aber deutschsprachige Hilfe in erreichbarer Nähe.

Sehenswürdigkeiten

Der Ischigualasto-Provinzpark, das Tal des Mondes, Weltnaturerbe. Der Nationalpark El Leoncito mit zwei astronomischen Observatorien, in einer der klarsten Nachthimmelzonen der Erde. Die Weinstraße von Pocito, Zonda und dem Tal von Tulum. Der Stausee Cuesta del Viento bei Rodeo, ein bekanntes Ziel für Windsurfer. Die Wallfahrtsstätte der Difunta Correa. Das Tal von Calingasta mit Blick auf die Kordillere. Und der Aconcagua-Blick von der Ruta 149.

Feste & Traditionen

Die Fiesta Nacional del Sol im Februar, das Sonnenfest, mit Umzügen und einer großen Bühnenshow — das wichtigste Fest der Provinz. Die Weinlesefeste in Pocito, Caucete und Sarmiento. Die Wallfahrt zur Difunta Correa bei Vallecito, zu der Hunderttausende kommen und die zu den größten volksreligiösen Ereignissen Argentiniens gehört. Und die Olivenfeste in Pocito und im Tal von Jáchal.

Wirtschaft & Chancen

Wein, Oliven, Rosinen und Obst unter Bewässerung tragen die Landwirtschaft, dazu Bergbau — Gold und Kupfer aus der Kordillere — und ein wachsender Solarstromsektor, für den die Sonneneinstrahlung ideal ist. Für Deutschsprachige realistisch sind Weintourismus und kleine Unterkünfte, dazu Fernarbeit von der Hauptstadt aus, wo die Verbindung ordentlich ist. In den Bergtälern ist sie es nicht.

Tipp

San Juan liegt in der stärksten Erdbebenzone Argentiniens — das Beben von 1944 zerstörte die Hauptstadt und kostete Tausende Menschen das Leben. Achte beim Kauf oder Bau auf die erdbebengerechte Ausführung, lass ältere Häuser fachlich beurteilen und frag bei der Versicherung ausdrücklich nach, ob Erdbebenschäden gedeckt sind. Automatisch sind sie es nicht. Und der Westen der Provinz liegt in der Grenzzone — dort ist der Erwerb durch Ausländer genehmigungspflichtig.