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🇦🇷 Argentinien

Jujuy

Jujuy

Jujuy ist die nordwestlichste Provinz Argentiniens, grenzt an Bolivien und Chile und zählt rund 811.000 Einwohner. Auf verhältnismäßig kleiner Fläche liegen vier völlig verschiedene Landschaften übereinander: subtropischer Bergnebelwald im Osten, das enge Tal der Quebrada de Humahuaca mit seinen farbigen Gesteinsschichten, die Hochtäler um die Hauptstadt San Salvador de Jujuy und schließlich die Puna auf über 3.500 Metern mit Salzpfannen und Vikunjas. Die Quebrada gehört seit 2003 zum Weltkulturerbe. Jujuy ist die Provinz mit der stärksten indigenen Prägung Argentiniens — die Kultur der Anden ist hier Alltag, nicht Folklore.

Charakter

Anden, Farben und Stille. In der Quebrada stehen Lehmziegeldörfer unter roten, violetten und gelben Felswänden, auf den Feldern wächst Quinoa, und die Musik läuft über Charango und Panflöte. In der Hauptstadt geht es städtischer zu, im Osten wird es plötzlich grün und schwül. Der Tonfall ist ruhig und höflich, die Feste sind religiös und indigen zugleich. Wer aus Europa kommt, erlebt hier den Teil Argentiniens, der am wenigsten europäisch ist.

Klima

Vier Klimazonen nach Höhenlage. Im Tiefland im Osten subtropisch und feucht mit heißen Sommern. In den Hochtälern um die Hauptstadt mild und trocken, tagsüber 25 Grad im Sommer und 20 Grad im Winter. In der Quebrada trocken mit starken Tag-Nacht-Unterschieden — im Winter kann es nachts weit unter null gehen, während die Sonne mittags brennt. In der Puna ganzjährig kalt und dünn. Regen fällt fast nur zwischen Dezember und März.

Budget & Lebenshaltung

Eine der günstigsten Provinzen. Mieten, Immobilien und Lebenshaltung liegen weit unter dem Landesdurchschnitt, auch in der Hauptstadt. Am oberen Ende stehen die touristischen Orte der Quebrada — Tilcara, Purmamarca und Humahuaca —, wo die Nachfrage nach Ferienhäusern die Preise gehoben hat. Heizung braucht man in den Höhenlagen durchaus, Klimaanlage nur im Tiefland. Für eine europäische Rente reicht es hier weit.

Deutschsprachige Community

Keine gewachsene deutschsprachige Gemeinschaft. Die nächsten Vertretungen sitzen in Salta, etwa zwei Autostunden entfernt, die Botschaften in Buenos Aires. In den Quebrada-Orten leben inzwischen einige europäische Zugezogene, die kleine Unterkünfte oder Werkstätten betreiben — aber ohne Verein, Schule oder Struktur. Wer hierherzieht, lebt auf Spanisch und findet Anschluss über die Dorfgemeinschaft, die Fremden gegenüber offen ist.

Sehenswürdigkeiten

Die Quebrada de Humahuaca mit Purmamarca und dem Siebenfarbenberg, Tilcara mit der Festung Pucará und Humahuaca mit seinem Denkmal. Der Berg der vierzehn Farben bei Serranías del Hornocal. Die Salinas Grandes auf 3.400 Metern. Der Nationalpark Calilegua mit Bergnebelwald und Jaguaren. Das Dorf Iruya, das über eine Piste durch die Berge erreicht wird. Und die Thermen von Termas de Reyes bei der Hauptstadt.

Feste & Traditionen

Der Karneval der Quebrada im Februar, bei dem der Teufel aus der Erde gegraben und am Ende wieder begraben wird — eines der eindrücklichsten Feste Argentiniens. Die Pachamama-Zeremonien im August, wenn der Erde Speisen und Getränke geopfert werden. Die Semana Santa in Yavi und Tilcara mit ihren Prozessionen. Und das Fest zum Éxodo Jujeño im August, das an den Auszug der Bevölkerung im Unabhängigkeitskrieg erinnert.

Wirtschaft & Chancen

Unterschätze die Höhe nicht. Purmamarca liegt auf 2.200 Metern, Humahuaca auf 3.000, die Salinas Grandes auf 3.400. Für Menschen über sechzig, besonders mit Herz- oder Lungenerkrankungen, ist das eine medizinische Frage, keine sportliche. Lass dich vor einer längeren Zeit in dieser Höhe ärztlich beraten, komm langsam hoch und plane die erste Nacht nicht auf der Puna. Dazu: Die Provinz liegt vollständig in der Grenzzone — Immobilienkäufe durch Ausländer sind genehmigungspflichtig.

Tipp

Unterschätze die Höhe nicht. Purmamarca liegt auf 2.200 Metern, Humahuaca auf 3.000, die Salinas Grandes auf 3.400. Für Menschen über sechzig, besonders mit Herz- oder Lungenerkrankungen, ist das eine medizinische Frage, keine sportliche. Lass dich vor einer längeren Zeit in dieser Höhe ärztlich beraten, komm langsam hoch und plane die erste Nacht nicht auf der Puna. Dazu: Die Provinz liegt vollständig in der Grenzzone — Immobilienkäufe durch Ausländer sind genehmigungspflichtig.