🇦🇷 Argentinien
Mar del Plata
- Hauptstadt: Mar del Plata
- Einwohner: 680.000
- Fläche: 79 km²
- Typ: Wo Auswanderer leben
Mar del Plata liegt an der Atlantikküste der Provinz Buenos Aires, rund 400 Kilometer südlich der Hauptstadt, und ist mit etwa 680.000 Einwohnern die größte Küstenstadt Argentiniens. Sie ist seit über hundert Jahren das Seebad des Landes: Im Januar und Februar verdreifacht sich die Einwohnerzahl, den Rest des Jahres ist sie eine normale Großstadt mit Universität, Kliniken, Fischereihafen und Industrie. Genau diese Doppelnatur macht sie für Auswanderer interessant — man bekommt hier städtische Versorgung, siebenundvierzig Kilometer Strand und ein Preisniveau, das deutlich unter Buenos Aires liegt.
Charakter
Eine Stadt mit zwei Gesichtern. Im Sommer voller Menschen, mit Strandschirmen bis zum Horizont, Theatern, Konzerten und Nachtleben. Von März bis November ruhig, windig und einheimisch, mit Nebel über der Uferstraße und leeren Stränden zum Spazierengehen. Wer die stille Hälfte des Jahres mag, findet hier eine der lebenswertesten Städte des Landes; wer nur die Sommerkulisse kennt, hat die Stadt nicht gesehen.
Klima
Gemäßigtes Seeklima mit ausgeglichenen Temperaturen und viel Wind. Sommer von Dezember bis Februar mit 24 bis 28 Grad, selten drückend, weil der Atlantik kühlt. Winter mit 12 bis 15 Grad am Tag, feucht, windig und mit Nebel, aber ohne echten Frost. Das Wasser bleibt auch im Hochsommer kühl — wer aus dem Mittelmeerraum kommt, wird davon überrascht.
Budget & Lebenshaltung
Günstig für das, was geboten wird. Wohnungen sind reichlich vorhanden, weil ein großer Teil des Bestands als Ferienwohnung gebaut wurde und außerhalb der Saison leer steht — wer einen Jahresvertrag sucht, hat gute Karten und verhandelt aus einer starken Position. Am teuersten sind die Lagen direkt am Wasser und rund um den Leuchtturm, deutlich günstiger die Viertel weiter im Landesinneren. Achtung bei Kurzzeitverträgen: Im Januar und Februar vervielfachen sich die Preise.
Deutschsprachige Community
Eine breite europäische Einwanderungsgeschichte, vor allem italienisch und spanisch, dazu eine spürbare deutschsprachige Präsenz mit Honorarvertretungen in der Stadt. Vereine und Kirchengemeinden gibt es, eine deutsche Schule nicht. Zugezogene aus dem Inland stellen die größte Gruppe — viele Argentinier ziehen aus Buenos Aires hierher, weil das Leben ruhiger und billiger ist. Das macht die Stadt offen für Neue: Fast jeder ist irgendwann selbst gekommen.
Sehenswürdigkeiten
Die Uferstraße mit den Seelöwen am alten Hafen, dem Wahrzeichen der Stadt. Die Strände von Playa Grande bis Punta Mogotes. Der Leuchtturm Faro Punta Mogotes. Die Villa Victoria Ocampo und die Villa Ortiz Basualdo aus der Zeit, als die Oberschicht hier ihre Sommerhäuser baute. Der Bosque Peralta Ramos, ein Waldviertel innerhalb der Stadt. Und der Fischereihafen mit seinen orangefarbenen Kuttern und den Restaurants darum herum.
Feste & Traditionen
Das Internationale Filmfestival von Mar del Plata im November, das einzige der Kategorie A in Lateinamerika. Die Fiesta Nacional del Mar im Januar mit der Wahl der Meereskönigin. Die Fiesta de los Pescadores im Fischereihafen. Und die Sommersaison selbst, in der praktisch das gesamte argentinische Theaterleben für zwei Monate an die Küste zieht — die Stadt hat dann mehr Bühnen bespielt als Buenos Aires.
Wirtschaft & Chancen
Fischerei und Fischverarbeitung, Tourismus, Textil- und Nahrungsmittelindustrie, dazu zwei Universitäten. Für Deutschsprachige realistisch sind Ferienwohnungen — die Nachfrage im Sommer ist verlässlich —, Sprachunterricht und Fernarbeit für europäische Auftraggeber. Angestellte Arbeit vor Ort ist stark saisonabhängig, die Arbeitslosigkeit im Winter traditionell höher als im Landesdurchschnitt.
Tipp
Miete zuerst über einen Winter, nicht über einen Sommer. Mar del Plata ist von Dezember bis Februar eine völlig andere Stadt als von Mai bis September — voll, teuer und laut gegenüber still, windig und nebelverhangen. Wer nur die Hochsaison erlebt hat, entscheidet über einen Ort, den er nicht kennt. Und sieh dir an, wie das Haus gegen den Seewind gebaut ist: Feuchtigkeit und Salz sind hier die eigentlichen Gegner der Bausubstanz.