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🇦🇷 Argentinien

Mendoza-Stadt und das Umland

Mendoza-Stadt und das Umland

Mendoza liegt am Fuß der Anden im Westen Argentiniens, auf halbem Weg zwischen Buenos Aires und dem Pazifik. Die Stadt selbst zählt rund 115.000 Einwohner, der Ballungsraum mit Godoy Cruz, Guaymallén, Las Heras, Maipú und Luján de Cuyo kommt auf über eine Million — nach Buenos Aires, Córdoba und Rosario der viertgrößte des Landes. Mendoza ist die Hauptstadt des argentinischen Weins: Rund zwei Drittel der Landesproduktion kommen von hier, und die Weingüter beginnen unmittelbar am Stadtrand. Wer sich das Leben in Argentinien mit Sonne, Bergen und Rotwein vorstellt, denkt an diesen Ort.

Charakter

Eine Stadt aus Alleen und Wassergräben. Nach dem Erdbeben von 1861 wurde Mendoza neu angelegt, mit breiten Straßen, fünf Plätzen und den offenen Bewässerungsrinnen, den acequias, an jedem Bordstein — sie speisen die Platanen, die im Sommer Schatten über die ganze Stadt legen. Der Rhythmus ist ruhiger als in Buenos Aires, mit Siesta am Nachmittag und langen Abenden. Im Rücken stehen die Anden, in Sichtweite der Aconcagua.

Klima

Trockenes Halbwüstenklima mit rund 250 Millimetern Niederschlag im Jahr und über 300 Sonnentagen — alles Grün in Mendoza ist bewässert. Sommer von Dezember bis Februar heiß mit 32 bis 38 Grad, aber trocken und mit kühlen Nächten. Winter mild mit 15 bis 18 Grad am Tag und Frost in den Nächten. Im Sommer geht der Zonda nieder, ein heißer Fallwind von den Anden, der Temperatur und Staub in wenigen Stunden hochtreibt.

Budget & Lebenshaltung

Deutlich günstiger als Buenos Aires, aber teurer, als die Größe vermuten lässt — Wein, Berge und der stetige Zuzug halten die Immobilienpreise oben, besonders in Chacras de Coria und Luján de Cuyo. In den Vororten Godoy Cruz und Guaymallén wohnt man erheblich preiswerter bei guter Anbindung. Eine europäische Rente trägt hier komfortabel. Rechne beim Wohnen mit Kosten für Kühlung im Sommer und mit Bewässerung, wenn ein Garten dazugehört.

Deutschsprachige Community

Eine gewachsene europäische Einwanderungsgeschichte, geprägt von Italienern und Spaniern, die den Weinbau aufgebaut haben. Deutschsprachige gibt es in überschaubarer Zahl, dazu ein österreichisches und ein Schweizer Honorarkonsulat sowie ein deutsches Konsulat in der Stadt. Vereine und eine deutsche Schule wie in Buenos Aires oder Bariloche gibt es nicht — der Anschluss läuft über Nachbarschaft, Sprachkurse und die Weinszene, die international ist.

Sehenswürdigkeiten

Die Weinstraßen von Luján de Cuyo, Maipú und dem Valle de Uco mit Hunderten Bodegas, viele mit Restaurant und Besichtigung. Der Parque General San Martín mit dem Cerro de la Gloria. Die Bergstraße Ruta 7 über Uspallata zur chilenischen Grenze, vorbei am Aconcagua, mit 6.961 Metern der höchste Berg außerhalb Asiens. Die Naturbrücke Puente del Inca. Der Cañón del Atuel bei San Rafael. Und das Dorf Chacras de Coria mit seinen Landhäusern unter alten Bäumen.

Feste & Traditionen

Die Vendimia, das Weinlesefest Anfang März, ist das größte Fest Argentiniens außerhalb des Karnevals — mit Umzügen, einer nächtlichen Bühnenshow im Amphitheater des Parque General San Martín und der Wahl der Weinkönigin. Dazu über das Jahr verteilt Erntefeste auf den einzelnen Weingütern, Bergsteigersaison am Aconcagua von Dezember bis Februar und Skibetrieb in Las Leñas und Los Penitentes im Winter.

Wirtschaft & Chancen

Wein und Landwirtschaft tragen die Region, dazu Tourismus, Bergsport und Handel mit Chile über die Ruta 7. Für Deutschsprachige realistisch sind Weintourismus und Reiseleitung, kleine Unterkünfte, Übersetzungen und Fernarbeit für europäische Auftraggeber — die Verbindung in der Stadt ist gut. Wer selbst Wein machen will, sollte wissen, dass ein tragfähiger Betrieb hier Kapital und Geduld verlangt, keine Romantik.

Tipp

Mendoza liegt in einer aktiven Erdbebenzone — die Stadt wurde 1861 vollständig zerstört. Achte beim Kauf oder Bau auf die erdbebengerechte Bauweise, lass ältere Häuser von einem Fachmann ansehen und frag bei der Versicherung ausdrücklich nach, ob Erdbebenschäden mitgedeckt sind. Sie sind es nämlich nicht automatisch.