🇦🇷 Argentinien
Salta (Provinz)
- Einwohner: 1.440.672
- Fläche: 155.488 km²
- Typ: Die Provinzen
Die Provinz Salta liegt im Nordwesten Argentiniens, grenzt an Bolivien, Paraguay und Chile und zählt rund 1,44 Millionen Einwohner. Sie ist die landschaftlich vielfältigste Provinz des Landes: subtropischer Bergnebelwald im Osten, die weinbaulichen Hochtäler der Calchaquíes um Cafayate, die roten Schluchten der Quebrada de las Conchas, die Puna auf über 4.000 Metern mit Salzpfannen und Vulkanen, und im äußersten Osten der trockene Chaco. Die gleichnamige Hauptstadt ist die am besten erhaltene Kolonialstadt Argentiniens. Die Zahlen dieser Kachel umfassen auch Salta-Stadt, die eine eigene Kachel hat.
Charakter
Kolonial, andin und musikalisch. Die Städte haben Arkaden und Innenhöfe, in den Peñas wird abends Folklore gespielt, und die Volksfrömmigkeit prägt den Jahreslauf. Auf dem Land bestimmen Weinberge, Tabakfelder und Viehwirtschaft das Bild, in der Puna Lamaherden und Salzpfannen. Der Nordwesten ist der Teil Argentiniens mit der stärksten indigenen Prägung — die Kultur der Anden ist hier Alltag. Der Tonfall ist langsam, höflich und gastfreundlich.
Klima
Sehr unterschiedlich nach Höhenlage und Ost-West-Lage. Im subtropischen Osten heiß und feucht mit über 35 Grad im Sommer. In den Hochtälern und in der Hauptstadt mild und trocken, mit 28 bis 32 Grad im Sommer und 20 bis 24 Grad im Winter bei kühlen Nächten. In der Puna ganzjährig kalt mit scharfem Frost und starker Sonneneinstrahlung. Der Niederschlag fällt fast ausschließlich zwischen Dezember und März.
Budget & Lebenshaltung
Zu den günstigsten Provinzen des Landes gehörend. Mieten, Immobilien und Lebenshaltung liegen deutlich unter dem Landesdurchschnitt, auch in der Hauptstadt. Am oberen Ende steht Cafayate, wo Weinbau und Tourismus die Preise gehoben haben. Heizung braucht man in den Höhenlagen einige Wochen, im Tiefland gar nicht; eine Klimaanlage ist im Osten dagegen unverzichtbar. Für eine europäische Rente ist Salta eine der auskömmlichsten Gegenden Argentiniens.
Deutschsprachige Community
Die deutschsprachige Präsenz ist klein: In der Hauptstadt sitzen ein deutsches und ein österreichisches Honorarkonsulat, mehr gibt es nicht — keine Schule, kein Verein, keine Kirchengemeinde in deutscher Sprache. Wer hierherzieht, lebt vollständig auf Spanisch. Anschluss findet man über Nachbarschaft, über die Universität und über die Peñas; die Region gilt als eine der offensten des Landes gegenüber Fremden.
Sehenswürdigkeiten
Die Kolonialaltstadt der Hauptstadt mit Kathedrale und Cabildo. Cafayate mit seinen Weingütern und dem Torrontés. Die Quebrada de las Conchas mit ihren roten Felsformationen. Der Nationalpark Los Cardones mit seinen Kandelaberkakteen. Die Cuesta del Obispo mit der Passhöhe Piedra del Molino. Das Dorf Cachi in den Calchaquí-Tälern. Die Salinas Grandes auf 3.400 Metern. Der Tren a las Nubes, der auf über 4.200 Meter steigt. Und der Nationalpark El Rey im Bergnebelwald.
Feste & Traditionen
Die Prozession des Señor y la Virgen del Milagro Mitte September, an der Hunderttausende teilnehmen — das größte religiöse Fest Argentiniens. Der Karneval im Februar mit dem Ausgraben und Wiederbegraben des Karnevalsteufels. Die Serenata a Cafayate im Februar, ein Folklorefestival. Die Pachamama-Zeremonien im August. Und die Erntefeste der Weinorte in den Calchaquí-Tälern.
Wirtschaft & Chancen
Tabak, Zuckerrohr, Soja und Wein tragen die Landwirtschaft, dazu Bergbau — Salta gehört zum Lithiumdreieck — und ein starker Tourismus, der die Provinz zu einer der meistbereisten Argentiniens macht. Für Deutschsprachige realistisch sind Reiseleitung, kleine Unterkünfte in Cafayate oder in den Tälern und Fernarbeit von der Hauptstadt aus. In den Bergdörfern ist die Internetverbindung unzuverlässig — vor jeder Entscheidung am konkreten Ort prüfen.
Tipp
Die gesamte Provinz liegt im Grenzstreifen — sie grenzt an drei Länder. Für Ausländer ist der Immobilienerwerb damit genehmigungspflichtig, mit vorheriger Zustimmung einer Behörde in Buenos Aires, und das dauert Monate. Zweiter Punkt: Wer in den Hochtälern oder auf der Puna leben will, sollte die Höhe ärztlich einschätzen lassen — Cachi liegt auf 2.300 Metern, San Antonio de los Cobres auf 3.775.