🇦🇷 Argentinien
Chaco
- Hauptstadt: Resistencia
- Einwohner: 1.142.963
- Fläche: 99.633 km²
- Typ: Die Provinzen
Chaco liegt im Norden Argentiniens zwischen dem Paraná im Osten und der trockenen Buschsavanne im Westen und zählt rund 1,14 Millionen Einwohner. Die Provinz ist nach dem Gran Chaco benannt, einer riesigen Tiefebene, die sich bis nach Paraguay und Bolivien erstreckt. Ihr Osten ist grün und feucht, ihr Westen — El Impenetrable, "das Undurchdringliche" — ist dorniger Trockenwald, in dem bis heute nur wenige Menschen leben. Chaco ist eine der ärmsten Provinzen des Landes, zugleich die mit dem größten indigenen Bevölkerungsanteil: Qom, Wichí und Mocoví sind hier zu Hause. Die Hauptstadt Resistencia trägt den Beinamen "Stadt der Skulpturen".
Charakter
Weite, Hitze und Stille. Im Osten Reisfelder, Baumwolle und Flusslandschaft, im Westen dorniger Wald mit Quebracho-Bäumen, aus denen früher Gerbstoff gewonnen wurde. Resistencia ist eine überschaubare Stadt mit über siebenhundert Skulpturen im öffentlichen Raum — eine Idee, die aus einem Bildhauerwettbewerb entstanden ist und der Stadt ihr Gesicht gibt. Der Ton ist ländlich, herzlich und langsam; die Siesta ist hier keine Gewohnheit, sondern eine Notwendigkeit.
Klima
Subtropisch bis heiß, mit den höchsten Temperaturen Argentiniens. Im Sommer von Dezember bis Februar sind 40 Grad keine Ausnahme, im Westen der Provinz werden regelmäßig Werte über 45 Grad gemessen; die Luftfeuchtigkeit macht es im Osten zusätzlich schwer. Winter mild bei 20 bis 25 Grad am Tag, mit seltenem Nachtfrost. Regen fällt vor allem im Sommer und im Osten, der Westen bleibt trocken. Wer Hitze schlecht verträgt, sollte diese Provinz meiden.
Budget & Lebenshaltung
Sehr günstig, auch für argentinische Verhältnisse. Mieten und Immobilienpreise gehören zu den niedrigsten des Landes, Lebensmittel und Dienstleistungen ebenso. Die Kehrseite ist die Infrastruktur: Außerhalb von Resistencia und dem Umland sind Ärzte, Verwaltung und Einkauf dünn gesät, und in der Regenzeit werden unbefestigte Straßen zeitweise unpassierbar. Als Alterswohnsitz für Europäer spielt die Provinz kaum eine Rolle.
Deutschsprachige Community
Keine deutschsprachige Gemeinschaft von Bedeutung. Die Einwanderungsgeschichte der Provinz ist stark von Italienern, Spaniern und vor allem von osteuropäischen Siedlern geprägt — im Osten liegen Orte, die von Ukrainern, Polen und Tschechen gegründet wurden und ihre Feste bis heute begehen. Deutschsprachige Ansprechpartner findet man erst in Corrientes gegenüber am Fluss oder in Buenos Aires.
Sehenswürdigkeiten
Die Skulpturen im Straßenbild von Resistencia und das Museum El Fogón de los Arrieros. Der Nationalpark El Impenetrable am Río Bermejo, eines der letzten großen Wildnisgebiete Argentiniens, mit Jaguar, Tapir und Sumpfhirsch. Der Nationalpark Chaco mit seinen Quebracho-Beständen. Die Isla del Cerrito am Zusammenfluss von Paraná und Paraguay. Und die Kunsthandwerksmärkte der Qom und Wichí mit ihren Korbarbeiten und Holzschnitzereien.
Feste & Traditionen
Die Bienal Internacional de Escultura in Resistencia, ein Bildhauerwettbewerb, bei dem Künstler aus aller Welt eine Woche lang im Freien vor Publikum arbeiten — die fertigen Werke bleiben in der Stadt. Die Fiesta Nacional del Algodón, das Baumwollfest. Die Erntefeste der osteuropäischen Siedlerorte im Osten. Und die traditionellen Feste der Qom- und Wichí-Gemeinschaften.
Wirtschaft & Chancen
Landwirtschaft trägt die Provinz: Baumwolle, Soja, Sonnenblumen, Reis und Viehzucht, dazu Forstwirtschaft und die Verwaltung in Resistencia. Für Zugezogene aus Europa gibt es hier praktisch kein tragfähiges Arbeitsfeld; wer herkommt, bringt sein Einkommen mit. Die Internetverbindung ist in Resistencia brauchbar, im Westen der Provinz häufig nicht — vor jeder Entscheidung am konkreten Ort prüfen.
Tipp
Wenn du hierher reist, dann zwischen Mai und September. Von Dezember bis Februar ist der Chaco für Europäer kaum zu ertragen — Hitze über 40 Grad, hohe Luftfeuchtigkeit und Insekten. In der trockenen Jahreszeit dagegen ist die Provinz angenehm bereisbar und die Tierbeobachtung im Impenetrable am besten, weil sich die Tiere an den verbliebenen Wasserstellen sammeln.